Rezension: "Höllental" von Andreas Winkelmann

06 März 2013 | 3 Kommentare

DATEN

Höllental von Andreas Winkelmann - Goldmann - 348 Seiten - ISBN 978-3442475612 - Taschenbuch - 8,99 Euro - Hier kaufen

INHALT

Mitten im Winter, stürzt sich eine junge Frau in der Höllentalklamm in den Tod. Roman Jäger, Mitglied der Bergwacht, entdeckt sie zufällig und versucht ihren Tod noch zu verhindern. Es gelingt ihm nicht. Was ihm bleibt, ist ihr letzter Blick, ein Blick voller Angst. Was ist der jungen Frau schreckliches wiederfahren, dass sie keinen anderen Ausweg wusste, als den sicheren Tod? Mit großen Schuldgefühlen beladen, macht sich Roman Jäger auf die Suche nach den Gründen für den Selbstmord. Dabei stößt er auf Geheimnisse, die sein Leben für immer verändern werden...

MEINE MEINUNG

Andreas Winkelmann zählt für mich zu den großen Thrillerautoren Deutschlands und wenn ein neues Buch von ihm angepriesen wird, dann muss ich es immer relativ zeitnah lesen. 

Der Klappentext in diesem Buch hat mich sofort neugierig gemacht, da hier primär keine ermordete Person gefunden wird, deren Todesumstände ermittelt werden müssen, sondern eine Frau die "freiwillig" in den Tod springt. Dem aufmerksamen Leser wird aber schnell klar, dass der vermeintliche Freitod einen ernsten Zusammenhang hat. Weil Roman Jäger vom letzten Blick von Laura Waider bis in seine Träume verfolgt wird, stellt er auf eigene Faust Nachforschungen an um hinter die Gründe für ihren Tod zu kommen. Dabei trifft er auch auf ihre Freunde, die alle ein Geheimnis zu verbergen haben. Was ist damals passiert, als sich das Leben von Laura Waider für immer geändert hat und die Freundschaft der Clique auf eine harte Probe gestellt wurde?

Wie man es von Andreas Winkelmann erwartet, hat mich der Schreibstil von der ersten Seite an überzeugt. Er beherrscht es sofort eine bildliche Atmosphäre zu erschaffen, die den Leser gefangen hält und in die Handlung vollkommen versinken lässt. Die einzelnen Kapitel sind nie zu lang, der Lesefluss ist absolut flüssig und die Geschichte immer nachvollziehbar. 

Ein Minuspunkt war für mich jedoch die teilweise fehlende Spannung. Ich fand das Buch durchgehend nie schlecht oder gar langweilig, aber wenn ich einen Thriller lese, dann will ich jederzeit zumindest unterschwellige Spannung spüren. Besonders im ersten Abschnitt fehlte diese jedoch völlig. Erst zum Ende hin waren einige spannende Episoden vorhanden. Wer der böse Bube ist, kann man relativ schnell erahnen. Das hat mich jedoch nicht gestört, da man dennoch die absolute Gewissheit haben will und allein deswegen schon voller Spannung dabei bleibt. 

Die Protagonisten waren für die Geschichte gut gewählt. Besonders Roman Jäger hat mir gut gefallen und war mir auf Anhieb sympathisch. Die mit eingebaute Liebesgeschichte hätte man nach meinem Geschmack weglassen können, dafür dann eben etwas mehr Spannung draufpacken dürfen. Die Idee der Handlung konnte mich überzeugen, hätte aber sicherlich noch einiges mehr an Potenzial gehabt, dass der Autor nicht genutzt hat.

FAZIT

Andreas Winkelmann schreibt ohne Zweifel gute Geschichten, doch wenn man einen spannenden und gut durchdachten Thriller sucht, dann sollte man besser zu anderen Büchern von ihm greifen, als diesem hier. Die Idee hat überzeugt, die Umsetzung jedoch leider nicht ganz so sehr. Für Andreas Winkelmann-Fans aber dennoch ein Muss. 

3/5 Punkten
Danke an den Goldmann-Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

Kommentare:

  1. Ich werde das Buch auch diesen Monat lesen. Bin sehr gespannt, ob mich die fehlende Spannung auch stören wird. Auf jedenfall freue ich mich über mein erstes Buch von Andreas Winkelmann. Vielleicht kann mich das Buch ja doch überraschen ;)

    LG Jens

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  2. Hi Petzi, auch ich habe das Buch bereits ausgeliehen und wenn es hier ankommt, dann werde ich es auch bald lesen. Deine Rezi gefällt mir und es macht mich neugierig, ob ich mehr Spannung im Buch empfinde. :)
    Liebe Grüße!

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  3. Ja, gab es sogar eine Themenwoche bei der claudia!

    LG..interessanter Autor..starone...

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