Rezension: "Unsichtbare Blicke" von Frank M. Reifenberg

07 April 2012 | 3 Kommentare

DATEN

Unsichtbare Blicke von Frank Maria Reifenberg - rororo Verlag - 394 Seiten - ISBN 978-3499216176 - Taschenbuch- 12,99 Euro - Hier kaufen

INHALT

Zwei junge Frauen werden ermordet aufgefunden, vom Täter keine Spur. Er hinterlässt lediglich eine geheimnisvolle Nummer auf den toten Körpern, was diese bedeutet ist jedoch keinem klar. Stella van Wahden und Miki Saito ermitteln in diesem Fall und finden bald die einzige Gemeinsamkeit zwischen den Opfern: beide wurden adoptiert.  Und dann ist da die 17jährige Josie, die im Internet beim chatten jemanden kennegelernt hat, mit dem sie sich versteht. Mit dem sie über alles reden kann und der noch mehr von ihr erfährt, als ihre beste Freundin. "Geronimo" nennt er sich, ist jedoch nicht der, der er vorgibt zu sein. Er hat sich in ihren Computer gehackt und beobachtet Josie über die Webcam Tag und Nacht. Doch bis sie dies bemerkt, ist es fast schon zu spät...

MEINE MEINUNG 

Dieses Buch wird eigentlich als Jugendthriller bezeichnet, doch auch Leser die über dieses Alter schon hinaus sind, werden mit diesem Buch einige spannende Stunden erleben. Der Autor verbindet hier eine äußerst spannende Handlung mit einem brisanten Thema, das perfekt in eine Zeit passt, in der das Internet überall genutzt wird und viele unbekümmert, ohne Angst vor möglichen Gefahren, surfen. Wenn man dieses Buch liest überprüft man selbst seine Webcam und denkt wirklich drüber nach, was es bedeuten würde, wenn ein anderer dich Tag und Nacht beobachten könnte. 
"Ich erkannte den Tod am Geruch. Kaum jemand in meinem Alter hatte schon so oft mit ihm zu tun gehabt, aber man gewöhnte sich daran. Der Geruch des Todes tat nicht weh, nicht so wie andere Gerüche."
Der Autor unterteilt dieses Buch in verschiedene, spannende Handlungsstränge. Einmal aus der Sicht von Josie, die in der Ich-Form erzählt, dazwischen die Ermittlungen um die beiden Mordfälle und in Kursiv-Schrift auch die Kindheitserlebnisse des Täters selbst. Die Handlung gerät dabei jedoch nie ins Stocken und fügt sich am Ende immer mehr ineinader, wobei das Ende lange nicht absehbar ist und Frank M. Reifenberg den Leser ein ums andere Mal gekonnt in die Irre führt. 

Dieser spannende Thriller, ist gut durchdacht und äußerst fesselnd. Der Autor beschreibt die einzelnen Charaktere ziemlich detailiert. Sogar die Nebenfiguren sind keine unscheinbaren Menschen, die in der Handlung untergehen, sondern fügen sich perfekt in ihre Rollen und die Geschichte ein. 

Einen Stern Abzug gab es für das Buch, weil ich am Anfang nicht gleich in die Handlung fand und es mich nicht von den ersten Seiten an ansprach. Nach etwa siebzig Seiten hat sich dies jedoch schlagartig gewendet und ich war gebannt. 

FAZIT 

Dieses Buch ist für Thrillerfans, egal in welchem Alter, bestens geeignet. Es beschäftigt sich mit einem Thema, das fast jeden angeht und schürt so an den richtigen Stellen Angst. Nachdem man dieses Buch gelesen hat, denkt man mit Sicherheit über manche Dinge, die das Internet betreffen, etwas anders.

ZUM AUTOR

Quelle: rowohlt
Frank Maria Reifenberg, im Westerwald aufgewachsen, seit 20 Jahren Wahlkölner, nach dem Abitur Ausbildung zum Buchhändler, danach Texter in Public-Relations-Agenturen, später mit eigener Agentur, zum Jahrtausendwechsel noch einmal von vorne begonnen: Ausbildung an der Internationalen Filmschule Köln. Schreibt seit über zehn Jahren Drehbücher und Konzepte für Film und Fernsehen, Romane und Erzählungen oder auch mal das Libretto für eine Jugendoper, wenn man ihn - wie die bayerische Staatsoper - darum bittet. 

Blog des Autors: Frank Maria Reifenberg


4/5 Punkte

Kommentare:

  1. Das Buch werde ich mir mal vormerken, klingt genau nach meinem Beuteschema ;o)

    Danke für den Tip!

    Liebe Grüße
    Marleen

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  2. Thriller sind an sich nicht mein Ding, aber da es sich ums Thema Internet handelt und da es so einen Fall wie oben beschrieben tatsächlich gab, reizt mich das Buch jetzt. Danke für die Rezi :)

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  3. Das Buch lese ich gerade und obwohl es nicht mein Beuteschema ist, ist es echt spannend. Das Vokabular und die Ausdrucksweise sind ganz anders, als ich es von anderen Büchern kenne - etwas Besonderes.

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