Rezension: "Der Duft von Erde und Zitronen" von Margherita Oggero

09 Mai 2012 | 0 Kommentare

DATEN

Der Duft von Erde und Zitronen von Margherita Oggero - DVA - 312 Seiten - ISBN 978-34210455397 - Gebundene Ausgabe - 19,99 Euro - Hier kaufen

INHALT

Wie eine Gefangene lebt Imma in der Wohnung der Tante hoch im Norden Italiens, weit weg von ihrem Heimatdorf bei Neapel. Die Dreizehnjährige ist in großer Gefahr, denn als der Sohn des Clanchefs sie zu vergewaltigen versuchte, schlug sie mit einem Stein zu. Jetzt soll sie dafür bezahlen. Die Tage am Fenster in der Wohnung der Tante scheinen endlos, und Imma sehnt sich nach ihrer Familie, nach der Natur, dem Duft von Erde und Zitronen. Ihr Freiheitsdrang wird immer stärker, bis sie sich schließlich stundenweise hinausschleichen kann in die Stadt und dabei den jungen Buchhändler Paolo kennen lernt. Seine Bücher eröffnen ihr eine neue Welt und geben ihr den Mut, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.

MEINE MEINUNG

Ich habe dieses Buch aufgrund der Leseprobe gelesen, die mir von Anfang an gefallen hat. Erst am Ende habe ich jetzt gerade den Klappentext gelesen und musste feststellen, dass dieser nicht wirklich zum Inhalt des Buchs passt.  Ich bin froh ihn erst jetzt gelesen zu haben, denn sonst wäre ich vielleicht vom Buch enttäuscht gewesen. So ging ich mit ganz anderen Erwartungen ans Lesen und muss sagen, dass das Buch mir gut gefallen hat.


Erzählt wird die Geschichte in verschiedenen Handlungssträngen. Einmal wie Imma bei ihrer Extante lebt, einmal die Familie von Imma und einmal die Geschichte der Extante. Die ersten Seiten tat ich mir noch schwer, der Handlung zu folgen. Zu verwirrend fand ich die vielen verschiedenen Namen und die Wechsel von Vergangenheit zur Gegenwart. Dann jedoch, habe ich mich ins Buch hinein gefunden und die Seiten flogen nur so dahin. 

Der Schreibstil ist flüssig, leicht, locker, teilweise sehr poetisch und wirklich angenehm zu lesen. Wer eventuell noch vom Buch Abstand hält, weil er grausame Vergewaltigungsszenen fürchtet, der kann beruhigt werden. Die versuchte Vergewaltigung wird lediglich am Ende kurz angeschnitten und keinesfalls ausführlich behandelt. Deswegen auch für Leser geeignet, die grausame Szenen nicht lesen möchten.

Die Charaktere und auch insbesondere Imma sind sehr gut und fast allesamt sympathisch dargestellt und detailliert beschrieben. Man fühlt sich beim lesen, wie in einer italienischen Großfamilie und auch ein wenig wie im Urlaub.

Was ich nicht wirklich nachvollziehen konnte, war die Tatsache das Imma erst dreizehn Jahre alt sein sollte. Für mich wirkt sie im ganzen Buch eigentlich deutlich älter und es ist auch fraglich ob eine Dreizehnjährige das ganze Geschehen so gut überstehen würde, wie es Imma tut. Auch enttäuscht war ich leider vom Ende. Ich mag es nicht, wenn ein Buch einfach so offen aufhört und der Leser sich quasi selber ein Ende überlegen kann. Für mich waren somit noch Fragen offen, die nicht beantwortet wurden und irgendwie fühlt ich mich verlassen und habe noch nach, vermeintlich, vergessenen Seiten gesucht, die nicht da waren.

Dennoch ist dieser Roman ein sehr emotionaler, mit einer Geschichte die ich so noch nie gelesen habe. 

FAZIT

Ein sehr einfühlsames Buch, das man von einer Krimiautorin so gar nicht erwarten würde. Vom Klappentext sollte man sich nicht beeinflussen lassen, sondern einfach drauf los lesen und dann wird man auch einige vergnügliche Lesestunden haben.

4/5 Punkten

Mein herzlicher Dank gilt vorablesen und der DVA für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

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