Rezension: "Alles muss versteckt sein" von Wiebke Lorenz

07 November 2012 | 11 Kommentare
DATEN
Alles muss versteckt sein von Wiebke Lorenz - Karl Blessing Verlag - 352 Seiten - ISBN 978-3896674692 - Broschiert - 15,95 Euro - Hier kaufen 

INHALT
Nach einem schweren, persönlichen Schicksalsschlag erkrankt Marie an aggressiven Zwangsgedanken. Sie betrachtet sich selbst als Gefahr für andere, hat sie doch ständig Mordphantasien. Ihre größte Angst ist, dass sie ihre Gedanken in die Tat umsetzt und einen anderen Menschen verletzt oder gar tötet. Als Marie eines Tages neben ihrem toten Freund erwacht, der mit einem Messer grauenvoll niedergemetzelt wurde, fühlt sich Marie bestätigt. Ihre schlimmste Angst hat sich bewahrheitet und sie wurde tatsächlich zur Mörderin. Am Ende des Prozesses wird sie für Schuldunfähig erklärt und zum Maßregelverzug in die forensische Psychiatrie eingeliefert. Dort sucht sie verzweifelt nach Erinnerungen, denn für Marie sind die Geschehnisse wie ausgelöscht. Ihr behandelnder Arzt Dr. Falkenhagen scheint der Einzige zu sein, der sie versteht. Doch bald schon wächst in Marie der Verdacht, dass in Wirklichkeit vieles anders war, als sie die ganze Zeit vermutet hat.

MEINE MEINUNG
Ein spannendes Buch, das mich allein vom Klappentext sofort angesprochen hat. Psychische Erkrankungen sind allgemein ein spannendes Thema und neben der Geschichte war es interessant zu erfahren, welche Formen von Zwangsgedanken es mitunter wirklich gibt. 

Das Buch beginnt mit Marie, die vom Alltag in der Psychiatrie berichtet, in der sie bereits ist. Nach und nach erfährt der Leser, wie es zu den Zwangsgedanken bis schließlich zum Mord kam. Zu Beginn resigniert Marie und nimmt Therapiemöglichkeiten nicht an. Sie quälen ständig Selbstzweifel und sie kann kaum glauben, dass sie den Menschen, den sie so sehr geliebt hat, wirklich getötet hat. Nach einiger Zeit kann sie sich, dank ihres Exmanns Christopher, doch ihrem Therapeuten gegenüber öffnen und berichtet nun fortan Dr. Falkenhagen die Geschichte von Beginn an. Wie entstanden die Zwangsgedanken und wie war das Verhältnis zu Patrick und seinen Geschwistern? Ziemlich schnell keimt der Verdacht auf, dass alles anders ist, als bisher vermutet. Der Leser ist gefangen in diesen Erzählungen, will man doch ständig wissen wie es weitergeht und was als nächstes passiert.

Wiebke Lorenz hat hier einen Thriller abgeliefert, den ich als einen der besten bezeichne, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Mit ihrem flüssigen und gut lesbaren Schreibstil, der mich von Anfang an gefesselt hat und das Buch zu einem besonderen Lesevergnügen macht, hat mich die Autorin begeistert. Schon nach kurzer Zeit empfindet man sehr viel Mitgefühl für Marie, die vom Schicksal hart bestraft wurde. Sie wurde sehr sympathisch dargestellt und man kann nicht wirklich glauben, dass sie eine Mörderin sein soll.

Der Spannungsbogen wird fast konstant aufrechterhalten. Wenn man meint, man hat das Rätsel um den Fall gelöst, dann sollte man sich nicht zu früh freuen. Das Ende ist völlig unvorhersehbar und äußerst überraschend und hat mich regelrecht begeistert. Auch wenn im Buch viel zu psychischen Erkrankungen zu lesen ist, wurde es keine Minute langweilig und kein Wort war zu viel.

FAZIT
Wiebke Lorenz, die mit ihrer Schwester unter dem Pseudonym Anne Hertz ziemlich erfolgreich Frauenromane veröffentlicht, hat sich hier im Alleingang an einen äußerst spannenden und fesselnden Thriller gewagt, mit dem sie mich auf ganzer Linie überzeugen konnte. Ein Buch, das ich mit bestem Gewissen weiterempfehlen kann.

5/5 Punkte

© Cover: Karl Blessing

Kommentare:

  1. Hallo Petzi,

    aufgrund deines Fazit freue ich mich schon auf diesen Thriller, der bereits auf meinem SuB wartet. :)

    LG
    Sabine

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  2. Hallo ,

    interessante Geschichte, nur wieso müssen Bücher mittlerweile so teuer sein?

    LG..starone

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  3. Wäre auch ein Buch für mich, wobei ich das Cover nicht ganz so toll finde, auch wenn es sehr passend ist. Aber etwas viel Blut für meinen Geschmack. Der Preis ist schon hoch, ich denke, der Verlag ist recht klein, von daher...

    LG,
    Heidi, die Cappuccino-Mama

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    1. Hallo Heidi,
      der Verlag ist gar nicht so klein, gehört zur Randomhouse-Gruppe. Die Preise find ich aber trotzdem happig. Früher war's wenigstens ein Taschenbuch oder eben Hardcover, jetzt muss es immer broschiert sein. Find ich persönlich echt Geldmacherei.
      Grüße, Petzi

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    2. Ja, zur Randomhouse-Gruppe gehören sehr viele, aber manche dieser Verlage haben ein eher überschaubares Angebot und relativ hohe Preise. Ich greif auch gerne mal auf Weltbild-Ausgaben zurück, wenn mir ein Buch zu teuer ist. Also dieses Buch wäre mir auch zu teuer.

      LG,
      Heidi, die Cappuccino-Mama

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  4. Das Buch liegt schon ganz oben auf meiner WL und wird gleich bei der nächsten Bücherbestellung gleich mitbestellt. Bin schon sehr gespannt drauf.
    LG Isabel

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  5. Jetzt kann ich getrost den Roman auf meiner Wunschliste lassen :)

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  6. Hallo Petzi,

    danke erst einmal für die Info zu diesem Verlag, dass er zum Randomhouse-Gruppe gehört habe ich auch noch nicht gewusst, aber gut zu Wissen.

    Sorry, aber für meinen Geschmack ist das einfach auch zu viel Geld!!

    LG..starone...

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  7. Ich fand das Buch einfach nur super!!! Tolle Spannung bis zum Schluss!
    Liebe Grüße
    Martina

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  8. Das Buch habe ich auch noch liegen, sehr schöne Rezension.

    Werde deinem Blog mal folgen. ;)

    Jessi
    http://jessireneleseratten.blogspot.de/

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  9. Huhu, ich hoffe, du hast nichts dagegen, dass ich deine Rezension auf meinem Blog verlinkt habe. Du kannst es dir HIER anschauen.

    Alles Liebe, Nelly

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