Buchvorstellung: "Sugar Girls" von Jana Henschel, Ulrike Schacht und Meike Werkmeister

28 August 2016 | 0 Kommentare

Die beiden Autorinnen Jana Henschel und Meike Werkmeister arbeiten selbst für namenhafte Magazine als Redakteurinnen und haben bereits Bücher veröffentlicht. Fotografin Ulrike Schacht ist ebenfalls für große Firmen und Magazine tätig. Mit "Sugar Girls" haben sie sich ihren ganz eigenen Traum erfüllt und zwanzig verschiedene Gründerinnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz besucht. Herausgekommen ist ein wundervolles Buch für Caféliebhaberinnen und alle, die schon einmal den Traum hatten, ein eigenes Café zu eröffnen.

Kein Kuchen ist auch keine Lösung

"Ich eröffne mein eigenes Café" ist ein Satz, der gar nicht so selten fällt. Selbst ich habe den schon irgendwann mal gesagt, als ich mit dem Job gerade unzufrieden war und irgendwie Lust auf Veränderung hatte. Die Aussicht im eigenen Reich zu stehen, sein eigener Chef zu sein und tolle Kuchen & Torten zu backen ist auch irgendwie verlockend. Dennoch setzen viele Frauen ihren Traum nie in die Tat um. Die zwanzig Frauen aus diesem Buch haben es gemacht. Sie alle hatten zuvor einen erfolgreichen Job und Sicherheit und haben dennoch alles über den Haufen geworfen und es einfach gewagt. Mit viel Herzblut und jede Menge Zeit haben sie aus alten Räumen tolle Cafés entstehen lassen. Allesamt anders und alle auf ihre Art schön.

Café kieztörtchen in Dortmund - © Ulrike Schacht / Callwey
Die beiden Autorinnen und die Fotografin haben die Frauen besucht und zeigen wunderschöne Bilder aus den Cafés, köstliche Rezepte und unglaubliche simple, aber tolle DIY Anleitungen zum Nachmachen. Manchmal braucht man nur ein wenig Mut und muss sich trauen, um mit so einem Erlebnis belohnt zu werden. Die vorgestellten Cafés sind alle unterschiedlich und keines ist mit dem anderen vergleichbar. Ob super modern, sehr rustikal oder für Kinder. Hier ist für jeden was dabei und für den nächsten Städtetrip ist bereits vorgesorgt und das passende Café gefunden.

Café Livres in Essen - © Ulrike Schacht / Callwey
Besonders begeistert hat mich u.a. natürlich das Café Livres in Essen, weil die Besitzern einer ganzen Menge an Büchern gleich mit eine Heimat gegeben hat und so eine angenehm wohnliche Atmosphäre erschaffen hat. Wenn ich also zufällig mal in der Gegend sein sollte, dann werde ich definitiv vorbeischauen. Neben den ausführlichen Vorstellungen gibt es immer auch noch zusätzliche Tipps für eventuelle Gründerinnen und am Ende des Buches werden viele wichtige Fragen beantwortet. Wer hilft mir beim Business-Plan? Wie viele Quadratmeter müssen es mindestens sein? Wo gibt es gutes Geschirr? Das sind alles Fragen, die potenzielle Cafébesitzerinnen haben und die in diesem Buch sehr ausführlich und sympathisch beantwortet werden.

White Rabbit's Room in München - © Ulrike Schacht / Callwey
Im Extrarezeptteil findet man noch zwanzig tolle Geheimtipps aus den Cafés, die man unbedingt nachmachen sollte. Ich konnte mich zwischen Carrot Cake, Heidelbeer-Baiser-Torte und Himmelhoch Cheesecake gar nicht entscheiden. Zwanzig schöne Cafés mit sympathischen Besitzerinnen und wunderschöner Einrichtung, laden zum schmökern und entdecken ein.

Fazit

Wenn man gerne Cafés mag oder sogar mit dem Gedanken spielt ein eigenes zu eröffnen, dann sollte man sich dieses Buch unbedingt näher anschauen. Tolle Tipps und Tricks, sowie leckere Rezepte haben mich absolut überzeugt und begeistert zurückgelassen.

Sugar Girls - 20 Frauen und ihr Traum vom eigenen Café von Jana Henschel, Ulrike Schacht und Meike Werkmeister - Callwey Verlag - 176 Seiten - ISBN 978-3-7667-2211-9 - Gebundene Ausgabe - 29,95 Euro - bei Amazon kaufen* | im Buchhandel kaufen
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Rezension: "Tödlicher Lavendel" von Remy Eyssen

25 August 2016 | 2 Kommentare

Eigentlich hatte sich Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter auf einen entspannten Job in der Sonne gefreut. Doch kaum im Örtchen Lavandou angekommen, liegt schon sein erster Fall auf dem Tisch. Ein totes Mädchen wird gefunden. Kurze Zeit später folgt ein weiteres und alle Spuren laufen scheinbar ins Leere. Ritter kämpft nicht nur gegen einen perfiden Mörder, sondern auch mit dem Laisserfaire der südfranzösischen Behörden. Und dann verschwindet plötzlich die Tochter seiner Kollegin Isabell Morell und Ritter merkt, dass sogar sein eigenes Urteilsvermögen getrübt ist.

Verschwundene Kinder im Urlaubsparadies

Manchmal gibt es Bücher, die man überhaupt nicht auf dem Schirm hat und die man nur zufällig liest. Wenn sie dann noch begeistern, dann ist es umso besser. "Tödlicher Lavendel" gehört genau in diese Kategorie und ich bin froh, dass ich dieses Buch gelesen habe.

Dr. Leon Ritter ist ein erfolgreicher Gerichtsmediziner in Deutschland, den nach dem Tod seiner Frau nichts mehr dort hält. Aus diesem Grund nimmt er eine Stelle in Frankreich an. Nur wenige Stunden ist er in Lavandou, als bereits ein verschwundenes Kind die Bewohner in Aufruhr versetzt. Als kurze Zeit später die Leiche des kleinen Mädchens gefunden wird, glauben die Zuständigen des Ortes an einen tragischen Unfall. Doch Dr. Ritter sieht näher hin und entdeckt schnell Ungereimtheiten und Parallelen zu einem alten Fall. Als kurze Zeit später ein weiteres Kind von einem Campingplatz verschwindet, zeichnet sich ein grauenvolles Muster ab.

Remy Eyssen ist mit diesem Reihenauftakt um Dr. Leon Ritter ein sehr lesenswerter Krimi gelungen, den man nicht nur im Frankreich-Urlaub verschlingen wird. Auch wenn die wunderschöne Kulisse natürlich fabelhaft zum Urlaub passt, wird man auch andernorts seine Freude an diesem Buch haben. Dr. Ritter ist ein außerordentlich sympathischer Kerl, der mich gleich von Anfang an überzeugt hat. Er macht seine Arbeit wirklich gut, nicht umsonst wurde er nach Frankreich beordert. Zum Leidwesen mancher Polizisten und des Bürgermeisters, denn die toten Kinder passen nicht ins Bild. Erst recht nicht, weil eigentlich die 100-Jahr-Feier des Örtchens ansteht.

Zusammen mit der Polizistin Isabell Morell, in deren Gästewohnung der Gerichtsmediziner untergekommen ist, ermittelt er in diesem Fall und recherchiert auch die näheren Todesumstände des ersten Opfers, die damals ebenfalls unter Unfall verbucht wurden. Umso näher er der Wahrheit kommt, umso gefährlicher wird es. Das Ende konnte mich leider nicht komplett überzeugen, weil es mir doch ein wenig zu konstruiert wirkte. Die Auflösung war zwar schlüssig und keine Fragen blieben offen, dennoch hat diese Lösung das für mich perfekte Lesevergnügen minimal getrübt. 

Eyssen schreibt spannend und mitreißend und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Die Seiten fliegen nur so dahin und haben mich als Krimileser tatsächlich sehr begeistert. Vielleicht lag es am perfekten Wetter, viel wahrscheinlicher aber an seiner Schreibkunst. Wenn man also auf der Suche nach einem unterhaltsamen Krimi mit toller Story ist und zudem ein wenig Lust auf Urlaubsgefühle hat, dann sollte man zu diesem Buch greifen. Ich konnte den Duft von Lavendel und die Sommerhitze tatsächlich spüren und hatte einige Stunden tolles Urlaubsfeeling. Der zweite Band "Schwarzer Lavendel" wird deshalb nicht lange auf sich warten lassen.

Fazit

Ein lesenswerter und unterhaltsamer Krimi, der sich in einem Rutsch weglesen lässt und nicht nur im Frankreich-Urlaub bestens unterhält. Eyssen ist eine Empfehlung für alle Fans des Genres.

4/5 Punkten

Tödlicher Lavendel von Remy Eyssen - Ullstein - 464 Seiten - ISBN 978 3 548 286 990 - Taschenbuch - 9,99 Euro - bei Amazon kaufen* | im Buchhandel kaufen 
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Rezension: "Neustart: Ein Herzinfarkt kann das Ende sein - oder der Anfang" von Oliver Gaw

23 August 2016 | 1 Kommentar

Oliver Gaw erlitt zwei Herzinfarkte - und überlebte. Um die Geschehnisse zu verarbeiten, startete er ein Jahr später einen Blog, der berührte und großes Interesse weckte. Betroffene, Angehörige und auch Neugierige finden in seinen Schilderungen Antworten und Unterstützung. Viele fühlen sich nach einem Herzinfarkt und dessen Folgen von ihrem Umfeld unverstanden und wissen oft selbst nicht, was mit ihnen los ist. In seinem Buch gibt Oliver Gaw dem abstrakten Ereignis "Herzinfarkt" ein Gesicht. Schonungslos offen, vertraut, aber auch mit Humor schildert er seinen Infarkt, die Herz-OP und die darauffolgende Achterbahn der Gefühle. Er will Mut machen, das Leben so anzunehmen wie es ist. Und sich nicht von der Angst in den Würgegriff nehmen zu lassen, sondern jeden Tag zu genießen. 

Herzinfarkt - ein unterschätztes Risiko

In Deutschland erleiden jährlich etwa 280.000 Menschen einen Herzinfarkt, an die 70.000 Menschen überleben diesen nicht. Manchmal sind die Symptome schleichend und werden kaum bemerkt, manchmal tritt er aber auch als akutes Ereignis auf. Selbst junge Menschen, die vermeintlich gesund leben, trifft es immer wieder. Der Herzinfarkt ist eine Volkskrankheit und mit eine der häufigsten Todesursachen. Beruhigenderweise sind die Zahlen der Todesfälle jährlich rückläufig, aber dennoch immer noch existent.

Viele Menschen unterschätzen die zahlreichen Risikofaktoren und beschäftigen sich kaum mit ihrer Gesundheit. "So lange ich keine Schmerzen habe, bin ich auch nicht krank", ist so ein Satz, den ich in meinem Beruf immer wieder zu hören bekomme. Und genau der ist mit ein Grund, warum mich solche Bücher wie dieses so brennend interessieren.

Tatsächlich ging ich ohne große Erwartungen heran. Dieses Buch ist ein Tatsachenbericht, der in Tagebuchform verfasst wurde. Oliver Gaw schildert sein Leben vor dem Infarkt, das einschneidende Ereignis und die Zeit danach. Und auch wenn man täglich mit kranken Menschen zu tun hat und auch mit Herzinfarktpatienten spricht, kann man die Tragweite dessen weit nicht so gut nachfühlen, als nach der Lektüre dieses Buches.

Aber auch wenn man selbst überhaupt keine Herzkrankheit hat, nimmt man aus diesem Buch doch ein kleines Stück für sich selbst mit. Viel zu oft ignoriere auch ich Warnzeichen meines Körpers, komme in Stressphasen viel zu schlecht zur Ruhe oder tue zu wenig für mich selbst. Hier hat der Autor durchaus die Augen geöffnet.

Gaw schreibt sehr einfach und "frei von der Leber weg" über seine Gedanken und Gefühle. Er berichtet eindrucksvoll und man kann sich als gesunder Mensch kaum vorstellen, wie sich diese Torturen angefühlt haben werden. Es ist durchaus nachvollziehbar, weshalb so viele Herzinfarktpatienten nach der Erkrankung an Depressionen leiden oder gefühlt komplett andere Menschen werden. Diese Erkrankung stellt etwas mit einem an, besonders dann, wenn man sie noch so jung erleidet und sein ganzes Leben noch vor sich hat. Wenn man mitten im Leben steht und an den Tod bisher keine Sekunde verschwendet hat, dann trifft es am härtesten. Aber nicht nur den Patienten, sondern auch Familie und Freunde, die oftmals völlig hilflos mit der Situation umgehen müssen.

Oliver Gaws Buch versucht ein wenig zu sensibilisieren, jedoch niemals zu belehren. Sein Herzinfarkt hatte Anzeichen im Vorfeld, die einfach ignoriert und ausgeblendet wurden. Hätte er besser auf seinen Körper gehört, wäre es vielleicht gar nicht so schlimm geworden. Das sollte übrigens jeder tun. Wir haben nur diesen einen Körper und nur dieses eine Leben und es ist unsere Aufgabe darauf achtzugeben. Das können nur wir allein und niemand anderer sonst.

Fazit

Dieses Buch ist nicht nur für Menschen, die selbst betroffen sind, sondern auch für deren Angehörige, allen, die sich informieren möchten und natürlich auch medizinisches Personal. Ein Tatsachenbericht, ein Augenöffner und durchaus ein Buch, das es zu lesen lohnt. 

5/5 Punkten

Neustart: Ein Herzinfarkt kann das Ende sein - oder der Anfang von Oliver Gaw - adeo Verlag - 224 Seiten - ISBN 978 3 863 340 858 - Hardcover - 17,99 Euro - bei Amazon kaufen* | im Buchhandel kaufen
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5 x 9 Kochbuchhighlights für die Wunschliste

21 August 2016 | 6 Kommentare
Kochbücher sind schon seit jeher fester Bestandteil meines Blogs, weil Kochen einfach eine große Leidenschaft für mich ist. Ich liebe es daher die Vorschauen nach neuen Büchern zu durchstöbern und leider werde ich viel zu oft fündig. Und weil ich mich mal wieder nicht beherrschen konnte, findet ihr hier 45(!) Bücher, die gerade erschienen sind oder demnächst erscheinen. Ich will sie alle!


Obst von Bernadette Wörndl und Gunda Dittrich - Brandstätter Verlag / 100 Foodblogger haben wir gefragt herausgegeben von Simone Goller - Ars Vivendi / life in balance von Donna Hay - AT Verlag / Herzhaft vegetarisch von Iris Lange-Fricke und Stefanie Nickel - AT Verlag / Knoblauch von Jenny Linford - Ars Vivendi / Wohlfühl-Küche von Stefanie Hiekmann - EMF Verlag / Festtagsküche von Michaela Hager und Susanne Spiel - Brandstätter Verlag / Life changing food von Eva Fischer - Brandstätter Verlag / Eat in my Kitchen von Meike Peters - Prestel


Körnerküche von Dorling Kindersley / Ein Jahr auf Fern Ferrow von Harry Astley, Jane Scotter und Tessa Traeger - Knesebeck / Leaf to Root von Esther Kern - AT Verlag / Die Jahreszeiten Kochschule: Winter von Richard Rauch, Katharina Seiser und Jörg Lehmann - Brandstätter Verlag / Die Küche der Alpen und ihre Geschichte von teNeues / Toskana von Csaba Dalla Zorza - Callwey / Workshop Würzen von Bettina Matthaei - Becker Joest Volk Verlag / Das isst Berlin von Rose Marie Donhauser, Manuela Blisse und Uwe Lehmann - Dorling Kindersley / Umami von Laura Santtini - Edition Fackelträger


Käse - das saisonale Kochbuch von Alex Guaneri - Jacoby & Stuart / Green Eating von Zita Steyn - Matthaes Verlag / Brühe & mehr von Jennifer McGruther - Knesebeck / Echt fesch gekocht von Catrin Neumayer - Christian Verlag / Lokal - Das Kochexperiment von Georg Schweisfuhrt und Simon Tress - Südwest Verlag / Ernteglück von Diane Dittmer und Anke Schütz - ZS Verlag / Rom - Das Kochbuch von Katie Parla - Südwest Verlag / Vegetarisches Italien von Hallwag Verlag / Superfood - Natürlich. Heimisch. Regional. von Aaron Waltl - Pichler Verlag


Sichuanpfeffer meets Sauerkraut von Qin Xie-Krieger - Matthaes Verlag / Vietnam von Luke Nguyen - Christian Verlag / Die Küche Persiens von Yasmin Khan - Dorling Kindersley / Eine kleine Küche in New York von Deb Perelman - Berlin Verlag / Vietnamesische Straßenküche von Tracey Lister - AT Verlag / Mit einer Prise Orient von Jacqueline Amirfallah - AT Verlag / Würzig! von Hädecke Verlag / Big Pan Theory von Martin Kintrup - ZS Verlag / East von Leanne Kitchen - Hölker Verlag


Schnellkochtopf von Maren Jahnke - Edition Fackelträger / Die Küche von Tim Mälzer - Mosaik / Voll fett kochen von Pia Westermann - GU Verlag / Hand in Hand - Spitzenköche und Flüchtlinge gemeinsam am Herd von Ars Vivendi / Hans im Glück - Das Burger Buch von Dorling Kindersley / Lust auf Kochen vom Kochhaus - Dorling Kindersley / Yummy - Lieblingsrezepte für die ganze Familie von Susanne Klug - ZS Verlag / Die Knödel-Revolution von Michael Schlaipfer - BLV Verlag / Bayrische Crossover-Tapas von Mo Gämmerler - BLV Verlag

Welche Kochbücher gefallen euch denn am besten? Habt ihr ebenfalls noch tolle Bücher entdeckt, die ich hier gar nicht genannt habe? Immer her mit den Tipps, denn Kochbücher kann man nie genug haben.

Rezension: "The Girls" von Emma Cline

19 August 2016 | 4 Kommentare

Kalifornien, 1969. Evie Boyd ist vierzehn und möchte unbedingt gesehen werden – aber weder die frisch geschiedenen Eltern noch ihre einzige Freundin beachten sie. Doch dann, an einem der endlosen Sommertage, begegnet sie ihnen: den „Girls“. Das Haar, lang und unfrisiert. Die ausgefransten Kleider. Ihr lautes, freies Lachen. Unter ihnen ist auch die ältere Suzanne, der Evie verfällt. Mit ihnen zieht sie zu Russell, einem Typ wie Charles Manson, dessen Ranch tief in den Hügeln liegt. Gerüchte von Sex, wilden Partys, Einzelne, die plötzlich ausreißen. Evie gibt sich der Vision grenzenloser Liebe hin und merkt nicht, wie der Moment naht, der ihr Leben mit Gewalt für immer zerstören könnte. 

Sommer 1969

Dieses Buch ist mal wieder eines der Sorte, an dem man nicht so richtig vorbeikommt. Jeder liest es, überall taucht es auf und irgendwie will man selbst auch mehr wissen. Ich ging vollkommen erwartungslos an diese Lektüre heran und wurde dadurch vielleicht auch weniger enttäuscht. 

Im Mittelpunkt steht die junge Evie Boyd, die mit vierzehn Jahren, mitten in der Pubertät, mit geschiedenen Eltern nach Halt und Orientierung sucht. Suzanne gibt ihr genau das und Evie verfällt der jungen Frau. Suzanne gehört zu einer Gruppe, deren Anführer draußen zwischen den Hügeln eine Ranch führt. Ein Ort mit anderen Regeln, viel Sex und der großen Freiheit. Evie ist fasziniert von der Gruppe und schließt sich ihnen an. Emma Cline nimmt den berüchtigten Charles Manson und seine Mädchen als Vorbild für ihre Charaktere. Wenn man sich etwas mehr für den geschichtlichen Hintergrund um Manson interessiert, dann wird man allerdings enttäuscht werden. Diese Thematik wird eigentlich kaum angeschnitten, weil ganz andere Dinge im Fokus stehen. Auch erschließt sich für mich als Leser nicht, dass die Handlung wirklich um '69 herum spielt. Es hätte genauso gut auch in der heutigen Zeit sein können, denn der Leser merkt davon nichts. 

Die Geschichte ist in zwei zeitliche Perspektiven aufgeteilt. Im ersten Strang erzählt Evie Boyd in der Gegenwart als erwachsene Frau über die damalige Zeit und der zweite Erzählstrang spielt in der damaligen Vergangenheit. Clines Schreibstil fand ich flüssig und gut lesbar, an vielen Stellen aber auch oft sehr überladen. Man hatte das Gefühl, dass sie mit besonders bildhaft ausgeschmückten Satzkonstruktionen irgendwie auffallen möchte. Das wiederum macht es auch unmöglich dieses Buch irgendwie nebenbei zu lesen. Man muss sich auf diese Geschichte einlassen wollen, um der Handlung folgen zu können. 

Ich war von Beginn an durchaus fasziniert, wollte Evie folgen, ihre Beweggründe verstehen, ihren Charakter analysieren. Ganz oft hat man aber auch das Gefühl, dass die Autorin auf der Stelle trampelt, abschweift und viel schreibt, was den Leser nicht weiterbringt. Andererseits hatte ich auch die ganze Zeit nie das Gefühl, das ich das Buch weglegen will, denn irgendwie hält Cline den Leser doch bei der Stange. 

Es ist schwierig zu erklären, weil mir dieses Buch grundsätzlich ganz gut gefallen hat, aber dem Hype keinesfalls gerecht wird. Leider konnte Clines Schreibstil das Ruder auch nicht herumreißen. Dieses Buch wird eines sein, dass die Gemüter und Leserschaft ganz klar spalten wird. Die einen mögen es, die anderen hassen es und dann gibt es auch ganz viele (wie mich) dazwischen, die sich nicht ganz klar auf eine Seite festlegen können. 

Ich empfand Evie als eine faszinierende Persönlichkeit, aber für die damalige Zeit und ihr Alter vielleicht doch schon ein wenig zu reif. Der Konflikt mit den Eltern und ihre Beweggründe waren aber durchaus nachvollziehbar und es ist ebenfalls immer wieder schockierend zu lesen, wie sich Kinder bzw. Jugendliche entwickeln können, wenn sie einem falschen Einfluss ausgesetzt sind. 

Fazit

Für mich ist es eines der Bücher, die man gelesen haben kann, aber keinesfalls muss. Ein flüssiger Schreibstil, der aber durchaus einige Längen aufweist und eine Geschichte, die nicht schlecht ist, aber aus der man mehr hätte herausholen können, konnten mich nicht komplett überzeugen. Ein guter durchschnittlicher Roman, der aber in meinen Augen zu Unrecht so gehypt wird. 

3/5 Punkten

The Girls von Emma Cline - aus dem Amerikanischen von Nikolaus Stingl - Hanser Verlag - 352 Seiten - ISBN 978 3 446 252 684 - Hardcover - 22,00 Euro - bei Amazon kaufen* | im Buchhandel kaufen
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Rezension: "Mein bester letzter Sommer" von Anne Freytag

17 August 2016 | 5 Kommentare

Tessa ist die Person, die immer warten. Auf einen perfekten Moment, einen perfekten Jungen und ihren ersten Kuss. Sie dachte aber auch, dass sie noch viele Jahre dafür hat. Doch dann erfährt das 17-jährige Mädchen, dass es schwer krank ist und nur noch wenige Zeit zu leben hat. Sie ist wütend und fassungslos, bis Oskar in ihr Leben tritt. Er schafft es, hinter ihre Fassade zu blicken, hat keine Angst vor ihrem Geheimnis und steht an ihrer Seite. Er überrascht sie mit einem Plan und beschert Tessa ihren besten letzten Sommer. Ein Sommer, in dem Zeit keine Rolle spielt und Gefühle am wichtigsten sind… 

Eine unglaubliche Reise

Es gibt Autoren, die ein unglaubliches Talent haben. Sie formen Geschichten aus Worten, die direkt ins Herz treffen, die mitreißen, begeistern und verzaubern. Anne Freytag gehört zu diesen Autoren. 

"Mein bester letzter Sommer" ist eine Geschichte, bei der man durch den Klappentext schon ungefähr ableiten kann, worum es darin geht. Aber die Vorhersehbarkeit ist überhaupt kein Problem bei dieser Geschichte, denn sie ist gewollt. Vielmehr ist es wichtig, wie der Leser die letzten Monate von Tessa erlebt und hierbei nimmt uns Anne Freytag mit auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle, in der Freud und Leid ganz nah beieinanderliegen. 

Wenn ein Autor es schafft, mit seinen Worten eine Geschichte zu erzeugen, die so real, so bildhaft und so nah ist, dann macht er seine Sache mehr als gut. Anne Freytag macht ihre Sache perfekt, denn sie hat es nicht nur geschafft mich in diese Geschichte zu entführen, sondern mich tatsächlich auch zu Tränen gerührt. Und eigentlich waren es nicht nur Tränen, sondern eine ganze Flut. Das kommt bei mir nur äußerst selten vor, was wiederum auch eine Bestätigung ist. Eine Bestätigung für dieses Schreibtalent und diese unglaubliche Geschichte. 

"Wenn dich dieser eine Mensch berührt, der dich berührt, bleibt die Welt stehen. Deine Beine laufen weiter und deine Lungen atmen, obwohl du nicht mehr kannst, und alles, was du spürst, ist diese Berührung. Haut auf Haut, wie ein Flüstern zwischen Körpern." S. 74

Obwohl Tessa weiß, dass sie bald sterben muss, versucht sie ihre letzten Tage zu genießen und möglichst viel für sich mitzunehmen. Und obwohl dies eigentlich eine sehr traurige und bedrückende Ausgangssituation ist, ist sie gleichzeitig auch unglaublich lebensbejahend. Sie führt dem Leser nämlich selbst vor Augen, dass das Leben zu schnell vorbei sein kann, dass man sich nicht in seinem stillen Kämmerlein verstecken sollte und mitnehmen muss, was man kann. 

Tessa und Oskar sind dabei unabdingbar die Hauptpersonen dieser Geschichte, die Anne Freytag wunderbar gelungen sind. Besonders Tessas innere Zerrissenheit, ihren Trotz, ihre Verzweiflung gegenüber der Krankheit war oft spürbar und ziemlich real. Ich konnte gut nachvollziehen, dass sie eine Wut im Bauch hatte, später dann aber auch ihre Verliebtheit genau nachempfinden und gleichzeitig verstehen, dass sie sich eigentlich von Oskar fernhalten wollte. Eigentlich, denn egal was man tut, die Liebe ist immer stärker. 

Dieses Buch mit seinem ganz eigenen Soundtrack sollte man gelesen haben. Man wird sich in dieser Geschichte verlieren, lachen und weinen, hoffen und mitfiebern und am Ende glücklich sein, dass man es gelesen hat. 

Fazit 

Wer eine Geschichte fürs Herz sucht, die unglaublich gut geschrieben ist, eine wichtige Botschaft enthält und zu Tränen rührt, der sollte dieses Buch unbedingt lesen. Ganz gleich, ob Jugendbuch oder nicht, dieses Buch wird alle Altersgruppen begeistern und berühren. 

5/5 Punkten

Mein bester letzter Sommer von Anne Freytag - Heyne fliegt - 368 Seiten - ISBN 978-3-453-27012-1- Gebundene Ausgabe - 14,99 Euro - bei Amazon kaufen* | im Buchhandel kaufen
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Buchblog-Juwelen: Books in my World

15 August 2016 | 5 Kommentare
© Books in my World

Evi von Books in my World verfolge ich schon lange Zeit und finde mich in ihrer Buchauswahl auch jedes Mal selbst wieder. Sie liest viele Bücher, die ich danach auch unbedingt brauche und bereichert mit ihren Texten und Tweets die Buchbloggerwelt ungemein. Aus diesem Grund wollte ich natürlich unbedingt die Möglichkeit nutzen und endlich mal etwas mehr über sie erfahren.

Liebe Evi, man könnte ja sagen, dass Bücher einen ziemlich großen Platz in deinem Leben einnehmen. Kannst du dich noch daran erinnern, welches Buch deine Liebe zur Literatur so richtig entfacht hat und seit wann du den Büchern verfallen bist?
Oh ja, das kann ich tatsächlich. Das waren die Hanni und Nanni Bücher von Enid Blyton. Die Geschichten über die Zwillinge im Internat hatten es mir unglaublich angetan. Als Einzelkind wollte ich auch immer eine (Zwillings-) Schwester haben und habe mir natürlich das Internatsleben (weg von den Eltern) ganz aufregend und toll vorgestellt. Wie alt ich war, als ich die Bücher entdeckte, kann ich gar nicht mehr sagen. Ich konnte sie auf jeden Fall schon selbst lesen.

Du bloggst auf "Books in my World" über Bücher. Wann fiel die Entscheidung für einen Buchblog? Und warum? Hast du es jemals bereut und was liebst du am Bloggen am meisten?
2013 habe ich das erste Mal bewusst mitbekommen, dass es Buchblogs gibt. Auf diesen habe ich mich dann vermehrt über Bücher, abseits der Spiegel-Bestsellerliste informiert. Letztlich war ich von der Idee eines Buchblogs – quasi einem digitalen Lesetagebuch – so begeistert, dass ich es einfach selbst versucht habe. Gestartet habe ich das Ganze mit Blogger. Für blutige Anfänger wie mich mit seinen ganzen Vorlagen echt super. Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse 2014 bin ich dann zu Wordpress gewechselt, da man mir einredete, dass man damit noch mehr Möglichkeiten in der Gestaltung hätte, was sicher auch der Wahrheit entspricht, nur leider bin ich in Sachen HTML immer noch ganz grün hinter den Ohren und habe momentan auch gar keine Zeit mich in die Thematik einzuarbeiten. Aber der Wille ist da. :-) Ich habe es nie bereut, mit dem Bloggen begonnen zu haben. Ich habe auch noch nie eine längere Pause gebraucht, um die Lust wiederzufinden. Die ist tatsächlich immer vorhanden, nur die Zeit leider nicht. Am Bloggen liebe ich am meisten, dass ich über dieses Hobby, das ursprünglich ja nur in der Auseinandersetzung mit Büchern bestand, so viele wunderbare – und ganz verschiedene – Menschen kennengelernt habe. Durch den Austausch auf den Blogs sind echte Freundschaften entstanden, die trotz Entfernung fester Bestandteil meines Lebens geworden sind. Tatsächlich gibt es hier vor Ort kaum jemanden, der meine Leidenschaft für Bücher teilt. Das sind eher alles die Kategorie „Warum willst du dir das Buch kaufen? Du hast doch schon genug.“-Menschen. Umso schöner, dass man seine Leidenschaft endlich auch mit anderen teilen kann.

Vor einiger Zeit bist du ja Mama geworden und das Leben wurde damit wieder ein Stück turbulenter. Wie integrierst du den Blog in dein Leben? Gibt es feste Zeiten in denen du schreibst? Machst du dir viele Gedanken und Notizen? Oder legst du einfach los, wenn du Lust und Zeit hast?
Obwohl ich durch meine neue Aufgabe als Mama, die ein echter Zeitfresser (aber der schönste überhaupt) ist, tatsächlich weniger zum Lesen und noch weniger zum Bloggen komme, unterscheidet sich mein "Blogverhalten" nicht zu der Zeit davor. Bei mir läuft das wie folgt ab: Ich mache mir Ende des Monats Gedanken, welche Bücher ich wann lesen und wann rezensieren will. Dies halte ich in meinem Blogplaner mit genauem Datum fest, um dann… Überraschung… spätestens Mitte des Monats alles über den Haufen zu werfen. Meine Lese-und Blogzeit lässt sich momentan einfach schlecht planen. Ich nutze vor allem die Schlafenszeiten des Kindes tagsüber zum Lesen und abends zum Bloggen. Notizen mache ich mir in mein Büchertagebuch während des Lesens und ich versuche kein neues Buch anzufangen, wenn ich mehr als 3 Rezensionen offen habe. Ich habe im Gegensatz zu den meisten gut organisierten Bloggern nur geringe Ansprüche an mich, was die Regelmäßigkeit der Beiträge angeht. Ich versuche mindestens eine Rezension pro Woche zu veröffentlichen, sowie Ende des Monats meinen Beitrag zum Jahr des Taschenbuchs und Anfang des Monats meine Highlights der Neuerscheinungen. Mehr Struktur gibt es tatsächlich nicht in meinem Bloggeralltag.

Auf deinem Blog findet man u.a. auch Kinderbücher. Hat sich dein Leseverhalten seit der Mutterschaft stark verändert? Und wie wichtig ist es dir, dass dein Kind später auch mal eine kleine Leseratte wird?
Tatsächlich hat sich mein Leseverhalten ziemlich stark verändert. Da meine Lesezeit nun begrenzter ist, bin ich strenger bei der Beurteilung von Büchern und tatsächlich auch anspruchsvoller bei der Auswahl. Mit Kinderbüchern habe ich mich außerdem vor dem Muttersein überhaupt nicht auseinandergesetzt. Ich hatte zu Beginn keine Ahnung, welches Buch sich zu kaufen lohnt und musste mir erstmal bei Mareike von Herzpotenzial Tipps holen. Es wäre natürlich sehr, sehr, sehr toll, wenn unser Sohn genauso eine Leseratte wie seine Mutter wird und ich versuche ihn auch schon frühzeitig mit meiner Begeisterung anzustecken. Bisher sieht es tatsächlich so aus, als hätte er die Liebe zu Büchern geerbt. Aber sollte er irgendwann in ein Alter kommen, in dem er sich nicht mehr für Bücher interessiert, wäre das natürlich auch in Ordnung. Man sollte seinem Kind kein Hobby aufzwingen. 

Was bedeutet Lesen für dich und wie und wo liest du am liebsten? 
Lesen ist für mich vor allem eines: Flucht vor der Realität. Es gibt nichts, das mich besser abschalten lässt. Durch die Geschichten in Büchern kann ich den Alltag vergessen. Das hat mir vor allem in nicht so guten Zeiten geholfen nicht durchzudrehen. Auch wenn ich noch so große Sorgen hatte – beim Lesen vergesse ich sie für eine kleine Weile. Kein anderes Medium oder Hobby schafft das. Am liebsten lese ich auf dem Sofa während der Mann irgendetwas im Fernsehen schaut oder im Bett. Da unser Sohn aber momentan nachts noch bei uns im Zimmer schläft, kann ich nur in völliger Dunkelheit mit dem E-Reader lesen, was spätestens nach 20 Minuten echt anstrengend für die Augen ist. 

Könntest du dir vorstellen, dass du zukünftig auch mal auf Youtube über Bücher sprichst oder Podcasts veröffentlichst? Wie wichtig findest du diese Medien für die Buch-/Bloglandschaft? 
Ganz klares "Nein" zum Booktuben. Frag mich bitte nicht wieso, aber ich bin kein Fan von Videos jeglicher Art. Wenn ich mir etwas bei YouTube anschaue, ist es ein Musikvideo und das war es auch schon. Ich möchte Rezensionen lesen und mir keine Videos anschauen. Ich kann mir vorstellen, dass es bestimmt richtig tolle Booktuber gibt, aber mich spricht dieses Format einfach nicht an. Podcasts vielleicht schon eher, aber wie gesagt: Ich bin ein Freund des geschriebenen Wortes. Punkt. Deshalb kommt beides für mich (vorerst) nicht in Frage. Sicher sind diese beiden Kanäle gerade stark im Kommen. Gerade der jugendliche Nachwuchs wird sich vielleicht lieber ein Video anschauen als eine Rezension zu lesen. Insofern sind diese Kanäle schon wichtig, um vielleicht ein neues Publikum für Bücher zu begeistern. 

Genauso wichtig wie der Blog selbst, ist mittlerweile auch Social Media. Welche Plattformen nutzt du? Welche magst du am meisten? Und welche Erfahrungen hast du gemacht? 
Ich nutze Facebook, Twitter und Instagram. Gegen Snapchat wehre ich mich wegen eben jener Video-Phobie und vor Pinterest schütze ich mich quasi selbst, weil ich weiß, dass man da stundenlang zubringen kann. Am liebsten mag ich Twitter, weil man da nicht nur kurze Infos über die für mich relevanten Inhalte bekommt, sondern auch der Austausch mit anderen Twitterern immer soooo nett ist. Ich habe, bis auf einmal, als mich irgendein Opa auf echt fiese Art auf ein falsch verwendetes Apostroph "hinwies", noch nie irgendetwas Blödes bei Twitter erlebt. Ich mag auch Instagram sehr, aber da ich selbst nicht so das Talent habe Bücher schön in Szene zu setzen, schaue ich mir lieber die schönen Fotos von anderen Instagramern an. Facebook ist eigentlich gar nicht mehr so beliebt bei mir. Durch die Reichweiteneinschränkungen werden meine Beiträge nur noch von wenigen Followern gesehen. Das ist wirklich schade. 

Liest du Bücher auch zweimal oder würde das für dich nicht in Frage kommen? 
Bisher habe ich erst 2 Bücher zweimal gelesen. Das waren „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen und „Gut gegen Nordwind“ von Daniel Glattauer. Grundsätzlich stürze ich mich also lieber auf neuen Stoff, von dem es ja so viel gibt, dass ich in meinem Leben wohl niemals die Zeit haben werde, alle Bücher zu lesen, die ich lesen möchte. 

Rezensionen sind ja das Mittel der Wahl um andere von bestimmten Büchern zu überzeugen. Schreibst du gerne Rezensionen? Oder lieber Verrisse? Und immer sofort nach dem Buch oder wenn du eben gerade Zeit hast? 
Ich schreibe tatsächlich lieber Lobeshymnen auf ein Buch. Ziel meines Buchblogs ist es ja, andere Menschen von Büchern zu begeistern und das geht nun mal nur mit guten Büchern. Einen Verriss zu schreiben, tut mir immer so Leid für den Autor. Aber allein aus Mitleid wohlwollende Worte zu finden, kommt auch nicht in Frage. In der Regel ist es so, dass ich ein Buch beende, das nächste beginne und etwa nach 2-3 Tagen die Rezension zum ersten Buch schreibe. Diese lasse ich dann über Nacht nochmal einwirken und veröffentliche sie dann nach kleineren Korrekturen am Folgetag. Manchmal sammeln sich aber auch zwei oder drei ausstehende Rezensionen an. Spätestens, wenn es drei sind, fange ich kein neues Buch an, weil ich mich dann zu sehr verzetteln würde. Auf jeden Fall schreibe ich die Besprechungen zeitnah, damit der Leseeindruck nicht verblasst. 

Wenn man sich mit Blogs und Literatur beschäftigt, dann stolpert man zwangsläufig auch über andere Buchblogs. Welche Buchblogs liest du persönlich am liebsten? Welche kannst du guten Gewissens empfehlen? 
Das ist mal eine leichte Frage :-) Generell stöbere ich viel auf anderen Blogs herum, aber es gibt tatsächlich wenige Blogs, die ich regelmäßig lese und das sind die folgenden: 
Die Liebe zu den Büchern 
Zuerst: Nein, du stehst nicht ganz oben weil ich mich einschleimen will, sondern weil ich die Blogs alphabetisch sortiert habe. :-) Bei deinem Blog liebe ich das tolle Design, das ein perfekter Mix aus Übersichtlichkeit und Verspieltheit ist sowie die Tatsache, dass du oft auch andere Bücher als Romane besprichst, seien es Kochbücher oder Deko-Bücher. Deine Beiträge sind eine willkommene Abwechslung in der Bloggerlandschaft. 
Und weil wir gerade bei Abwechslung waren: Die bieten auch die Mädels von Herzpotenzial. Zum einen besprechen sie grundsätzlich anspruchsvolle Literatur, keine Jugendbücher oder New Adult-Geschichten, die sonst die Blogs fluten (meinen eingeschlossen :)). Wenn ich also nach der 5. New Adult Romanze wieder Lust auf etwas Anspruchsvolles habe, dann schaue ich immer, was Mareike und Maike gerade empfehlen. Außerdem besprechen sie auch Kinderbücher, was ebenfalls eine Seltenheit ist. Deshalb hole ich mir auch hier immer meine Inspiration für den nächsten Kinderbuchkauf. 
Die liebe Ramona von Kielfeder hat genauso ein großes Herz für Liebesromane wie ich und ist in Sachen Neuerscheinungen irgendwie immer voll up to date, weshalb ich bei ihr immer nachlese, ob es sich lohnt, die neuen Liebesromane zu kaufen. Wir haben da einen sehr ähnlichen Geschmack. 
Katja und ich haben uns über Lovelybooks kennengelernt. Wir sind nicht nur buchmäßig absolut auf einer Wellenlänge und auch wenn wir uns noch nie live getroffen haben, sind wir mittlerweile richtig gute Freunde geworden, die sich nicht nur über die aktuelle Lektüre austauschen. Außerdem hat Katja eine unvergleichliche Art ihren Leseeindruck in Worte zu fassen. Ich bin immer wieder fasziniert welche passenden Worte sie für das jeweilige Buch findet. Ihre Rezensionen sind ein echter Schatz. 
Ela von Literaturliebe und mich verbindet ebenfalls unsere Leidenschaft für Liebesromane und New Adult. Bisher waren wir bei der Bewertung dieser Bücher auch immer einer Meinung, weshalb ich mich auf Elas Urteil voll und ganz verlassen kann. Außerdem mag ich ihr neues Design und ihren neuen Namen sehr, sehr, sehr. 
Lotta von Lottas Bücher ist ein Beispiel dafür wie aus einer Internetbekanntschaft eine Freundin werden kann. Wir haben uns auf der Buchmesse persönlich kennengelernt und seither sind wir partners in crime was unsere Blogs und unser Privatleben betrifft. Wir haben außerdem einen ähnlichen Buchgeschmack und ich liebe es mich mit ihr auszutauschen, wenn wir mal nicht einer Meinung sind. Ich liebe ihren authentischen Schreibstil und dass sie einfach immer die richtigen Worte findet. 
Jess' Blog ist mir seit dem ersten Besuch durch ihr originelles Design im Kopf geblieben. Seither lese ich ihre Rezensionen unglaublich gerne, weil wir in 95% der Fälle die gleiche Meinung über einen Roman haben. In 8 von 10 Fällen hat sie das Buch, das ich aktuell rezensiere, bereits auf ihrem Blog besprochen. Das bringt mich jedes Mal zum Schmunzeln. 

Kannst du dein absolutes Lieblingsgenre und deinen Lieblingsautoren benennen? Und mit welchem Genre wirst du einfach nie wirklich warm werden, egal wie oft du es versuchst? 
Mein Lieblingsgenre hat tatsächlich mittlerweile gewechselt. Noch vor einem Jahr hätte ich ganz klar mit "Liebesroman" geantwortet, aber mittlerweile ermüden mich diese Romane- irgendwie ist es ja doch immer das Gleiche. Momentan lese ich am liebsten zeitgenössische Literatur, die anspruchsvoll, aber nicht zu abgehoben ist. Ich mag zum Beispiel Ian McEwan, Zeruya Shalev und Jodi Picoult sowie aus dem Liebesroman-Bereich Anne Freytag, Adriana Popescu und Kristin Hannah. 

Welche drei Bücher willst du schon lange lesen und hast es trotzdem bisher nie geschafft? 
Wenn es doch nur drei wären… Unter den bestimmt 200 ungelesenen Büchern in meinem Regal sind mir diese 3 besonders wichtig, die ich ganz definitiv in diesem Leben noch lesen werde: Jonathan Safran Foer – Extrem laut und unglaublich nah, Leo Tolstoi - Anna Karenina und Erich Kästner - Hundstage.

Und welche drei Bücher sollte man in seinem Leben unbedingt mal gelesen haben? 
Daniel Glattauer - Gut gegen Nordwind, David Nicholls – Zwei an einem Tag und John Green – Das Schicksal ist ein mieser Verräter.  

E-Books oder das gedruckte Buch? Welches Medium bekommt bei dir den Vorzug und warum entscheidest du so? 
Da kann ich mich leider nicht entscheiden, da ich keinem den Vorzug geben kann. Ich könnte mir nie vorstellen komplett auf Ebooks umzuschwenken. Das Gefühl ein gelesenes Buch ins Regal stellen zu können, möchte ich nicht missen. Andererseits möchte ich aber auch nicht auf die Annehmlichkeiten eines E-Readers verzichten: Auf Reisen so viele Bücher mitnehmen zu können wie man möchte, im Dunkeln lesen zu können und überhaupt überall lesen zu können ohne ein dickes Buch mitzuschleppen – diese Innovation ist einfach die beste überhaupt. 

Abseits des Buchlebens: Für was kann man dich sonst noch begeistern? Was machst du, wenn du keine Bücher in der Hand hast? 
Ehrlich gesagt: Nicht viel. Neben der Arbeit (der ich bald wieder nachgehen darf – juhu! Nicht.) und der Zeit, die ich mit meiner Familie verbringe, bleibt gar nicht viel Zeit für andere Hobbies. Aber ich gehe zum Beispiel sehr gerne auf Konzerte, tobe mich in meinen Blumenbeeten aus und liebe es Essen zu gehen (fürs heimische Kochen ist der Herr des Hauses zuständig). 

Und was wolltest du sonst schon immer mal sagen? 
Ich bin jeden Tag froh über die Entscheidung es mit einem eigenen Buchblog zu versuchen und stolz auf mich was ich in der Zwischenzeit alles erreicht habe. Auch wenn mein Blog nur einer unter vielen ist, liebe ich das was ich tue und möchte es nicht missen. 

Wenn ihr jetzt neugierg geworden seid, dann schaut doch unbedingt mal auf dem Blog "Books in my World" vorbei und lasst euch von Evis Beiträgen inspirieren. 

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