Rezension: "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" von Jonas Jonasson

30 August 2012 | 6 Kommentare

DATEN

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand von Jonas Jonasson - carl's books - 413 Seiten - ISBN: 978-3570585016 - Broschiert - 14,99 Euro - Hier kaufen

INHALT

Allan Karlsson hat allen Grund zum Feiern, wird er doch 100 Jahre alt. Nur sitzt er im Altersheim fest, obwohl er noch alle Sinne beisammen hat und sein Körper sich weigert zu sterben. Alle wichtigen Personen der Stadt haben sich angekündigt um dem Geburtstagskind zu gratulieren. Doch die haben die Rechnung ohne Allan gemacht. Der klettert nämlich kurzerhand aus dem Fenster und verschwindet. Am Busbahnhof angekommen, soll er kurz auf den Koffer eines jungen Mannes aufpassen. Doch als der Bus da ist, beschließt er den Koffer einfach mitzunehmen und steigt ein. Da ahnt er auch noch nicht, das im Koffer nicht die Kleidung zum Wechseln ist, sondern 50 Millionen Kronen. Allan wird zur Sensation und wird nicht nur von der Polizei und der Presse verfolgt, sondern auch von der schwedischen Mafia. Doch er denkt gar nicht daran die Millionen zurück zu geben und sich wieder ins Altersheim zu begeben. So beginnt eine Reise, auf der Allan gleichgesinnte Freunde findet und das ein oder andere Abendteuer erlebt. 

MEINE MEINUNG

Eigentlich denke ich immer wieder, dass reihenweise positive Kritiken und der erste Platz der Bestsellerliste auf ein gutes Buch schließen lassen kann und man mit dem Kauf eines solchen nie enttäuscht wird. Doch wieder einmal hat sich gezeigt, dass die Meinung der breiten Masse nicht unbedingt auch meine ist. Was mir mit diesem Buch geboten wurde, kann ich kaum in Worte fassen und das ist leider negativ gemeint.

Zu Beginn an, hat das Buch noch die ein oder anderen amüsanten und unterhaltsamen Passagen, die den Leser durchaus schmunzeln lassen und ein nettes Lesevergnügen versprechen. Umso weiter man allerdings dieses Buch liest, umso langweiliger und schlimmer wird es. Der Autor versucht hier krampfhaft komisch und lustig zu sein, was ihm meines Erachtens überhaupt nicht gelungen ist. Dabei bedient er sich dann solcher Worte wie "scheißen" in der Hoffnung den Leser zum Lachen zu bringen. Zum Schluss konnte ich aber einfach nur noch den Kopf schütteln und habe mich ernsthaft gefragt, weshalb so viele Leser so begeistert von diesem Buch sind. Eine Absurdität führt zur nächsten und die Seiten ziehen sich nur so mit unwichtigen, langweiligen und keinesfalls relevanten Dingen dahin. Selbst wenn man einige Seiten überblättert hätte, hätte man die Handlung (wenn man sie als solche bezeichnen kann) problemlos verstanden.

Die Geschichte ist in zwei Handlungsstränge unterteilt, die zum einen im Jahr 2005 spielen und zum anderen in Rückblenden die frühsten Jahre des Allan Karlsson zeige. Als er beispielsweise Churchill, Einstein oder Stalin getroffen hat, in der ganze Welt umhergereist ist und überall irgendwo seine Bomben gezündet hat. Dazwischen dann reihenweise langweilige Gespräche und Erzählungen die einen wirklich ermüden. Zudem ergeben beide Handlungsstränge zusammen überhaupt keinen Sinn, es ist also eher als würde man zwei Geschichten in einem Buch lesen. Die Figuren sind platt, selbst Allan hat mich nicht wirklich überzeugt. Insgesamt sehr enttäuschend, wenn man hier eine andere, unterhaltsame, lustige Geschichte erwartet hat. 

FAZIT

Ein Buch mit einem interessanten Plot das keinesfalls halten kann, was es verspricht. Amüsant sind nur die ersten Seiten, weswegen es von mir 2 Punkte gab. Umso weiter man mit dem lesen jedoch fortschreitet umso schlimmer wird es. Wer gut unterhalten werden will, der sollte zu einem anderen Buch greifen.

2/5 Punkte

Kommentare:

  1. Ich fand es schrecklich und hab mich dann durchgequält ohne Ende. Die Geschichte der Gegenwart fand ich schon spannend und amüsant .. Mit dem Rest konnte ich mich nicht wirklich anfreunden.

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    1. Amüsant fand ich es anfangs auch, aber dann wurde es irgendwie immer langweiliger. :)

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  2. Schade, dass es dir nicht gefallen hat. Ich fand das Buch einfach klasse, aber Geschmäcker sind ja nun mal verschieden und "Der Hundertjährige..." hat auch wirklich eine sehr eigene Art von Humor, der für mich hauptsächlich von der detailreichen Absurdität der Handlung lebt, die man wahrscheinlich mögen muss oder eben nicht.

    Was ich ein bisschen anders sehe, ist die Sache mit den Handlungssträngen. Sie erzählen Vergangenheit und Gegenwart parallel zueinander, insofern verstehe ich nicht ganz, welchen "Sinn" sie zusammen ergeben sollten. Es sind absolut zwei Geschichten, die durch das letzte Kapitel dann miteinander verknüpft werden.

    Hoffentlich hast du an deinem nächsten Buch mehr Freude.

    Liebe Grüße

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    1. Danke für deine Nachricht. Glücklicherweise kann ja nicht allen Menschen alles gleich gut gefallen. Kann auch gut nachvollziehen, dass dieses Buch gut gefällt, nicht umsonst hat es so viele positive Resonanz. Leider hat es mir nicht zugesagt, aber das nächste Buch wird bestimmt wieder besser. :)

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  3. Endlich mal eine, die von dem Buch ebenso enttäuscht war. Und ich hab's gleich drei Mal geschenkt bekommen (von Leuten, die es alle nicht gelesen hatten), irre.

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    1. Oh Gott du Arme :D
      Ich weiß auch nicht warum dieses Buch so ein Renner ist. Gut, der Anfang war schon noch recht lustig, aber besonders die Erzählungen aus der Vergangenheit waren nur noch eine Reihe von langweiligen Erzählungen.
      Gut, das ich nicht die einzige mit dieser Meinung bin. :)

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