Rezension: "Jeden Tag, jede Stunde" von Natasa Dragnic

03 Juni 2012 | 0 Kommentare

DATEN

Jeden Tag, jede Stunde von Natasa Dragnic - DVA Verlag - 278 Seiten - ISBN 978-3-421-04516-4 - Taschenbuch - 9,99 Euro - Hier kaufen

INHALT

Luka und Dora sind zwei die schon seit dem Kindergarten vereint sind. Die beiden gehören zusammen, das sieht jeder und das weiß jeder. Sie verbringen wunderschöne Sommertage in einem kleinen kroatischen Fischerdorf miteinander. Doch dann zieht Doras Familie eines Tages nach Frankreich und Luka bleibt allein zurück. Sechzehn Jahre später treffen sie sich als Mittzwanziger zufällig in Paris wieder und die alte Vertrautheit ist sofort zurück und sofort ist klar, dass beide zusammen gehören. Drei glückliche und verliebte Monate folgen, aus denen ein gemeinsames Leben werden soll. Jetzt endlich, als sie wieder vereint sind. Nur ganz kurz will Luka zurück nach Kroatien um Familienangelegenheiten zu regeln und ein paar Dinge in Ordnung zu bringen, während Dora sehnsüchtig auf seinen Anruf wartet. Doch sie wartet vergeblich...

MEINE MEINUNG

Wer hier eine total kitschige Liebesgeschichte erwartet ist auf jeden Fall an der falschen Adresse. Dieses Buch ist die Liebesgeschichte von zwei Menschen, die eigentlich "Jeden Tag, jede Stunde" zueinander gehören, es aber immer wieder verpassen die richtige Entscheidung zu treffen.

Luka und Dora sehen sich das erste Mal im Kindergarten und sofort gibt es da eine Anziehung zwischen beiden, die sich keiner erklären kann. Ob das im Kindergarten wirklich so passiert, sei dahingestellt. Es passt allerdings gut zu der Geschichte der beiden. Ab diesem Zeitpunkt, sind die beiden unzertrennlich und verbringen mehrere glückliche Sommer zusammen in Kroatien. Bis eines Tages Doras Familie ganz überstürzt nach Frankreich aufbricht und ein gebrochener, trauriger Luka zurück bleibt. Luka ist Künstler und malt leidenschaftlich gerne. Die Kunst bringt in dann sechzehn Jahre später zu einer Ausstellung nach Paris, auf der er Dora wieder trifft. Die alte Vertrautheit ist sofort wieder da und es ist, als wären sie nie getrennt gewesen. Luka bleibt für drei Monate bei Dora, sie schwelgen im Glück, sind verliebt und planen die gemeinsame Zukunft. Eigentlich nur kurz kehrt Luka nach Kroatien zurück und kommt nie wieder. Nicht, weil er Dora nicht lieben würde, sondern weil seine Exfreundin Klara ein Kind von ihm erwartet. Er ist verzweifelt, weil er sich doch so sehr nach Dora sehnt. Der einzigen Frau, die er je wirklich geliebt hat. Gleichzeitig will er vernünftig sein und dem ungeborenen Kind eine intakte Familie schenken. So entscheidet er sich, bei Klara zu bleiben und Dora zu vergessen, auch wenn er das so nie kann. Als Dora ihm schließlich nach Kroatien nachreist um ihn zu suchen, kommen die alten Gefühle sofort wieder hoch. Die beiden beginnen dort, wo sie in Frankreich aufgehört haben. Jeder sieht, das beide zueinander gehören. Doch Luka schafft es nicht, sich von Klara zu trennen.

So verfolgt man als Leser eine tragische Liebesgeschichte, bei der sehr klar ist das Dora und Luka füreinander bestimmt sind, ihrem Glück aber ständig davon laufen. Sehr gerne würde man als Leser in die Handlung springen und beide auf den rechten Weg weisen. 

Eine sehr schön geschriebene Geschichte, voller Poesie und voller schöner Zitate. Der Schreibstil der Autorin mag anfangs vielleicht gewöhnungsbedürftig sein, abgehackt und kurz. Aber nach kurzer Eingewöhnung merkt man schnell, dass diese Art zu schreiben zum Buch passt und die Handlung durch die teilweise kurzen Sätze noch schneller voran getrieben wird. Wunderschön auch die Zitate von Pablo Neruda ("Zwei Liebende im Glück kennen weder Ende noch Tod,/ solange sie leben, werden sie vielfach geboren und sterben, / in ihnen wirkt Natur in ihrer Ewigkeit. S.216) die von der Autorin an den richtigen Stellen eingefügt wurden.

FAZIT

Natasa Dragnic ist mit "Jeden Tag, jede Stunde" ein faszinierendes, sehr gefühlvolles Buch gelungen, dass man in einem Rutsch durchlesen kann und von dessen Sprache und Inhalt man begeistert sein wird. Für Leser der Gegenwartsliteratur ein Muss. 


5/5 Punkte

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