Rezension: "Netzkiller" von Oliver Wolf

21 Februar 2012 | 2 Kommentare
Ein Traum für viele Computerspieler scheint wahr zu werden. Eine Seite, auf der man illegale Downloads verfolgungssicher laden kann. Der Traum wird allerdings zum Albtraum. Jeder der sich dort einloggt wird Mitspieler eines grausamen Spiels und ist dem "Gamemaster" hilflos ausgeliefert. Die Regel des Spiels sind einfach: Finde eine bestimmte Person auf einem vorgegebenen Google-Street-View Bild innerhalb einer bestimmten Zeit. Findest du sie nicht, wird sie sterben. Die Kriminalbeamten André Bürkle und Antonia Ronda ermittlen in diesem Fall. Doch als der Mörder gefasst wird, ist das Spiel noch immer nicht vorbei... 

Aktueller denn je


Oliver Wolfs Debütroman "Netzkiller" ist ein Krimi, der wie kein anderer in die heutige Zeit passt. Soziale Netzwerke und Internetkriminalität sind ein Dauerthema und viel zu viele geben ihre Daten unbewusst einer breiten Masse preis. Was im Internet unter anderem möglich ist, zeigt dieses Buch auf eine grausame Art und Weise.

Der Autor versteht es durch kurze Kapitel und ständige Szenenwechsel einen kontinuierlichen Spannungsbogen zu erzeugen. Durch Cliffhanger am Ende der einzelnen Kapitel zwingt er den Leser förmlich das Buch nicht aus der Hand zu legen. Ein Ereignis reiht sich an das andere und man will ständig wissen wie es weiter geht. Als der Gamemaster schließlich gefasst wird, flaut die Spannung ein wenig ab, ist aber immer noch nicht verschwunden. Schließlich ist das Spiel noch immer nicht vorbei.

Der Schreibstil ist flüssig und klar geschrieben und leicht zu lesen. Das einige Passagen in der Ich-Form geschrieben sind, lockert den Erzählstil angenehm auf. Mit der Kriminalbeamtin Antonia Ronda konnte ich mich im Lauf des Buchs nicht wirklich anfreunden. Vielleicht liegt es daran, das mir ein bisschen das Privatleben der Ermittler fehlt. Meiner Ansicht nach ist das für so eine Geschichte ebenso wichtig. Die Charaktere an sich sind jedoch gut gedacht und ich konnte mich in alle Personen hineinversetzen. 

Das der Autor großer Fan von Gleitschirmfliegen ist, merkt man dem Buch an. Für Laien, die sich mit dem Thema nicht auskennen, waren einige Passagen dazu eventuell zu umfangreich. Hier hätte eine etwas kürzere Fassung ebenfalls gereicht.

Fazit


Ein packender Debütroman zu einem äußerst brisanten Thema. Leicht zu lesen, mit kontinuierlicher Spannung ist dieses Buch für alle Krimi & Thriller - Fans bestens geeignet.  

4/5 Punkten

Netzkiller von Oliver Wolf - Gmeiner Verlag - 322 Seiten - ISBN 978-3-8392-1239-4 - Taschenbuch - 11,90 Euro

Kommentare:

  1. Bei dem Buch hab ich auch schon überlegt, ob ich mir es zulegen sollte. Ich mache ja auch bei der Aktion Debütautoren von Lovelybooks mit. Vielleicht sollte ich mir das wirklich überlegen, hört sich spannend an.
    Ach, und natürlich hab ich gerne auch hier vorbeigeschaut, obwohl ich heute nicht viel Zeit habe, rum zu stöbern. Da warten noch viele Bücher bis Ende der Woche auf mich, die gelesen werden wollen - aber das hole ich nach. ;-)
    Liebe Grüße und weiterhin viel Spaß beim Bloggen! Lene

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  2. Sehr coole Rezension, da bekommt man einem guten Eindruck von dem Buch! Klasse geschrieben!! :)

    Also obwohl ich ja nun das neue Buch "Kesselstrum" gelesen habe, ist mein Gesamtfazit deinem bei "Netzkiller" recht ähnlich! Also scheint Oliver Wolf den Stil weiter so umzusetzen. Mir gefiel in seinem neuen Buch nämlich auch in erster Linie die gute aufgebaute Spannung, die durch den Wechsel verschiedener Handlungsstränge kontinuierlich angetrieben wird. Soetwas mag ich in Krimis sehr gerne, Szenenwechsel, kleine Cliffhanger, Perspektivwechsel. Und interessanter Weise flaut, zumindest war das mein persönlicher Eindruck, gegen Ende auch hier plötzlich die Spannung etwas ab, die Handlung knickte irgendwie ein. Neugierig bin ich auf "Netzkiller" allemal, weil das Thema echt viel hergibt!!

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