Rezension: "Der Hexer und die Henkerstochter" von Oliver Pötzsch

06 Mai 2012 | 1 Kommentar
 

DATEN

Der Hexer und die Henkerstochter von Oliver Pötzsch - Ullstein Verlag - 610 Seiten - ISBN 978-3-548-28115-5 - Hardcover - 14,99 Euro - Hier kaufen

INHALT

Um Gott für die überstandene Zeit zu danken, machen sich im Sommer 1666 der Schongauer Medicus Simon Fronwieser und seine Frau Magdalena, die Tochter des Henkers, auf zu einer Wallfahrt nach Andechs. Doch kaum sind sie dort angekommen, wird ein Novize ermordet und bei einem Unfall in seiner Werkstatt verschwindet der rätselhafte Frater Virgilius spurlos. Als im Haus des Uhrmachers auch noch das Okular von Frater Johannes gefunden wird, scheint der Schuldige festzustehen. Die Mönche glauben an Hexerei und Frater Johannes wird verhaftet und dem Weilheimer Landrichter übergeben. Magdalena entdeckt indes, dass es sich bei Frater Johannes um einen alten Freund ihres Vaters handelt und sendet per Kurier einen Hilferuf nach Schongau. So macht sich Jakob Kuisl sofort auf den Weg nach Andechs um den wahren Mörder zu finden und seinen alten Freund vor der grausamen Hinrichtung zu retten.

MEINE MEINUNG

Eines gleich vorweg, dieses Buch ist der 4. Teil der Henkerstochter-Reihe. Allerdings kann man auch, ohne die anderen drei Bücher gelesen zu haben, der Geschichte ohne Probleme folgen.  Ich für meinen Teil habe aber natürlich schon alle Teile gelesen. :) Und als großer Fan von Oliver Pötzsch habe ich mich natürlich auch riesig gefreut, dieses Buch lesen zu dürfen. 

Das Buch an sich ist ein absoluter Augenschmaus und passt perfekt ins Historische Genre. Die Rückseite und der Buchrücken sind aus Leinenstoff und auch die die restliche Gestaltung ist sehr ansprechend (siehe Bilder).

Jetzt aber zum wesentlichen. Wie ich es von Pötzsch gewöhnt bin, ist auch dieses Buch wieder ein wahrer Leckerbissen des Historischen Romans. Von der ersten Seite an taucht man in eine andere Welt ab und ist einfach fasziniert und gefangen in dieser Geschichte. Es ist mir wirklich schwer gefallen dieses Buch aus der Hand zu legen, weil ich Seite für Seite immer mehr fasziniert war und wissen wollte, wie es weitergeht. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar geschrieben.

Der Autor schreibt so detailliert, dass man sich die einzelnen Schauplätze und auch die Handlung sehr gut vorstellen kann. Er wirft beim Leser förmlich das Kopfkino an. Zusätzlich schreibt er sehr spannend. So war es für mich lange nicht klar, wer hinter dem Hexer steckt. Geschickt streut er nämlich falsche Fährten und lockt den Leser auf ganz andere Spuren. Mit dieser Auflösung hätte ich so nicht gerechnet. Zwischen den ganzen Ermittlungen kommt auch die medizinische Seite nicht zu kurz. Der Medicus muss beispielsweise eine mysteriöse Krankheit bekämpfen die hunderte Pilger befällt und dessen Ursprung lange unentdeckt bleibt. Auch das Ende ist sehr emotional, aber darauf werde ich nicht nähe eingehen, da ich sonst spoilern müsste und am Ende noch zu viel verrate.

Die Charaktere sind allesamt sympathisch und liebenswert. Und soweit man für einen Henker Sympathie empfinden kann, empfinde ich sogar diesen als einen Menschen mit dem Herz am rechten Fleck. Was in Anbetracht seinen Berufs komisch klingt, aber man merkt oft das sein Beruf ihm zu schaffen macht und eine Hinrichtung nicht spurlos an ihm vorbei geht (was sich jetzt aber eher auf andere Teile der Reihe bezieht). Als Bayerin freut es mich natürlich auch, dass das Buch in Bayern spielt und ein wenig von der bayerischen Mundart drin vorkommt. Das stört den Lesegenuss für alle Nicht-Bayern aber auf keinen Fall.

Zum besseren Verständnis und auch, weil sich die Charaktere im Lauf der Zeit natürlich weiterentwickeln, empfehle ich mit dem ersten Band der Reihe zu beginnen. Möchte man aber nicht so lange warten, kann man auch dieses Buch ohne Probleme lesen.

FAZIT 

Ein sehr gut recherchiert und geschriebenes Buch. Nach der Geschichte hat man direkt Lust nach Andechs zu fahren und die Umgebung zu erkunden. Für alle Fans von Historischen Romanen ein MUSS. Und alle die sich mit historischen Romanen einmal näher befassen wollen, sei diese Reihe ans Herz gelegt. 


5/5 Punkte
 
Teil 1-3 der Henkerstochter-Reihe



1 Kommentar:

  1. Na, in einem historichen Buch muss doch auch die Mundart drin vorkommen - finde ich jedenfalls. Ich sollte mir die Reihe wirklich vormerken, quasi als Einstieg in das Genre ;-)

    Schöne Rezension, die gefällt sogar mir ohne das ich Ahnung von diesen Büchern habe :-)

    Liebe Grüße
    Marleen

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