Rezension: "Finsterau" von Andrea Maria Schenkel

29 April 2012 | 0 Kommentare

DATEN

Finsterau von Andrea Maria Schenkel - Hoffmann und Campe - 124 Seiten - ISBN 978-3455403817 -Gebundene Ausgabe - 16,99 Euro - Hier kaufen

INHALT  

Ein kleines Dorf im Bayerischen Wald, 1944: Die junge Afra kehrt schwanger zurück nach Hause zu ihren Eltern. Sie tut es nicht gerne, doch ohne Geld und Unterkunft bleibt ihr keine andere Wahl. Dem streng gläubigen Vater ist das uneheliche Kind immer ein Dorn im Auge und als Albert dann geboren ist, nehmen die Auseinandersetzungen zwischen Vater und Tochter immer mehr zu. Und dann ist Afra plötzlich tot. Blutüberströmt liegt sie in der Wohnstube, neben ihr der schwer verletzte Sohn. Der Verdächtige ist schnell gefunden, aber war er es wirklich? Wer hat Afra erschlagen?

MEINE MEINUNG

Wer die Vorgängerbücher von Andrea Maria Schenkel gelesen hat, sollte auch dieses lesen. Und falls man an Tannöd sogar schon ein wenig gefallen gefunden hat, dann wird einem dieses sogar noch besser gefallen. Der Schreibstil der Autorin ist äußerst ungewöhnlich und gefällt nicht jedem. Wo andere Autoren doppelt so viel schreiben, braucht sie nur die Hälfte. Dennoch ist die Geschichtet in diesen wenigen Seiten kurz und prägnant verfasst und als Leser hat man nie das Gefühl das noch etwas fehlen würde. Der Leser wird in diesem 124-Seiten-Werk aus verschiedenen Blickwinkeln an die Geschichte herangeführt. Jedes Kapitel befasst sich mit einer anderen Person bzw. zeigt die Sicht einer anderen Person. Dazwischen dann immer wieder kurze Einblendungen von einer Gerichtsverhandlung achtzehn Jahre später. Schritt für Schritt wird der Leser der Aufdeckung des Mordes näher gebracht.


Um jetzt noch einmal kurz abzuschweifen, war Tannöd damals für mich ein Buch, dass mir anfangs nicht wirklich gefallen hat, auch weil der Schreibstil ungewöhnlich war. Dennoch hat die Autorin die Gabe irgendwie Spannung aufkommen zu lassen, weil sie es beherrscht Sätze zu schreiben die alles ausdrücken, was gesagt werden muss. Finsterau ist wieder ein Buch, das auf einem wahren Mordfall beruht und wieder eines, das sicherlich nicht jedermanns Geschmack trifft.

Mir allerdings hat es gefallen, da es zwar ein kurzweiliges Leservergnügen ist, dafür aber auch ein spannendes.

Auch das Cover ist, meiner Meinung nach, äußerst stimmig gestaltet. Es zeigt eine verschlossene Tür, mit einem Kreuz. Was vielleicht auch symbolisch für die Verschlossenheit der Menschen zur damaligen Zeit stand.

FAZIT

Ein kurzes, aber interessantes Leseerlebnis. Jedoch nicht vergleichbar mit den so genannten Provinzkrimis. Darüber sollten sich Fans dieses Genres im klaren sein.

4/5 Punkten




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