Rezension: "Frau Maier fischt im Trüben" von Jessica Kremser

09 November 2012 | 1 Kommentar

DATEN

Frau Maier fischt im Trüben von Jessica Kremser - Pendragon - 307 Seiten - ISBN 978-3865323408 - Taschenbuch - 12,95 Euro - Hier kaufen

INHALT

Frau Maier lebt zusammen mit ihrer Katze zurückgezogen in einem kleinen Häuschen am Chiemsee. Als sie an einem ganz gewöhnlichen Montagmorgen eine Frauenleiche am Ufer findet, ist in Frau Maiers Leben aber nichts mehr so, wie es vorher war. Als die Polizei eintrifft, ist die Leiche plötzlich weg und schnell wird Frau Maier als senile alte Dame abgestempelt. Aber nicht mit Frau Maier, denn die zeigt der Polizei jetzt wie man richtig ermittelt. Das sie auf der richtigen Spur ist, wird ihr klar als ein nächtlicher Besucher um ihr Haus schleicht und unheimliche Botschaften hinterlässt. Wer hatte einen Grund Anita Graf zu töten und warum? Frau Maier setzt ihren ganzen Spürsinn ein um diesen Fall zu lösen und zaubert dem Leser ein Lächeln auf das Gesicht.

MEINE MEINUNG

In diesem Krimi ist die Polizei völlige Nebensache, denn Frau Maier gibt hier den Ton an und das macht sie so charmant und unterhaltsam, dass man Frau Maier einfach mögen muss.

Als Frau Maier im kleinen Dörfchen Kauzing im Chiemgau einen Spaziergang macht, findet sie am Ufer des Chiemsees eine weibliche Leiche. Sie meldet den Vorfall der Polizei, doch als diese am Tatort auftaucht, fehlt von der Leiche jede Spur. Hauptkommissar Brander glaubt nicht recht an die Mordtheorie und unterstellt Frau Maier einfach Verwirrtheit. Die Graf Anita wird schon wieder zurückkommen, meint er. Doch Frau Maier weiß was sie gesehen hat und weiß auch das sie am Tatort nicht allein war. Doch wer hat sie beobachtet? Weil man sich auf die Polizei ja nicht so wirklich verlassen kann entschließt sich Frau Maier einfach kurzerhand selbst zur Ermittlerin zu werden. Das wiederum gefällt dem Mörder aber gar nicht und um die "alte Vettel" abzuschrecken, schleicht er des Nachts um ihr Haus und hinterlässt unheimliche Botschaften. Frau Maier schreckt das aber nicht wirklich und so ist sie bemüht das Geheimnis zu lüften und den Mörder zu enttarnen. Es dauert nicht lange, bis sie die erste Spur entdeckt.

Mit Frau Maier hat Jessica Kremser eine liebenswerte und sympathische alte Dame geschaffen, die man als Leser sofort ins Herz schließt. Ich hatte die ganze Zeit eine typische Omi im Kopf, die auf Mörderjagd geht und musste öfter herzlich lachen. Wie sie mit Vornamen heißt, erfährt man übrigens die ganze Zeit über nicht. Der Krimi ist einfach gestrickt und wird ausschließlich aus der Perspektive von Frau Maier erzählt. Man kann deshalb die ganze Zeit mit raten und auch wenn man das ein oder andere Mal denkt man hat die Auflösung bleibt es trotzdem spannend bis zum Schluss. 

Hier ist alles vereint, was in einen guten Krimi gehören muss. Eine interessierte und sympathische Ermittlerin, ein kniffliger Fall, viele Verdächtige und ein Mörder. Gespickt mit ausreichend Spannung ist dies das beste Rezept für gute Unterhaltung. Hinzu kommt ein flüssiger Schreibstil der Autorin mit kurzen Kapiteln die zum Weiterlesen animieren. 

FAZIT

Ich habe Frau Maier mit ihrer sympathischen und menschlichen Art sofort in mein Herz geschlossen und wurde mit diesem Krimi mit viel Lokalkolorit bestens unterhalten. Das Buch macht einfach Spaß und wenn der Fall gelöst ist, ist man fast ein wenig traurig, dass man sich von Frau Maier verabschieden muss. 

4/5 Punkte
© Cover: Pendragon

1 Kommentar:

  1. Hallo Petzi,

    ich denke mir mal, ist so eine Art Miss Mabel ins Deutsche. Schön finde ich hier den besonderen Bezug
    zur Heimat/Tatort und diesen Ja..das kenne ich doch Effekt, den man hat wenn man die Gegend kennt.

    So was kommt einfach gut!

    LG..starone..

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