Rezension: "Der Sarg" von Arno Strobel

29 Januar 2013 | 7 Kommentare

DATEN

Der Sarg von Arno Strobel - Fischer - 384 Seiten - ISBN 978-3596191024 - Taschenbuch - 9,99 Euro - Hier kaufen

INHALT

Die alleinstehende Geschäftsfrau Eva träumt davon lebendig in einem Sarg begraben zu werden. Morgens erwacht sie in ihrem Bett auf, hat jedoch an Händen, Armen und Beinen Blutergüsse und Kratzspuren. Kurze Zeit darauf wird tatsächlich die Leiche einer Frau gefunden, die auf genau die Art und Weise starb, wie Eva es träumt. Bei der nächsten Frau werden der Polizei sogar Hinweise zugespielt, doch bis die Ermittler sie finden, ist auch diese tot. Wer begräbt die Frauen lebendig im Sarg?

MEINE MEINUNG

Wenn ich Bücher von Arno Strobel lese, dann habe ich mittlerweile schon eine gewisse Erwartungshaltung. In seinem sehnsüchtig erwarteten vierten Werk "Der Sarg", konnte mich Strobel mit seiner Geschichte allerdings nicht überzeugen.

Die Geschichte beginnt mit einer Frau, die lebendig in einem Sarg gefangen ist. Sie bekommt Panik, ist einer Ohnmacht nahe, überzeugt zu sterben und plötzlich findet sie sich in ihrem Bett wieder. Eva, die Firmeninhaberin, hat wiederholt solche Träume. Das schockierende sind nur ihre Verletzungen an Armen und Händen, die tatsächlich von so einem Erlebnis stammen könnten. Als kurz danach eine Frau aufgefunden wurde, die qualvoll in einem Sarg sterben musste, ist Eva schockiert. 

Jetzt hätte es Arno Strobel eigentlich in der Hand gehabt eine Geschichte mit Spannung, interessanten Wendungen und Raffinesse aus dem Hut zaubern zu können. Leider blieben meine Erwartungen jedoch zurück. Wenn man "Der Sarg" mit seinen Vorgängern vergleicht, dann ist dieser Teil der eindeutig schwächste. 

Die Ängste von Eva werden gut und anschaulich geschildert, man kann sich als Leser förmlich den Albtraum vorstellen, wie es ist lebendig in einem geschlossenen Sarg zu erwachen. Ansonsten plätschert die Handlung aber nur so dahin, schafft es kaum mich als Leser wirklich mitzureißen und mich vollauf zu überzeugen. Den meisten Figuren fehlt Tiefe, das Ermittlerteam um Bernd Menkhoff, den man schon aus "Das Wesen" kennt, ist leider auch ziemlich farblos und die geführten Dialoge eher hölzern. Evas Freundin ist die ganze Handlung über fast überflüssig, der Psychiater wirkt fehl am Platz und auch den anderen Protagonisten nimmt man ihre Rollen nicht wirklich ab. 

Der Thriller ist spannend erzählt und greift ein interessantes Thema auf, aber wenn man bereits die anderen Bücher von Arno Strobel kennt, dann weiß man was dieser Autor wirklich kann. "Der Sarg" kann hier leider nicht mithalten und ist vergleichsweise ein Thriller im Mittelmaß. Ziemlich schnell bekommt man eine Vorstellung vom Täter und wünscht sich den Verdacht bestätigt. Das war mitunter ein Grund, warum ich die Geschichte dennoch interessiert gelesen habe. Dieses Buch ist nicht schlecht, aber eben auch nicht wirklich das was ich von einem Autor wie Arno Strobel erwartet hätte. 

FAZIT

Ein Psychothriller der im Mittelmaß spielt und mich weder von der Handlung, noch von den Protagonisten wirklich überzeugen konnte. Arno Strobel hat gezeigt, dass er es eigentlich besser kann. Deshalb bleibt "Der Sarg" weit hinter seinen anderen Büchern zurück.

3/5 Punkten
Rechte am Cover liegen beim Verlag

Kommentare:

  1. Hi Petzi, wie unterschiedlich doch oft die Meinungen sind... Ich fand ,der Sarg war der beste Strobel, den ich gelesen hab..Aber ich lese auch gerne andere Rezis und find es gut, dass man seine eigene Meinung vertritt, auch wenn man gegen den Strom schwimmt :-) War bei mir zuletzt beim `Winter der Welt` so. Das Buch hat mir, im Gegensatz zu den meisten Lesern, nicht gefallen..L.G. Annette

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    1. Hallo Annette,
      das ist doch das schöne, dass nicht jeder die selbe Meinung hat. Schlecht fand ich es ja auch nicht und wenn ich es eigenständig gelesen hätte, dann wahrscheinlich noch besser. Aber da ich halt den Vergleich zu den anderen Bänden hab, konnte ich nicht besser bewerten. :)
      Danke für dein Feedback.

      Liebe Grüße,
      Petzi

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  2. Hallo Petzi,

    nun als normaler Leserin, finde ich es gut und richtig , wenn ich verschiedene Meinung präsentiert bekommen.

    Und kann/werde mir dadurch besser meine eigene Meinung bilden können.

    Danke dafür.

    LG..starone...

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  3. Ich habe Das Skript von ihm zusammen mit meinem Freund gelesen und wir fanden es beider eher aufgewärmt. Hätte ständig das Gefühl die Geschichte schon zu kennen. Seitdem lass ich die Finger von Strobel.

    Lieben Gruss, Iris

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  4. Hi Petzi,
    danke für die Rezi. Ich drücke mich noch immer davor und vielleicht lasse ich es auch bleiben ;)
    Ich hätte mal eine inhaltliche Frage an dich MIT Spoiler (also wenn das Buch noch jemand lesen will, bitte den Kommi nicht weiterlesen).
    Wen hast du denn als Täter vermutet? Das wirkliche Ende wie es kam oder dachtest du auch an eine andere Person? Und konnte dich das Ende noch überraschen?

    Das Problem mit der besten Freundin haben schon mehrere angesprochen (oder ich habs einmal wo gelesen) und auch deine Überlegungen zum Psychiater kann ich nachvollziehen, aber da sieht man einfach, wie (ich möchte nicht sagen ich lese ungenau) aber wie wenig mich sowas in Büchern stört. Ich lasse mich auf die Geschichte ein und wenn der Autor meint, die Figur gehört da hin, dann ist das für mich so :D Vielleicht bin ich da auch naiv, aber es ist so.

    Hab eine schöne "Halbzeit", wie ich den Mittwoch gerne nenne :)

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  5. Allein vom Inhalt her könnte ich die Geschichte nicht lesen. Lebendig begraben zu werden ist eines meiner größten Ängste...egal, ob die Geschichte spannend ist oder nicht.

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  6. Also ich finde ganz und gar nicht, dass die Freundin als auch der Psychiater überflüssig waren, weil man doch spekulieren soll, wer das ganze wohl inszeniert hat. Und ich denke dass macht das ganze noch mal spannender. Ich fand das Buch super und bin begeistert.

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