Rezension: "Einfach so" von Kerstin Michelsen

13 November 2012 | 3 Kommentare

DATEN

Einfach so von Kerstin Michelsen - Selbstverlag -  162 Seiten - ASIN B009OMUU1E - E-Book - 2,37 Euro - Hier kaufen

INHALT

Zwischen der Normalität und einer Katastrophe liegt oft nur ein Wimpernschlag. Die zehnjährige Melli muss das an ihrem eigenen Leib erfahren. Als ihre zwei Jahre ältere Schwester Annika auf einem Ferienausflug mit Freunden unterwegs ist, geschieht das Unfassbare. Sie verunglückt tödlich, weil ein Autofahrer mit überhöhter Geschwindigkeit in die Menschenmenge rast. Von einem Tag auf den anderen ist das Leben von Melli und ihrer Familie ein anderes. Sie erlebt den Abschied von ihrer geliebten Schwester, das Verhalten von den Mitmenschen, die Hilflosigkeit und die mühsame Rückkehr in den Alltag.  Um ihre Mutter nicht weiter zu belasten, verbirgt sie ihre Trauer um die Schwester hinter einer Fassade. Aber als zwei Jahre später auch noch der geliebte Großvater stirbt, bricht Melli zusammen und muss sich dem Verlust und der Trauer nun endgültig stellen.

MEINE MEINUNG

Verlust, Tod und Trauer sind ein schwieriges Thema, wollen die meisten Menschen dieses immer ganz gerne aus dem Leben ausklammern und nicht weiter darüber nachdenken. Melli ist zehn Jahre alt und hat ganz andere Dinge im Kopf, als die unfassbare Tragödie geschieht und die zwölfjährige Schwester bei einem tragischen Unfall stirbt. 

Die Autorin erzählt nun aus der Sicht von Melli die Geschichte und Geschehnisse. Wie Melli den Tag der Todesnachricht erlebt hat, wie das Leben danach weiterging und wie es ihr die Jahre nach dem tragischen Unfall ergeht. Sie erzählt aber auch, wie ihre anderen Familienmitglieder damit klargekommen sind und wie es beispielsweise der Mutter erging. Kerstin Michelsen zeichnet hier ein einfühlsames Bild und hat besonders Mellis Mutter, die ihr ihre geliebte Tochter verliert, sehr authentisch dargestellt. Wie schwer es wirklich ist, sein eigenes Kind zu begraben, kann man wohl nur nachfühlen, wenn man es selbst erlebt hat. 

Als die Familie sich allmählich vom schweren Schicksalsschlag erholt hat und so etwas wie Normalität in den Familienalltag einkehrt, erleidet der geliebte Großvater einen Schlaganfall und stirbt schließlich im Krankenhaus. Diesen Schock kann Melli jedoch nicht verarbeiten und resigniert nun vollkommen. Nur mit Hilfe ihrer Psychologin Frau Carius kann sie aus der Spirale von Trauer und Verzweiflung entkommen und lernt nun anders damit umzugehen.

Die neu überarbeitete E-Book-Fassung enthält nun keine Rechtschreibfehler mehr und ist gut lesbar. Während der Erzählung springt die Autorin jedoch auch gerne einmal kurzzeitig von der Vergangenheit in die Gegenwart oder andersherum, was den Lesefluss teilweise stört bzw. mitunter ziemlich verwirrend war. War Melli gerade noch zehn ist sie plötzlich bedeutend älter. Auch an der Satzkonstruktion könnte noch gefeilt werden, was aber bestimmt nicht jeden stören wird.

Zusammenfassend zeigt dieses Buch, dass der Tod zum Leben dazu gehört und das Leben auch nach so einer schweren Tragödie weitergeht. Die einfühlsame und stille Erzählweise von Kerstin Michelsen haben dieses Buch zu einem besonderen Leservergnügen gemacht.

FAZIT

Ein gefühlvolles E-Book über den Tod, das Leben und die Kunst nach einem schweren Schicksalsschlag das Leben weiter zu meistern. Eine geordnetere Satzkonstruktion und weniger Wechsel zwischen den Zeiten hätten dem Buch sicherlich gut getan. Dennoch hat mir dieses Buch gefallen und deswegen vergebe ich hier 3 Punkte mit Tendenz nach oben.

3/5 Punkte

Herzlichen Dank an Kerstin Michelsen für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. 

© Cover: Autorin

Kommentare:

  1. Antwort auf deinen Kommi zur Challenge:

    Hi Petzi :)
    Du kannst es dir ja jederzeit überlegen. Es gibt hier keinen Start und kein Ende, das kann man fast nicht machen weil immer wieder Folgebände unterschiedlich erscheinen.
    Aber sag mir auf jeden Fall bescheid, wenn du doch mitmachen willst, ja? :)
    Ich bin gespannt welche Reihen bei dir so auf dem SuB liegen!

    Alles Liebe

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    1. Petzi, ich glaube du hast mehr Reihen als ich :D
      Ich hab den Post für morgen gerade vorbereitet und bei mir sind es insgesamt 12.
      Darunter haben wir auch zwei gleiche, nämlich die Panem und Monika Feth :)

      Ich setze mir deshalb kein festes Ende, weil ich nicht unter Termindruck lesen will.
      Außerdem habe ich auch gesagt, dass ich gerne mal zwischendurch wieder einen Einzelband lesen möchte. Ich quäle mich nicht durch die Reihen, nur dass sie weg sind wenn ich daran im Moment dann doch keinen Spaß hätte.

      Es soll zum Anfang erst einmal darauf aufmerksam gemacht werden, wie viele Reihen man überhaupt liest und manchmal hat man vielleicht einen Band aufgeschoben, obwohl man ihn schon lange lesen wollte (Bei mir ist das die Vladmir Tod Reihe) und durch die "Kampf den Buchreihen" Challenge möchte ich einfach immer wieder daran erinnert werden, die Reihen wenn es geht auch mal zu beenden.

      Du darst dir die Punkte a-d natürlich auch individuell anpassen. Die Punkte passen für mein Bücherregal, aber bei dir kann es ja auch sein, dass du eine Reihe lesen möchtest, die du noch gar nicht zu Hause hast.

      Du darfst dir auch gerne ein Zeitlimit setzen oder pro Monat eine Reihe, zwei Reihen, ein Buch aus einer Reihe, das ist ganz dir überlassen. Der Kern ist, die Reihen müssen schrumpfen :)

      LG

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  2. Hallo Petzi,

    nein, ist jetzt nicht so mein Ding geht mir zur sehr aufs Gemüd, wenn Du verstehst wie ich das meine. O.K.

    LG..starone..

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