Rezension: "Leiden sollst du" von Laura Wulff

14 März 2013 | 2 Kommentare
DATEN
Leiden sollst du von Laura Wulff - dotbooks - 396 Seiten - ASIN B00B2QN530 - E-Book - 7,99 Euro - Hier kaufen
INHALT
Es beginnt wie ein harmloser Spaß, der bald zur tödlichen Realität wird. Der junge Ben rutscht immer tiefer in das Psychospiel eines eiskalten Killers. Aus großer Verzweiflung vertraut er sich seiner Tante Marie Zucker an, die mit einem Hauptkommissar verheiratet ist. Marie willigt natürlich sofort ein ihm zu helfen und muss später feststellen, dass dieser Fall erschreckender und größer ist, als sie gedacht hat. Dann wird am Rheinufer auch noch die Leiche eines jungen Mädchens gefunden, dass mit Ben befreundet war. Es beginnt eine brutale Verbrechensserie, die niemand stoppen kann und die Polizei hat keine Spur. So müssen Marie und Daniel Zucker, der nach einem schweren Unfall im Rollstuhl sitzt und erst mal beurlaubt ist, eben selbst ermitteln. 
MEINE MEINUNG
"Willkommen in meinem Spiel. Der Einsatz ist deine Familie." Ein erschreckender Satz, mit dem Ben gleich zu Beginn der Handlung konfrontiert wird, der aber auch gleich von Anfang an klar stellt, dass die Spannung in diesem Buch nicht zu kurz kommt.

Geocaching in einem Thriller zu verwenden ist ja bekanntlich keine neue Idee. Die Umsetzung dieses Buches hat mich jedoch vollkommen überzeugt und begeistert, sowie erstaunt zurück gelassen. Geschickt werden Fährten gelegt und Anspielungen geäußert, die Neugierig machen, aber doch nichts verraten.

Mit Daniel und Marie Zucker hat Wulff zwei außerordentlich spannende Protagonisten erschaffen, die mich komplett überzeugen konnten. Daniel, der in seinem Beruf als Hauptkommissar vollkommen aufgeht und nach einem schweren Sportunfall plötzlich für immer an den Rollstuhl gefesselt ist. Als Hauptkommissar natürlich nicht mehr geeignet, sagt die Polizei. Daniels Resignation die ihn nach seiner Lähmung trifft wird von der Autorin absolut glaubhaft und sehr nachvollziehbar erzählt. Ebenso seine Frau Marie, die ihren Mann immer noch so liebt wie früher und ihn eben nicht aufgibt, sondern ihn wieder motiviert an seine Ziele zu glauben.

Als Maries Neffe Ben nun ernsthaft Schwierigkeiten zu haben scheint und seine Freundin auch noch tot am Rheinufer gefunden wird, erwacht der alte Instinkt in Daniel Zucker. Alles was er will, ist den Mörder zu finden. Dank seiner guten Kontakte ins Präsidium kann er auch einiges in Erfahrung bringen und ermittelt nun sozusagen undercover zusammen mit Marie.

Die Handlung gliedert Wulff von Beginn an sehr spannend und temporeich. Lange bleibt man als Leser im Dunkeln, hat nicht einmal den Hauch einer Ahnung. Daniel stellt sich immer wieder entscheidende Fragen, die damit auch den Leser zum Nachdenken anregen. 

Die Charaktere sind durchweg sympathisch, wobei mir natürlich besonders Daniel Zucker, seine Frau und dessen Neffe Ben ans Herz gewachsen sind. Gerne würde ich bald wieder etwas von den Zuckers lesen. Die unkonventionelle Ermittlungsmethode und die Tatsache, dass Daniel Zucker im Rollstuhl sitzt und damit nicht der typische Polizist ist, machen dieses Buch zusätzlich zu etwas besonderem.

Das Ende hat mich überzeugt, war schlüssig und gut nachvollziehbar. Es wirkte nichts konstruiert oder gar gestellt.
FAZIT
In "Leiden sollst du" sind alle Elemente eines guten Thrillers vereint. Eine spannende und schlüssige Geschichte, interessante Protagonisten, ein spannender Schreibstil und ein gut durchdachtes Ende. Dieses Buch kann ich Thrillerlesern deshalb guten Gewissens ans Herz legen und freue mich jetzt schon auf weitere Teile von Daniel und Marie Zucker.

5/5 Punkte

Herzlichen Dank an Blogg dein Buch und dotbooks für das zur Verfügung gestellte E-Book.

Dieses Buch ist ebenfalls in der Printversion im Mira Verlag erhältlich und kostet dort 8,99 Euro.

Laura Wulff ist das Pseudonym der deutschen Autorin Sandra Henke, die schon erfolgreich in anderen Genres veröffentlicht hat und in der Nähe von Köln lebt und als Autorin und Dozentin arbeitet. Obwohl sie das Gelübde "Bis dass der Tod euch scheidet" ernst nimmt, hofft sie, dass ihr Name trotzdem nie in einer Ermittlungsakte der Kriminalpolizei auftauchen wird. Sie trinkt gerne ein Glas blutroten Wein, findet, dass Neid die Seele vergiftet, und könnte nicht für Schuhe morden, sondern für ein gutes Buch.

Kommentare:

  1. Hallo Petzi,

    dieser Thriller klingt echt gut und fällt in mein Beuteschema - ab damit auf die Wunschliste. ;-)

    Liebe Grüße von
    sabine

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  2. Ich habe mir das Buch auf deine Empfehlung geladen und bin entsetzt. Nach 5 % bin ich mir nicht sicher, wie lange ich mir diesen sprachlichen Stil noch tun soll. Über Geschmack kann man streiten, jedoch nicht über Handwerk. Das Buch strotzt Seite für Seite von grammatischen Fehlern und ist in einem katastrophalen Deutsch verfasst. Hilfsverbkonstruktionen, wohin man schaut: gehabt hatte, gewesen war…., mit Füllworten gespickt (also, aber, einfach, eben, ja…) bekomme ich Leseunlust. Wenn mir drei Sätze hintereinander mit „also“ oder „einmal“ begegnen, werde ich wütend. Schlechtes Sprachniveau lässt mir die Fussnägel hochrollen: „Dann stand da auch noch eine Matheklausur an, die er voll versemmelt hatte.“, „Ausserdem konnte er sich eh nicht bewegen.“, „Um elf Uhr nachts hatte er aufgegeben und war heimgegangen, weil er am nächsten Tag zur Schule gemusst hatte.“, „Mit dem Bein holte er aus und hätte beinahe aufgebracht eine Fahrradklingel weggekickt. Im letzten Augenblick hielt er sich davon ab, um nicht entdeckt zu werden.“, „„Du bist doch schon so dünn.“ Sie blieb vor dem Bad, indem das Wasser der Dusche rauschte, stehen, als erwarte sie Unterstützung von ihrem Ehemann, aber dieser kam nicht heraus.“, „Aufgeregt wuschelte er durch seine blonden Haare, die er etwas länger trug, als es seiner Mutter passte.“, „Als hätte sie ihn verlassen und er wäre sauer darüber.“.
    So könnte ich seitenlang fortfahren. Ein gutes Jugendbuch wäre sprachlich einwandfrei, auch wenn es sich Jugendslang wie „Hey Alter, was geht!“ benutzt. Aber dies ist ein Thriller, der sich unterstem deutschen Sprachniveaus bedient und das noch grammatisch fehlerhaft. Hier wird nicht locker plaudernd geschrieben, sondern unterste Schublade.

    Von einem Buchblogger erwarte ich nicht, dass er geschmacklich mit mir übereinstimmt. Was einer spannend beschreibt, empfindet ein anderer langweilig. Aber ich erwarte, dass mir ein gutes Handwerk empfohlen wird und nicht solcher Murks. Meine Frage, wieso hast du nicht auf diese sprachliche Inkompetenz hingewiesen? Ich hoffe die Antwort zu erhalten: Mir ist das nicht aufgefallen. Ich werde nun vorsichtiger mit deinen Empfehlungen umgehen.

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