Sachbuch | 'Haut nah' von Dr. med. Yael Adler

27 September 2016 | 0 Kommentare

Unsere Haut ist unser größtes Organ und beschäftigt uns täglich. Sie ist knapp zwei Quadratmeter groß und umhüllt alles, was wir in uns tragen; sie sorgt dafür, dass wir die Hand wegziehen, wenn wir aus Versehen in ein Messer greifen, schützt uns davor, zu überhitzen oder zu erfrieren, und schirmt uns vor gefährlichen Eindringlingen ab. Keine Erregung, kein Sex ohne – unsere Haut. In ihrem so aufschlussreichen wie unterhaltsamen Buch rückt die fernsehbekannte Dermatologin Yael Adler unserer Haut zu Leibe und erklärt alles, was man über sie wissen will. Sie scheut dabei auch nicht vor Pusteln, Falten, Fußkäse und anderen Tabus zurück. Mit großer Begeisterung erzählt sie, warum Sex schön macht, Männer keine Cellulite bekommen und warum in unserer Haut ganz schön viel Hirn steckt.

Unser größtes Organ

Die Haut ist der Spiegel unserer Seele. Das liest und hört man ständig, wenn es um die Haut geht und tatsächlich ist es auch so. Seit Giulia Enders mit ihrem Buch über den Darm sämtliche Rekorde brach und die Bestsellerlisten eroberte, wollen auch andere Autoren und Verlage mitziehen. Manchmal gelingt dies und manchmal auch nicht.

Yael Adler, die als Dermatologin in einer eigenen Praxis in Berlin arbeitet, schildert in diesem umfassenden Werk das Wunderwerk Haut ausführlich und klärt den Leser über Hautkrebs, Pickel und Falten auf. Dabei benutzt sie immer wieder auch aufschlussreiche Grafiken und Bilder und erklärt in einfacher und verständlicher Sprache, was der Laie schon immer wissen wollte. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und klärt schonungslos auch über unangenehme Themen auf, ohne jedoch belehrend zu wirken.

Interessant fand ich die Zusammenhänge zwischen Haut und Ernährung und die Punkte zum Nährstoffmangel. Als Betroffene, die mit der Haut immer wieder Probleme hat, hat mich dieses Kapitel besonders interessiert. Vieles wusste ich schon, manches konnte ich auch hier neu lernen und insgesamt wurde mein Bewusstsein im Umgang mit meiner Haut wieder neu geschärft.

Weniger Pflege ist mehr und Sonne ist nur in Maßen gesund. Falls man sich allerdings Hilfe für ein spezielles Problem erhofft, wird man sicher enttäuscht werde. Die wichtigsten Themen werden nur oberflächlich angeschnitten und auch auf verbreitete Krankheiten wie Neurodermitis wird nur kurz eingegangen. Andererseits ist das Thema Haut auch so vielfältig, dass genauere Erklärungen den Rahmen sprengen würden. Will man sich aber einen allgemeinen Überblick verschaffen, dann ist man hiermit sehr gut bedient.

Für mich war dieses Sachbuch wieder eines, dass sich wirklich sehr gelohnt hat und in dem zahlreiche Zitate und Aussagen auch direkt markiert wurden. Ich habe das Buch im Urlaub gelesen und war so gefesselt von Dr. Adlers Erzählungen, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Wenn das ein Sachbuch schafft, dann ist es ein gutes Sachbuch.

Fazit

Es ist immer wieder faszinierend, welche Wunder unser Körper vollbringen kann und welche ausgeklügelten Systeme ihn zu diesem Wunderwerk machen. Für mich eine sehr lohnenswerte Lektüre, die man sich unbedingt näher ansehen sollte, wenn man sich für das Thema Haut interessiert. Informiert, unterhält und regt ganz sicher auch zum Nachdenken an.

5/5 Punkten

Haut nah von Dr. med. Yael Adler - Droemer Knaur - 336 Seiten - ISBN 978-3-426-27699-0 - Klappenbroschur - 16,95 Euro - bei Amazon kaufen* | im Buchhandel kaufen
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Essen & Trinken | 'Mampf - Ein Jahr, ein Paar, ein Topf' von Anna König & Holger Wenzl

25 September 2016 | 0 Kommentare

Anna König und Holger Wenzl sind ein Paar und kochen als Fritze und Fratze zusammen auf ihrem gemeinsamen Blog 'derultimativekochblog'. Sie leben aktuell in Berlin und legen viel Wert auf gute Lebensmittel und ökologisches Bewusstsein. Dieses Buch könnte man als anders, frech und witzig beschreiben und garantiert hält man hier kein Buch in Händen, das man so schon öfter irgendwo gesehen hat.

Inhalt

Aufgeteilt ist es in monatliche Kapitel, die unterschiedliche Rezepte umfassen. In der Regel zwischen sieben und zehn. Alle saisonal und der Jahreszeit angepasst. Vor jedem Rezept findet der Leser einen netten Dialog zwischen dem Paar oder eine Geschichte zum Rezept, die das ganze Kocherlebnis gleich noch ein wenig sympathischer macht. Alle Rezepte sind mit tollen Bildern aufgehübscht und darüber hinaus finden auch noch einige andere Bilder Platz im Buch.

Warum dieses Buch?

Ich mag den Blog. Das war eigentlich auch mein einziges Argument, denn wenn ich diesen nicht gekannt hätte, wäre ich wohl am Buch vorbeigegangen. So sehr ich den Inhalt auch mag, hat es mich optisch leider überhaupt nicht überzeugt. Das Cover ist unscheinbar und ein Taschenbuch ist es noch dazu. Sehr untypisch für ein Kochbuch, deshalb aber wohl so passend für die Autoren hinter dem Buch. 

Was findet man darin?

Eine spannende Sache, denn dieses Buch ist bunt und alles andere als normal. Ein vielfältiger Mix an spannenden Rezepten, der Seite für Seite das Kochherz erfreut. Hier versammeln sich so leckere Dinge wie Pasta mit Linsenbolognese, Teriyaki-Lachs-Bowl, Bulgur mit Lamm oder auch Süßes wie New-York-Cheesecake mit kandierten Orangen oder Frühstücksleckereien wie Amaranth-Porridge mit glasierten Äpfeln und Walnüsse. Insgesamt 102 Rezepte und damit eine große und reichhaltige Auswahl.


Beschreibung & Zutaten

Die Rezepte sind immer für eine unterschiedliche Anzahl an Portionen konzipiert, was aber über jedem Rezept vermerkt ist. Hinter jedem Gericht steht ebenfalls, ob dieses vegan oder vegetarisch ist, Fleisch oder Fisch enthält bzw. auf Gluten verzichtet. Zusätzlich wird jedes Gericht auch nach Herkunftsland mit einer Länderflagge gekennzeichnet. Hier wird wirklich jeder etwas für seinen persönlichen Geschmack finden. Die Zutatenliste ist überschaubar und beinhaltet in der Regel Zutaten, die es in jedem gut sortieren Supermarkt zu kaufen gibt. Wirkliche Extravaganz sucht man hier vergebens, was meinem Geschmack durchaus entgegen kommt. 

Das Probekochen

In diesem Sommer habe ich den Salat mit Süßkartoffeln & Co von Seite 162 probiert und war wirklich angetan. Frischer Salat und knusprige Süßkartoffel ergeben ein tolles Gericht. (Anmerkung: Eigentlich gibt es von mir immer Bilder aus der Küche, aber weil ich durch einen dummen Fehler einen Schwung Bilder gelöscht habe, müsst ihr mich hier einfach so vertrauen). Die Kürbissuppe mit Apfel von Seite 176 wartet auf mich, sobald hier die Kürbiszeit wieder so richtig losgeht und auch sonst gibt es darin tatsächlich noch ein paar Gerichte mit Soulfoodambitionen. Das Bild zu Artischocken & Oktopus von Seite 173 katapultiert mich z.B. direkt in den Urlaub nach Italien und weckt Sommergefühle. So muss das sein. Die Zubereitung ist übrigens absolut verständlich verfasst und auch weniger geübte Köche zaubern damit sicherlich ein gutes Gericht.


Fazit

Wer sich unsicher ist, der sollte sich unbedingt mal auf dem Kochblog umsehen. Wem die Rezepte und der Stil dort gefallen, der wird auch an diesem Buch seine Freude haben. Nicht täuschen lassen vom Cover und Format, denn die Gerichte die sich darin verstecken, haben wirklich viel Potenzial

Mampf - Ein Jahr, ein Paar, ein Topf von Anna König und Holger Wenzl - Atlantik Verlag - 256 Seiten - ISBN 978-3-455-37820-7 - Klappenbroschur - 16,- Euro - bei Amazon kaufen* | im Buchhandel kaufen
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Shortlist: 3 Bücher für September

22 September 2016 | 6 Kommentare
Bereits im letzten Monat habe ich euch drei Bücher auf meiner Shortlist vorgestellt, die mittlerweile alle bei mir eingezogen sind. Auch diesen Monat nehme ich mir wieder drei vor, die sich total interessant anhören und die gerne gelesen werden wollen. Tatsächlich ist es aber so, dass ich (leider*) täglich Bücher entdecke, die ich sofort und unbedingt haben möchte.


Manchmal hab ich Zeit und dann stöbere ich durch Verlagsseiten und entdecke immer wieder Bücher, die ich zuvor noch gar nie gesehen habe. Dieses gehört dazu und der Klappentext hat mit auf Anhieb so begeistert, dass ich dieses Buch unbedingt lesen möchte.

Von Montag bis Donnerstag führt Peter Vorden ein Feinschmecker-Restaurant in Lothringen. Danach beginnt sein richtiges Leben. Denn dann zieht Vorden sich zurück in seine deutsche Wohnung und schreibt Kurzgeschichten. Er tut es für seinen erfolgreichen Bruder Paul, den Schriftsteller, dem er damit immer wieder aus der Klemme hilft. Paul ist sein Zwillingsbruder und hat vor vielen Jahren Anne geheiratet, die einzige Frau, die für Peter je infrage kam. Seither lebt Peter mit Affären - und ahnt doch, dass er den großen Konflikt in seinem Leben endlich lösen muss. - Thommie Bayer erzählt die Geschichte eines ungewöhnlichen Doppellebens und stellt die spannende Frage, was es heißt, aus Anstand auf die große Liebe verzichten zu wollen.

Ein zufälliger Fund aus der Buchhandlung, den ich bisher immer noch liegen ließ, der aber demnächst mitkommen darf. Auf diese Geschichte freue ich mich bereits sehr.

In der Heimat hätten sie sich nie kennengelernt, aber durch einen Zufall treffen die Israelin Liat und der Palästinenser Chilmi in New York aufeinander und verlieben sich. Liat kämpft mit sich, denn weder ihre Eltern noch ihre jüdischen New Yorker Freunde dürfen von der Beziehung erfahren, die ein klares Enddatum hat: Wenn Liat zurück nach Israel geht, ist Schluss. Doch Gefühle lassen sich nicht einfach abstellen, und die Herkunft der beiden sowie die Perspektivlosigkeit belasten ihre Gegenwart – eine Zukunft scheint unmöglich. Gibt es einen Ausweg, oder ist das private Glück vor dem Hintergrund des Konflikts der beiden Völker unmöglich?

Von diesem Autor habe ich vor zwei Jahren bereits "Der Vater des Attentäters" gelesen und war absolut begeistert von diesem Buch und seinem Erzählstil. Es war daher sofort klar, dass ich auch ein weiteres Buch lesen werde und da der Klappentext sich ebenfalls ganz interessant anhört, muss ich es unbedingt haben. 

An einem nebligen Abend startet ein Privatjet zu einem Flug nach New York. Wenige Minuten später stürzt er in den Atlantik. Nur der Maler Scott Burroughs und der vierjährige JJ überleben inmitten der brennenden Trümmer. Und Scott gelingt das Unmögliche: Er schafft es, den Jungen an das weit entfernte Ufer zu retten. Während die Suchtrupps fieberhaft nach den Leichen und der Blackbox fahnden, greifen immer abstrusere Verschwörungstheorien um sich. Scott versucht verzweifelt, sich den Medien zu entziehen – und gerät dabei in eine Welt der Intrigen und Manipulationen, in der niemand vor dem brutalen Fall ins Nichts geschützt ist.

Kennt ihr eines der Bücher bereits bzw. steht auch etwas davon auf eurer Wunschliste? Und was sollte ich mir darüberhinaus zusätzlich noch unbedingt vornehmen? 

*zum Leidwesen meines Geldbeutels

Buchblog-Juwelen: kapri-ziös

18 September 2016 | 11 Kommentare

Janine vom Blog kapri-ziös veranstaltete vor einer Woche die Buchaktion #buchpassion. Heute ist sie zu Gast auf meinem Blog und hat ganz viele Fragen beantwortet. Janine liest ganz viele tolle Bücher, die auch meinen Geschmack absolut treffen und ein Blick auf ihren Blog lohnt sich auf jeden Fall. Wenn ihr jetzt Lust habt sie ein wenig näher kennenzulernen, dann lest unbedingt weiter.

Liebe Janine, man könnte ja sagen, dass Bücher einen ziemlich großen Platz in deinem Leben einnehmen. Kannst du dich noch daran erinnern, welches Buch deine Liebe zur Literatur so richtig entfacht hat und seit wann du den Büchern verfallen bist?
Das weiß ich noch ziemlich genau, denn immer noch hat die Tintenwelt-Trilogie von Cornelia Funke einen besonderen Platz in meinem Buchregal. Ich war damals 14 Jahre alt (2004) und wusste so gar nicht wohin mit mir. In der 8. Klasse stand damals das erste Schülerpraktikum an. Ich und meine Mutter waren quasi am Verzweifeln, denn wo kann man 2 Wochen überstehen ohne die ganze Zeit vorm PC zu sitzen, aber sich auch nicht dreckig zu machen? Glücklicherweise hatte meine Mutter Beziehungen zur Orts-Buchhandlung und ich durfte dort mein Praktikum machen. An einem besonders verregneten Tag gab mir die Chefin der Buchhandlung Tintenherz zum Lesen. Ich fing also notgedrungen mit dem Lesen an und seitdem wird diese Sucht nach Literatur immer schlimmer.

Du bloggst auf "Kapri-ziös" über Bücher. Wann fiel die Entscheidung für einen Buchblog? Und warum? Hast du es jemals bereut und was liebst du am Bloggen am meisten?
Im Sommer 2012 melde ich mich bei Lovelybooks.de an. Auf dieser Social-Reading-Plattform kam ich zum ersten Mal in Berührung mit Bücherblogs und es dauerte etwa nur 2 Monate bis ich selbst sowas haben wollte. Zu dem Zeitpunkt arbeitete ich noch bei einem großen Buchhändler mit T; mein Faible für Bücher hatte sich also schon auf meine Arbeit ausgeweitet. Mit dem Blog wollte ich mich probieren: Ich wollte wissen, ob ich dieses ganze technische Zeugs kann, das man für das Betreiben eines Blogs braucht und vor allem wollte ich wissen, wie viele andere Menschen ich mit dem Buch-Virus womöglich anstecken könnte.

Warum "Kapri-ziös"? Stand der Namen von Beginn an fest oder hast du lange überlegt?
Ich liebe alte Worte, die man kaum noch benutzt. Kapriziös hat sowas melodisches, sprich das mal aus, beim bloßen Lesen merkt man das gar nicht. Und dann mochte ich schon immer die Bedeutung „auf attraktive Weise launisch, unberechenbar“. So sollte mein Buchblog sein! Er sollte eine eigene Meinung haben und auf Literatur Lust machen durch meine Einfälle. Der Name stand für mich also schnell fest.

Wie integrierst du den Blog in dein Leben? Gibt es feste Zeiten in denen du schreibst? Machst du dir viele Gedanken und Notizen? Oder legst du einfach los, wenn du Lust und Zeit hast?
Mein Leben ist mit Studium, Nebenjob und Engagement im Öko-Referat des StudentInnen-Rates der Uni ziemlich bunt, absolut unregelmäßig und nicht immer planbar. Mir ist es aber schon sehr wichtig, Zeit zum Bloggen zu haben. Irgendwie integriere ich die Zeit dafür jede Woche neu in meinen Wochenablauf. Absolute Ruhe brauche ich zum Schreiben der Artikel. Da darf dann nichts stören, das Handy liegt in einem anderen Raum, der Freund weiß Bescheid, dass ich nicht ansprechbar bin und auch sonst blende ich alle Nebenschauplätze aus. Zum Buchbloggen gehört aber nicht nur das Schreiben, sondern auch das Lesen. Das geschieht meistens am Abend und mit dabei habe ich immer mein Notizbuch, wo ich meine Gedanken sammle und schon Überlegungen mache für den Blogartikel zum Buch.

Was sind Bücher für dich? Was bedeutet Lesen für dich und wie und wo liest du am liebsten?
„Ich habe mir das Paradies immer als eine Art Bibliothek vorgestellt.“ Dieses Zitat stammt von Jorge Luis Borges und es trifft auch für mich zu. Wenn ich eine Woche lang nicht gelesen habe, bekomme ich richtig schlechte Laune. Ich brauche die Zeit mit Büchern für mich selbst. Lesen erfüllt mich, beruhigt meinen Geist, lässt mich entspannen und bringt mich auf neue Ideen. Insofern ist das Lesen ein bedeutender Bestandteil meines Lebens. Am liebsten lese ich allein auf dem Sofa oder kurz vor dem Schlafen im Bett.

Könntest du dir vorstellen, dass du zukünftig auch mal auf Youtube über Bücher sprichst oder Podcasts veröffentlichst? Wie wichtig findest du diese Medien für die Buch-/Bloglandschaft?
Videos sind schwierig für mich. Ich schreibe lieber als dass ich mich vor eine Kamera stelle, insofern kommt Youtube für mich nicht infrage. Aktuell experimentiere ich sehr zaghaft mit Instagram Stories – aber auch da poste ich lieber die "normalen" Fotos. Bei den Buchtubern fällt mir nur Sophie VersTand ein, die ich immer mal anschaue.

Genauso wichtig wie der Blog selbst, ist mittlerweile auch Social Media. Welche Plattformen nutzt du? Welche magst du am meisten? Und welche Erfahrungen hast du gemacht?
Seit Beginn meines Blogs nutze ich Twitter, das liebe ich auch sehr. Mir gefällt der vergleichsweise ungefilterte Stream von Neuigkeiten und die Spontanität. Für meinen Blog habe ich auch schon lange einen eigenen Facebook-Account, allerdings läuft der leider schlechter als Twitter und Instagram. Und wenn wir einmal bei Instagram sind, das schätze ich sehr für die inspirierenden Bilder und ich poste dort auch ziemlich oft Buchtipps. Außerdem habe ich mich schon auf Pinterest und Google+ probiert, das liegt mir aber nur mäßig.
Liest du Bücher auch zweimal oder würde das für dich nicht in Frage kommen?
Besondere Bücher lese ich gern auch zweimal. Schon geschehen ist das beispielsweise bei „Das letzte Einhorn“ von Peter S. Beagle oder „Die Stadt der träumenden Bücher“ von Walter Moers.

Rezensionen sind ja das Mittel der Wahl um andere von bestimmten Büchern zu überzeugen. Schreibst du gerne Rezensionen? Oder lieber Verrisse? Und immer sofort nach dem Buch oder wenn du eben gerade Zeit hast?
Ich schreibe beides gern. Vor einem Verriss fürchte ich mich nicht – es gibt eben auch schlechte Bücher und es nützt niemanden, wenn man das nicht auch ausspricht. Meine Buchbesprechungen schreibe ich zeitnah nach dem Lesen eines Buchs, also etwa zwischen einem Tag und drei Wochen nachdem ich das Buch beendet habe.

Wenn man sich mit Blogs und Literatur beschäftigt, dann stolpert man zwangsläufig auch über andere Buchblogs. Welche Buchblogs liest du persönlich am liebsten? Welche kannst du empfehlen?
Ich lese bei vielen Buchblogs mehr oder minder still mit. Seit Jahren lese ich beispielsweise alle Artikel von Mara. Vor Kurzem neu entdeckt habe ich den Blog Lohnt das Lesen von Andrea. Sie hat erst im Frühling mit dem Buchbloggen begonnen, aber ich finde ihren Blog und besonders die Themenmischung ganz großartig.

Liest du auch gerne Blogs anderer Bereiche und wenn ja, welche wären das?
Ab und zu lese ich natürlich auch andere Blogs. Als kleine Umweltaktivistin kann ich besonders naturgebloggt.de von Thomas empfehlen. Er schreibt über das Leben als Berufsnaturschützer.

Kannst du dein absolutes Lieblingsgenre und deinen Lieblingsautoren benennen? Und mit welchem Genre wirst du einfach nie wirklich warm werden?
Am allerliebsten lese ich Belletristik beziehungsweise Gegenwartsliteratur. Einen Lieblingsautor kann ich dir aber nicht nennen, ich liebe einfach zu viele Bücher. Noch nie in meinem Leben haben mich die Historienschinken über das Mittelalter interessiert. Mir ist einfach egal, wohin die Wanderhure gelaufen ist.

Welche drei Bücher willst du schon lange lesen und hast es trotzdem bisher nie geschafft?
1. Unendlicher Spaß von David Foster Wallace, 2. Was vom Tage übrig blieb von Kazuo Ishiguro, 3. Garp und wie er die Welt sah von John Irving

Und welche drei Bücher sollte man in seinem Leben unbedingt mal gelesen haben?
1. Die amerikanische Nacht von Marisha Pessl, 2. Wir haben Raketen geangelt von Karen Köhler, 3. Momo von Michael Ende

Wenn man dir jetzt hundert Euro in die Hand drückt und dich in deine Lieblingsbuchhandlung schicken würde, mit welchen Büchern würdest du wahrscheinlich wieder herauskommen?
Das ist eine sehr gemeine Frage, weil ich jetzt sofort Lust habe, eine Buchhandlung zu besuchen und mir die folgenden Bücher auch tatsächlich zu kaufen: 1. Blauschmuck von Katharina Winkler 2. Drehtür von Katja Lange-Müller 3. Slade House von David Mitchell 4. Sich verlieben hilft von David Wagner 5. Follower von Eugen Ruge

E-Books oder das gedruckte Buch? Welches Buch bekommt bei dir den Vorzug und warum entscheidest du so?
Ich lese nur das gedruckte Buch. Von der Buchhandlung mit T habe ich noch ein kleines Trauma, das ich bis heute wohl nicht überwunden habe. Damals war es meine Aufgabe eReader zu verkaufen, aber leider steckten die zu dem Zeitpunkt noch in den Kinderschuhen und die Kunden waren ziemlich oft und leider zurecht sauer.

Online-Shopping oder der stationäre Buchhandel? Wie kaufst du am liebsten und wo siehst du die Vorteile?
Ich bin schon immer lieber in einen Buchladen gegangen als online auf den Warenkorb zu klicken. Mir gefällt es, zu sehen, welche Auswahl der Buchhändler trifft und ich habe bisher in jeder Buchhandlung etwas Neues entdeckt. Für mich ist jeder Besuch in einer Buchhandlung ein Erlebnis.

Abseits des Buchlebens: Für was kann man dich sonst noch begeistern? Was machst du, wenn du keine Bücher in der Hand hast?
Wenn ich auch nichts bei meiner Ökotruppe zu tun habe, dann kuschel ich gern mit meinem Freund auf dem Sofa und schaue dabei Serien. Meine aktuelle Empfehlung lautet „The Knick“. In dieser Serie geht es um die Medizin zu Beginn des 20. Jahrhunderts und der Handlungsort ist logischerweise ein Krankenhaus. Für mich ist das super-interessant, für andere wahrscheinlich zu blutig.

Und was wolltest du sonst schon immer mal sagen?
"Lest, Leute - sonst seid ihr verloren!" Das sagte Professor Dr. Abdul Nachtigaller, eine Figur aus Walter Moers Zermonien-Kosmos.

Wenn ihr jetzt neugierg geworden seid, dann schaut doch unbedingt mal auf dem Blog "kapri-ziös" vorbei und lasst euch von Janines Beiträgen inspirieren. 

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9 Buchideen zum Thema Zero Waste, Nachhaltigkeit & Entrümpelung

15 September 2016 | 4 Kommentare
Bücher zu diesen Themen interessieren mich schon seit Längerem und als auf dem Blog Pech & Schwefel neulich eine Liste mit interessanten Büchern veröffentlicht wurde, wollte ich auch mal darüber berichten, welche Bücher zum Thema ich mir herausgesucht habe. 


Besser leben ohne Plastik von Anneliese Bunk und Nadine Schubert (Oekom Verlag) / The Glow von Anita Bechloch (GU Verlag) / Endlich aufgeräumt von Harriet Griffey (Eden Books) / Zero Waste von Hannah Sartin und Carlo Krauss (MVG Verlag) / Vegane Kosmetik von Dr. Claudia Lainka (NVG) / Das lass ich los von Pia Mester (Scorpio) / Zero Waste von Shia Su (Freya Verlag) / Glücklich Leben ohne Müll von Bea Johnson (Ludwig) / Vier nützliche Haushaltswunder von Isabelle Louet (Topp

Interessiert euch diese Thematik auch? Welche tollen und nützlichen Bücher zum Thema könnt ihr empfehlen? Was wollt ihr selbst noch lesen? Ich bin gespannt.

Rezension: "Die Wahrheit" von Melanie Raabe

13 September 2016 | 1 Kommentar

Vor sieben Jahren verschwand der wohlhabende, aber sehr zurückgezogen lebende Geschäftsmann Philipp Petersen auf einer Reise nach Südamerika spurlos. Seine Frau Sarah zieht den gemeinsamen Sohn alleine groß und hofft jahrelang täglich auf eine Meldung. Sieben Jahre später erhählt sie aus heiterem Himmel einen Anruf, dass ihr Mann Philipp am Leben sei. Die Rückkehr des vermeintlichen Entführungsopfers sorgt für großes Medieninteresse. Sarah ist zwiegespalten und weiß nicht, ob eine gemeinsame Zukunft möglich ist. Sie ist auf alles vorbereitet, nur auf eines nicht: Der Mann, der aus dem Flugzeug steigt, ist nicht der, als der er sich ausgibt. Er ist ein Fremder und er droht Sarah: Wenn sie ihn jetzt bloßstelle, werde sie alles verlieren: ihren Mann, ihr Kind, ihr ganzes scheinbar so perfektes Leben … 

Wenn Erwartungen nicht erfüllt werden

Wenn ein Autor einen absoluten Besteller abliefert, dann ist das für alle folgenden Bücher gar nicht so einfach. Es gibt viele Erwartungen, die erfüllt werden möchten. Meist gelingt dies nicht, eben genau aus diesen Gründen. Wenn Erwartungshaltungen zu hoch sind, dann ist das Empfinden und die Wahrnehmung des Buches vielleicht auch eine andere. 

Melanie Raabes Buch "Die Wahrheit" habe ich sehnsüchtig erwartet und bereit monatelang darauf hingefiebert. Ich wollte es lesen und war eigentlich schon im Vorfeld so vom Klappentext begeistert, dass ich mir sicher war, es wäre absolut perfekt. Leider sollte man Erwartungen eben nie zu hoch hängen, denn dann könnte man enttäuscht werden und vielleicht haben genau diese Erwartungen meinen Blick auch ein klein wenig verschleiert. 

Aber erstmal von vorne. "Die Wahrheit" ist kein schlechtes Buch. Aber es ist eben anders, und obwohl diesesmal "Thriller" draufsteht, ist es für mich weniger Thriller als "Die Falle". 

Melanie Raabes Schreibstil ist großartig. Das war er im ersten Buch und das ist er auch hier. Man fliegt als Leser durch die Seiten und kann es kaum zur Seite legen. Das muss man ihr eindeutig lassen. Sie schafft es durchaus Spannung zu erzeugen bzw. den Leser zu halten. Irgendwann im Verlauf des Buches kamen mir dann aber erste Zweifel, und ich musste feststellen, dass das was ich hier gerade lese eben nicht das ist, was ich erwartet habe. 

Der Plot startet großartig und es ist ein absoluter Albtraum, wenn der tot geglaubte Mann wieder zurückkehrt und nicht dein Mann ist. Keiner glaubt dir, keiner hilft dir und du bist ohnmächtig vor Angst. Eine gute Geschichte mit ausreichend Potenzial für eine grandiose Story. Doch irgendwann kommt der Punkt, an dem sich Melanie Raabe wohl leicht verfahren hat und die Handlung in immer absurdere Gefilde abdriftet. Als Leser habe ich öfter mal kurz die Augen verdreht und ein leises "ernsthaft?" ausgerufen. Von Seite zu Seite kommt man einer Auflösung näher, die man eigentlich nicht wahrhaben will und bei der man hofft, dass es nicht so ist. Doch genauso ist es dann doch und das macht die Sache einfach ein wenig kaputt. Leider kann ich dazu jetzt gar nicht näher eingehen, denn dann würde ich ziemlich spoilern und viel zu viel verraten. Das will ich nicht, aber Leser die dieses Buch schon gelesen haben, verstehen bestimmt was ich meine. 

Leider bin ich auch mit den Protagonisten überhaupt nicht warm geworden. Sara empfand ich zu hysterisch und den "fremden" Mann irgendwie unglaubwürdig. Am besten gefiel mir noch der kleine Sohn, aber der alleine reißt das Ruder auch nicht herum. 

Fazit

Melanie Raabe kann zweifelsohne schreiben und hat sich auch einen spannenden Plot ausgedacht, der viel Potenzial birgt. Sie beherrscht es den Leser zu fesseln, aber die Feinheiten sind in diesem Buch leider nicht so gut ausgearbeitet. War ich bei "Die Falle" noch begeistert, bin ich hier nur angetan und vom Ende leider enttäuscht. Das nächste Buch würde ich aber natürlich jederzeit wieder lesen. 

3/5 Punkten

Die Wahrheit von Melanie Raabe - btb Verlag - 448 Seiten - ISBN 978-3-442-75492-2 - Paperback - 16,00 Euro - bei Amazon kaufen* | im Buchhandel kaufen
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#Buchpassion - Bekenntnisse einer Leserin

11 September 2016 | 4 Kommentare

Ich liebe das Lesen, seit ich denken kann, und habe bereits in der Grundschule mit Begeisterung vorgelesen. Geschichten waren für mich schon immer etwas ganz besonderes und haben mich in eine andere Welt entführt. Interessanterweise bin ich die Einzige aus meiner Familie, die so viel liest und Bücher so sehr liebt. Woher ich diese Begeisterung also habe, kann ich gar nicht benennen. Ich bin aber froh, dass es so ist, denn Bücher haben mich schon so viel gelehrt und so sehr bereichert.

Das ist wahrscheinlich auch der Grund, weshalb ich mich nicht wirklich festlegen kann. Bücher haben so viele unterschiedliche Facetten und es gibt sie zu so vielen Themen. Eine Tatsache, die ich so liebe, weil ich zu fast allem auch immer ein Buch finde. Ich liebe Sachbücher, um zu lernen, Kochbücher um zu kochen, Interiorbücher als Inspirationsquelle, Romane zur Unterhaltung und und besonders gerne auch Krimis und Thriller.

Meinen ersten Thriller ("Im Schatten der Macht" von Sidney Sheldon) las ich übrigens heimlich mit zwölf Jahren. Das Buch habe ich mir aus dem Regal meiner Tante stibitzt, weil ich mal Lust auf etwas "Erwachsenes" hatte. Ich hab es nie bereut und meine Liebe war sofort entfacht. Bis heute mag ich dieses Genre ganz besonders gerne und es kann mir gar nicht grauenvoll genug sein. Im echten Leben darf es dafür aber gerne ruhiger sein. Wahrscheinlich ist dies mein Ausgleich? Mein zweiter Thriller war "Die Wiege des Bösen" von James Patterson, dass ich damals supertoll fand und heute wahrscheinlich ganz schrecklich. 

Aus diesen Gründen lese ich übrigens Bücher niemals zweimal. Und auch, weil es zu viele tolle Bücher gibt und meine Lesezeit einfach so begrenzt ist. Früher habe ich Bücher gehortet und wollte keines wieder hergeben. Mittlerweile sortiere ich regelmäßig aus und nur ganz, ganz wenige Bücher dürfen bleiben. Ich habe ein eigenes Zimmer für meine Bücher und mich und dort gibt es eine ganze Wand voller Regale. Spätestens, wenn diese voll ist, müssen wieder Bücher weichen. Ich werde keine Regale anbauen. Denn auch wenn ich Bücher liebe, will ich Freiheit in meinem Zuhause. Zugestellte Wände engen mich ein. Aber auch wenn die Bücher weichen müssen, behalte ich die Geschichten immer im Herzen. 

Mit ein Grund, weshalb ich meinen Blog so liebe. Mein digitales Tagebuch schenkt mir auch im Nachhinein Erinnerungen an tolle Bücher, die schon gar nicht mehr in meinem Besitz sind. Und dann wären da noch ganz viele wunderbare Menschen, die ich nur deshalb und wegen unserer gemeinsamen Leidenschaft kennengelernt habe. Bücher verbinden - auch über Stadt- und Landesgrenzen hinaus. Eine Tatsache, die ich so liebe.

Ja, ich liebe das Lesen, ich liebe tolle Bücher unterschiedlichster Genres und ich bin von ganzem Herzen leidenschaftliche Leserin.

Eure Petzi


Janine vom Blog kapri-ziös rief vor einiger Zeit zur #Buchpassion auf. Vielleicht hast du an diesem Wochenende schon vermehrt Postings mit diesem Hashtag gesehen? Mehr Infos und was dahintersteckt, kannst du hier nachlesen.