Rezension: "Rotes Gold" von Tom Hillenbrand

23 Juni 2012 | 0 Kommentare

DATEN


Rotes Gold von Tom Hillenbrand - KiWi Verlag - 346 Seiten - ISBN 978-3462044126 - Taschenbuch - 8,99 Euro - Hier kaufen

INHALT 

Seit der Luxemburger Koch Xavier Kieffer mit der berühmtesten Gastrokritikerin Frankreichs liiert ist, wird er zu den exklusivsten Events geladen. Doch das edle Dinner beim Pariser Bürgermeister endet bereits nach der Vorspeise katastrophal. Mifune, der berühmteste und beste Sushi-Koch Europas, bricht plötzlich zusammen und stirbt kurze Zeit später im Krankenhaus. Die Polizei geht von einer Fischvergiftung aus und ermittelt nicht weiter. Doch Kieffer ist skeptisch und stellt Nachforschungen an. Schnell deckt er die ersten Wiedersprüche auf und ermittelt in einem kriminellen Umfeld. Bald muss er erkennen, dass es Fische gibt, die teurer als Gold sind und wertvoller als ein Menschenleben.


MEINE MEINUNG 

Ich habe den Vorgänger "Teufelsfrucht" von Tom Hillenbrand nicht gelesen, was mich aber an der Lektüre dieses Buchs nicht weiter gestört hat. Man kann dem Buch problemlos folgen, auch ohne das andere zu kennen.

Bei Xavier Kieffer handelt es sich nicht um einen Kommissar von Berufswegen, sondern eher um einen Hobbydetektiv, der neben seinem Restaurant in Luxemburg Verbrechern auf die Spur kommt. Als Kieffer in Sachen Mifune zu ermitteln beginnt, stellt sich schnell heraus das hinter dem Mord ein großes Geschäft im Thunfischhandel steckt. Was der Leser ganz nebenbei erfährt ist eine schockierende Tatsache. Sollte auch nur ein kleiner Teil dessen stimmen, was Hillenbrand hier berichtet, sollte man als Konsument beim Einkauf in Zukunft noch mehr darauf achten, woher der Thunfisch kommt der im Einkaufswagen landet.

Nichts desto trotz bin ich mit diesem Buch nicht wirklich warm geworden. Die Verwendung von Worten wie "Bouneschlupp" oder "Huesenziwwi" mögen zwar zur Geschichte passen, haben meinen Lesefluss aber teilweise gestört. Das Buch ist somit nicht ganz flüssig zu lesen, der Schreibstil des Autors ansonsten aber angenehm zu lesen. Ich hätte mir auch gewünscht das manche Charaktere noch besser ausgearbeitet werden. Manche bleiben die ganze Handlung über sehr undurchsichtig und erscheinen sehr platt. Vielleicht wurde das aber auch schon im ersten Band erledigt, was mir als Information in diesem Buch natürlich fehlt?!

Was der Autor auf jeden Fall geschafft hat, ist es die Landschaft und Umgebung detailreich und anregend zu beschreiben. Obwohl ich an den einzelnen Orten teilweise noch nicht war, kann ich mir dank seiner Schilderungen gut vorstellen, wie es aussehen mag.

Hier handelt es sich auf jeden Fall um einen leichten Krimi, da während des Lesens keine überwältigende Spannung aufkommt. Dennoch will der Leser erfahren, wie Mifune ums Leben kam und wie das ganze mit dem Thunfischhandel zusammen hängt. Der Ausgang der Geschichte war lange Zeit nicht vorhersehbar und wurde vom Autor gut umgesetzt. Kieffer sollte in Zukunft aber eindeutig weniger rauchen, wenn er noch länger am Leben bleiben will. ;) Auf jeder zweiten bis dritten Seite zieht er eine Zigarette aus der Tasche und das ist nicht gerade wenig.

FAZIT 

Ein unterhaltsamer Krimi mit einem ernsten Thema, der sehr gut recherchiert ist. Interessant und teilweise auch humorvoll zu lesen. Leider blieb die Spannung aber ein wenig auf der Strecke und der Autor verliert sich stellenweise etwas im Detail.

3/5 Punkte

Mein herzlicher Dank gilt Blogg dein Buch und dem KiWi-Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

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