Rezension: "Das achte Opfer" von Andreas Franz

23 Dezember 2012 | 1 Kommentar

DATEN

Das achte Opfer von Andreas Franz - Droemer Knaur - 512 Seiten - ISBN 978-3426617892 - Taschenbuch - 9,99 Euro - Hier kaufen 

INHALT

Bei der Frankfurter Kripo gehen obskure Bibelzitate und zwölf weiße Lilien ein. Zuerst denkt man an einen geschmacklosen Scherz, doch nachdem die erste Leiche gefunden wurde weiß man, dass dies die Ankündigung einer grauenvollen Mordserie war. Unaufhaltsam mordet der Täter weiter, hinterlässt an jedem Opfer seine Handschrift aber niemals einen Hinweis oder verwertbare Spuren. Die Ermordeten sind allesamt einflussreiche Persönlichkeiten der Frankfurter Gesellschaft und bei den Ermittlungen stoßen Julia Durant und ihr Team schon bald auf einen tiefen Sumpf aus Korruption, organisiertem Verbrechen und Machtmissbrauch. 

MEINE MEINUNG

Bei "Das achte Opfer" handelt es sich um den zweiten Krimi aus der Reihe um Kommissarin Julia Durant den Andreas Franz geschrieben hat. Der erste Band konnte mich bekanntlich nicht so begeistern [Rezension]. Was mir im ersten Band noch fehlt, konnte mich hier mehr überzeugen. Ein wirklich guter Krimi braucht für mich aber dennoch mehr, als mir hier geboten wird.

Die Geschichte die Andreas Franz in diesem Buch hier spinnt ist genial durchdacht und könnte wohl wirklich so in Deutschland oder in irgendeinem Teil der Welt stattfinden. Allein der Gedanke ist ziemlich unheimlich. Korrupte Menschen in allen Gesellschaftsschichten die jeden aus dem Weg räumen, der Geheimnisse verrät oder aus der Organisation aussteigen will. Andreas Franz spinnt hier eine Geschichte, in dieser der Leser bereits sehr früh den Mörder aktiv beim töten begleiten kann. Man weiß wer dahinter steckt, kennt aber noch nicht den endgültigen Namen. Stattdessen entwickelt man sogar so was wie Sympathie mit ihm, weil man verstehen kann weswegen er so handelt. Gleichzeitig müssen Julia Durant und ihr Team jedes Mal hilflos zusehen, wie wieder jemand ermordet wird. Einen Tag zuvor kündigt der Mörder sein morden per Brief an Julia Durant an. Darin sind jeweils Bibelzitate die auch immer einen Bezug zum Opfer haben. Doch trotz aller Bemühungen, kommt die Kripo dem Mörder nicht auf die Spur. Er handelt kontrolliert und hinterlässt am Tatort nie einen Hinweis auf seine Person. Stattdessen kommt Julia Durant einer Organisation auf die Spur, die bis in Polizeikreise reicht. Jetzt steht die Frage im Raum: Wem kann man noch vertrauen? Der Mörder wird am Ende gefunden, weil er sich selbst stellt und die Spur gezielt auf sich lenkt. Irgendwie passt es hier zur Handlung, irgendwie habe ich von diesem Krimi aber auch etwas anderes erwartet.

Das Team Durant / Hellmer gefällt mir in diesem Band deutlich mehr. Die Charaktere haben sich entwickelt und werden bisweilen immer sympathischer. Es macht Spaß den beiden beim ermitteln zu folgen. Dass Julia Durant aber dennoch zu viel raucht und eindeutig zu viel Bier trinkt, hat sich nicht geändert. Es ist zwar nur eine kleine Nebensächlichkeit, jedoch eine die mich dennoch stört. Auch die Art des Autoren neu aufgetreten Charaktere zu beschreiben und zu analysieren, hat mir nicht zugesagt. Teilweise stören diese Ausführungen sogar den Lesefluss und helfen nicht wirklich dabei, dem Verlauf der Geschichte besser zu folgen.

Die ganze Zeit über habe ich mir überlegt, wie ich diesen Krimi einschätzen soll und bin zu keinem Schluss gekommen. Einerseits erfüllt er für mich nicht die Kriterien die ich an einen guten Krimi habe. Er ist nicht sonderlich spannend, er ist sehr vorhersehbar und die Polizei ist die ganze Zeit mehr als hilflos und hätte den Mörder nie gefunden, wenn er es selbst nicht darauf angelegt hätte. Andererseits hat dieses Buch eine gute Geschichte und einen ernsten Hintergrund. Korruption, Menschenhandel, Drogenschmuggel, Geldwäsche und Kinderpornographie sind nur ein paar davon.

FAZIT

Ein Krimi mit wenig Spannung, aber einer gut durchdachten Handlung. Die Charaktere sind sympathisch, aber der Schreibstil des Autors manchmal gewöhnungsbedürftig, was insbesondere die Beschreibungen und Analysen der einzelnen Protagonisten betrifft. Das lesen des ersten Bandes ist nicht zwangsläufig notwendig um dieses Buch zu verstehen. Zum besseren Verständnis ist es jedoch empfehlenswert. 

3/5 Punkten

1 Kommentar:

  1. Hallo Petzi,

    nun besonders weihnachtliche Bücher liest Du zur Zeit, aber nicht oder? Grins...

    Ich wünsche Dir ein tolles Weihnachtsfest und alles Gute schon mal hier und jetzt.

    LG..starone...

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