Rezension: "Fragmente des Wahns" von Michael Schmid

02 März 2012 | 0 Kommentare
 

Zum Buch

Fragmente des Wahns von Michael Schmid - AAVAA Verlag - 282 Seiten - ISBN 978-3845900049 - Taschenbuch - 11,95 Euro 

Inhalt

Bei einem scheinbar unproblematischen Überholmanöver geschieht der Unfall. Als Alex in einem Regensburger Krankenhaus erwacht, ist das letzte an das er sich erinnern kann, das Auto das vor ihm fuhr. Vom Unfall selbst fehlt ihm jegliche Erinnerung. Körperlich unverletzt, drängt Alex schnell aus dem Krankenhaus entlassen zu werden um den 3.Geburtstag seiner Tochter Lilli feiern zu können. Dies wird ihm gewährt, mit der Bedingung einen Termin bei einem Psychologen zu vereinbaren. Doch dann gerät Alex‘ Leben völlig aus den Fugen und in seiner Gedankenwelt ist nichts mehr so wie es vorher war. Grausame Halluzinationen und Albträume suchen ihn heim und lösen einen Wahn ohnegleichen aus. Was geschieht mit ihm? Alex will herausfinden, was mit ihm passiert und stößt dabei auf grausame Dinge… 

Meine Meinung

Die Grundidee der Geschichte hört sich so spannend an, dass man sofort los liest und das Rätsel um diesen Wahn lösen will. Als ich mit dem Lesen begann habe ich noch gespannt mit gefiebert. Doch der Einleitungsteil zieht sich unnötig und lässt schnell einen Anflug von Langweile aufkommen. Spannung kommt im ersten Teil nicht auf und das erwartet man bei einem Thriller mit dieser Inhaltsangabe auf jeden Fall. Zumindest unterschwellige Spannung sollte spürbar sein.

Nach ungefähr zweihundert Seiten wendet sich das Blatt, als die ersten Halluzinationen auftreten, Alex sich immer komischer verhält und niemand weiß woran das wirklich liegt. Jetzt fiebert man auch als Leser mit und will die Lösung des Rätsels finden. Positiv vom Autor sind die eingebauten Rückblenden auf sein Leben, die in Kursiv-Schrift verfasst sind. Dort merkt man immer mehr, das es einige Ungereimtheiten gibt, die so scheinbar gar nicht in sein jetziges Leben passen wodurch ebenfalls Spannung erzeugt wird.

Im letzten Drittel des Buchs kommt der Autor dann voll in Fahrt und trumpft mit einer überraschenden und äußerst kranken Lösung des Rätsels auf. Auf dieses Ende, wäre ich im Leben nie gekommen. Sprachlich sind jedoch einige Defizite ins Auge gestochen, die mich beim Lesen mehr oder weniger gestört haben. Geführte Dialoge fand ich teilweise äußerst deplatziert oder wirkten konstruiert und oft denkt man wirklich, dass so keiner spricht. Auch die Erzählungen von seiner Tochter Lilli passen nicht wirklich ins Bild. Meist spricht sie in Kleinkindsprache (Beispiel: Andleas, statt Andreas), dann jedoch wieder in grammatikalisch völligen deutschen Sätzen. Hier wäre es sinnvoller gewesen eine klare Linie beizubehalten. 

Fazit

Zusammenfassend muss man sagen, dass dieses Buch nicht perfekt ist, aber auch nicht schlecht. Die Idee der Geschichte ist äußerst genial und bei der Lösung des Rätsels hat sich der Autor selbst übertroffen. Die Charaktere sind realistisch konstruiert und besonders Alex wird mir im Lauf des Buchs sehr sympathisch. Allerdings steckte in der Idee noch etwas mehr Potenzial das leider verschenkt wurde und sprachlich waren einige Defizite vorhanden, weswegen ich nur drei Sterne geben kann. Dennoch freue ich mich auf den nächsten Roman von Michael Schmid, da mich die Handlung begeistert hat und ich die Weiterentwicklung von ihm als Autor gerne beobachten würde. 


3/5 Punkten

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