Rezension: "Seelenriss" von Hanna Winter

11 Mai 2013 | 0 Kommentare

DATEN

Seelenriss von Hanna Winter - Ullstein Verlag - 320 Seiten -  ISBN 978-3548283678 - Taschenbuch - 8,99 Euro - Hier kaufen

INHALT

Ein neuer Fall für Profilerin Lena Peters. Ein brutaler Killer treibt sein Unwesen in den Straßen von Berlins. Wie auch Lena Peters, haben alle Opfer vor ihrem Tod eine ominöse Nachricht erhalten. Weil Lena in den Fall persönlich involviert ist, bleiben ihr nur 48 Stunden um den Fall zu lösen, bevor sie selbst davon abgezogen wird. Wird sie es schaffen, den kranken Killer zu finden und die vermeintlichen Opfer auf der Todesliste zu retten?

MEINE MEINUNG

Alle Bücher von Hanna Winter habe ich bisher verschlungen, so war es deshalb unbedingt Pflicht auch den neusten Band rund um Ermittlerin Lena Peters zu lesen. "Seelenriss" schließt auch direkt an das letzte Buch von Hanna Winter an. Was hier für mich spannend begann, ist zum Ende hin aber leider stark abgeflaut.

Lena Peters und Wulf Delling, die sich im letzten Band kennengelernt haben, verstehen sich so gut, dass sie ab sofort zusammen ermitteln. In Berlin häufen sich die Selbstmorde. Als die Ermittler entdecken, dass alle Opfer zuvor eine Botschaft erhalten haben, rücken die Suizidfälle in neues Licht. Weil auch Lena Peters die gleiche Nachricht bekommen hat, bekommt sie ein Zeitfenster von 48 Stunden um den Fall zu lösen. Schafft sie es nicht, wird sie vom Fall abgezogen. Lena will den Täter um jeden Preis finden und ermittelt auch im Alleingang weiter.

Die Autorin verstrickt sich in diesem Buch in unscheinbare Dinge und verliert das wesentliche dabei aus den Augen. Es wird hier versucht eindeutig zu viele Klischees zu bedienen und den Handlung dadurch mehr Tiefgang zu verleihen. Genau das Gegenteil ist allerdings der Fall. Sämtliche Charaktere, außer vielleicht Wulf Delling und Lena selbst, erscheinen sehr blass und langweilig und konnten mich nicht begeistern. Natürlich begeht Lena Alleingänge und kommt dadurch in Gefahr, natürlich haben beide Ermittler auch privat allerlei Probleme und ja, plötzlich taucht auch noch der Exfreund auf und hat eine Rolle bei den Ermittlungen. Das allein wäre kein Manko für dieses Buch, wenn die Handlung glaubwürdig und mitreißend ist, die Charaktere spannend und das Ende überraschend. All das ist bei diesem Buch aber leider anders. Zum Ende hin hat man das Gefühl, die Autorin wollte entweder möglichst schnell fertig werden oder hatte noch so viele Ideen, die sie am liebsten alle ins Buch packen wollte, dass es am Ende etwas zu überladen wirkt. 

Die Handlung ist vorhersehbar, verliert im Lauf der Ermittlungen auch deutlich an Spannung. Die Erkrankung die Lena am Schluss plötzlich hat, wirkt irgendwie fehl am Platz bzw. einfach so zwischengeschoben und wird dann auch gar nicht mehr näher erläutert. Als Auflösung für die Morde wurde die denkbar einfachste Variante gewählt, auch hier nichts Besonderes. Es fehlt mir die Spannung, Raffinesse und der Ideenreichtum, den die Autorin normalerweise hat. "Seelenriss" ist für mich leider nur Durchschnitt. Ein Thriller der kurzweilig ganz gut unterhält, aus dem Kopf aber auch schnell wieder verschwindet. Wer also wirklich einen guten und spannenden Thriller lesen will, der sollte besser zu einem anderen Buch der Autorin greifen.

FAZIT

Was spannend und vielversprechend begann versank am Ende leider im Durchschnitt. Die Handlung ist vorhersehbar, die Charaktere wirken blass und langweilig und die Auflösung ist ziemlich unspektakulär. Wer wirklich einen spannenden Thriller lesen will, der sollte besser zu einem anderen Buch der Autorin greifen.

3/5 Punkte

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