Rezension: "Splitterfasernackt" von Lilly Lindner

11 November 2012 | 5 Kommentare

DATEN

Splitterfasernackt von Lilly Lindner - Droemer Knaur -  400 Seiten - ISBN 978-3426226063 - Broschiert - 16,99 Euro - Hier kaufen

INHALT

Lilly ist sechs Jahre alt, als der Nachbar sie das erste Mal vergewaltigt. Ihre Kindheit ist von diesem Moment an vorbei. Mit dreizehn beginnt sie zu hungern, damit von ihrem kaputten Körper so wenig wie möglich übrig bleibt. Doch die Vergewaltigung kann damit nicht ungeschehen gemacht werden. Als junge Frau beschließt Lilly nun, ihren Körper, der schon lange nicht mehr ihrer ist, an fremde Männer zu verkaufen. Fortan arbeitet sie in einem Edelbordell und spürt dort zum ersten Mal so etwas wie Geborgenheit und Liebe.

MEINE MEINUNG

Es ist schwierig, ja gar unmöglich dieses Buch wirklich zu bewerten. Die Schilderungen die hier beschrieben sind, hat die Autorin in dieser Form tatsächlich erlebt. Ein Buch mit Autobiographischem Charakter. Da ich unmöglich nachfühlen kann, wie es Lilly Lindner tatsächlich mit dem Erlebten geht, fällt es mir schwer eine abschließende Bewertung abzugeben.

Lilly erlebt in diesem Buch das schlimmste was einem als Kind auch nur passieren kann. In Folge der Vergewaltigungen und des körperlichen Missbrauchs rutscht sie mit dreizehn Jahren in die Magersucht. Ana und Mia werden ihre besten Freunde, manchmal isst sie tagelang nichts und wenn doch, dann bleibt es nicht wirklich lange in ihrem Körper. Sie ist kaputt und sie ist zerstört. Als junge Frau beschließt sich ihren Körper in einem Edelbordell zu verkaufen. Sie hat mit hunderten Männern Sex, doch empfindet sie dabei bei keinem einzigen auch nur irgend etwas. Am Ende bleibt die Botschaft, dass Lilly weiterleben und eine andere Zukunft einschlagen will.

Sprachlich beschreibt Lilly Lindner ihre Erlebnisse mitfühlend, manchmal auch brutal und hart, manchmal aber auch poetisch. Ihre Art zu schreiben ist ein einziges Spiel mit den Worten, die den Leser ins Herz treffen.

Dieses Buch wirkt nach und beschäftigt noch lange nach dem Lesen. Man kann diese Geschichte nicht so einfach verdrängen und denkt öfter drüber nach, was Missbrauch und Vergewaltigung einem Kind antun können und wie dadurch ein Mensch zerstört werden kann. Sicherlich kein Buch das man einfach mal zwischendurch lesen kann, sondern eines für das man Zeit braucht und mit dem man sich bewusst befassen muss.

FAZIT

Ein Buch das wirklich äußerst harter Tobak ist und ziemlich berührt. Solche Erlebnisse wünscht man selbst seinem größten Feind nicht. Eine Geschichte beruhend auf wahrer Begebenheit auf die man sich einlassen muss und die man nicht lesen sollte, wenn man nichts lesen möchte das einen wütend und zugleich auch traurig macht.

4/5 Punkte

Kommentare:

  1. hui,...mal ein Buch, das ich auch gern mal lesen würde *grübel* ...auch wenn's ein kritisches Thema is

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  2. Ne, ich glaube das ist momentan nichts für mich. Ich behalte es aber im Hinterkopf.

    LG
    Luna

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  3. Hallo,
    nein, da bin ich ehrlich sowas möchte ich wirklich nicht lesen. Ist mir einfach zu harter Tobak.

    LG..starone..

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  4. Ich habe verzweifelt Blogger gesucht, die ich taggen kann und die Wahl ist auf dich gefallen :D

    Vielleicht magst du ja mitmachen:
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  5. Ich finde TAGs auch nur für zwischendurch mal ganz nett. Als Abwechslung zu den ganzen Rezensionen ;)

    Aber im Moment wird auch wirklich viel getagged :D

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