Rezension: "Todesmelodie" von Andreas Franz & Daniel Holbe

03 Mai 2013 | 2 Kommentare

DATEN

Todesmelodie von Andreas Franz & Daniel Holbe - Droemer Knaur - 432 Seiten - ISBN 978-3426639443 - Taschenbuch - 9,99 Euro - Hier kaufen

INHALT

Nachdem Julia Durant nach langer Auszeit wieder im Dienst ist, wird kurze Zeit später bereits eine Leiche entdeckt. Eine junge Studentin, auf grausame Weise in ihrem WG-Zimmer ermordet. Am Tatort läuft "Stairway to Heaven". Julia Durant und ihr Team ermitteln fieberhaft und setzten alles daran die Schuldigen hinter Gitter zu bringen. Zwei Jahre später sind die vermeintlich Schuldigen bereits in Haft, als ein junger Mann tot aufgefunden wird. Am Tatort läuft ebenfalls "Stairway to Heaven" und der Fall erscheint plötzlich in einem ganz anderen Licht.

MEINE MEINUNG

Wer gerne Krimis liest, dem läuft über kurz oder lang der Name Andreas Franz über den Weg. Zahlreiche Bücher hat er veröffentlicht, darunter die Reihe um Kommissarin Julia Durant. Doch leider starb der Autor im Jahr 2011 völlig unerwartet und viel zu früh. Der Anfang für Todesmelodie lag vom Autor bereits vor, Daniel Holbe hat das Buch nun vervollständigt und die begonnene Geschichte weitergesponnen. Wie er dazu steht und was den Leser erwartet, kann man auch auf folgendem Video sehen, das ich auf der Frankfurter Buchmesse im letzten Jahr am Droemer Knaur Stand gedreht habe. (Das Video entstand mehr aus Spaß und ist deshalb nicht besonders professionell.)



Mein eigentliches Ziel war es, die Reihe von Beginn an zu lesen um Julia Durant als Charakter kennenzulernen und ihr Tun, Denken und Handeln zu verstehen. Drei Bücher (von insgesamt 11 Büchern von Andreas Franz) habe ich bereits gelesen. Trotz der spannenden Fälle wurde ich mit dem Schreib- und Erzählstil von Franz jedoch nie so richtig warm. Die Ermittler tranken und rauchten für mich zu viel und es gab einfach irgendeinen Punkt, der mich nicht recht überzeugen konnte. Dabei kann ich nicht einmal benennen, welcher das genau war. Kurzerhand habe ich mich entschlossen die anderen Bücher vorerst auszulassen und mit "Todesmelodie" weiterzulesen. 

Dieses Buch nun hat endlich all die Faktoren, die mir vorhin gefehlt haben. Ein spannender Krimi, mit sehr interessanter Handlung, spannend erzählt und gut geschrieben. Julia Durant raucht endlich fast gar nicht mehr. Nicht das wir uns jetzt falsch verstehen, mich hat das Rauchen an sich nie gestört. Die ständige Erwähnung (zweimal pro Seite) aber doch ziemlich. Das gehört jetzt endlich der Vergangenheit an. Wahrscheinlich werde ich aber doch die anderen Bände nachholen um zu verstehen, was in der Vergangenheit passiert ist. 

Als Julia Durant nach einem schrecklichen Erlebnis nach längerer Auszeit endlich in den Polizeidienst zurückkommt, haben die Ermittler es gleich mit der Leiche einer jungen Studentin zu tun. In einem WG-Zimmer wird die junge Frau gefunden, grausam gequält und schließlich getötet. Am Tatort läuft "Stairway to Heaven". Das KK11 ermittelt verbissen, will den oder die Täter um jeden Preis finden. Die mutmaßlichen Verdächtigen kommen in Haft. Zwei Jahre lang glaubt man die richtigen verhaftet zu haben, bis eines Tages ein junger Student ermordet aufgefunden wird und am Tatort wieder "Stairway to Heaven" läuft. Die Verknüpfung von Andreas Franz' angefangener Geschichte mit Daniel Holbes Idee ist meiner Meinung nach sehr gut gelungen. Würde man es nicht wissen, könnte man meinen ein und der selbe Autor schreiben dieses Buch. Die Idee die Geschichte um zwei Jahre nach hinten zu legen, war deshalb ein äußerst gelungener Schachzug, der der Spannung des Buches keinen Abbruch tut. 




Neu im Team (da ich die anderen Bände davor nicht kenne, weiß ich nicht ob sie zuvor schon dabei war) ist Sabine Kaufmann. Weil Berger wegen einer Bandscheibengeschichte nicht arbeiten kann, muss Julia Durant kurzfristig den Posten des Chefs übernehmen, weswegen dieses Mal Helmer mit Sabine Kaufmann ermittelt. Aber auch das habe ich keinesfalls negativ wahrgenommen. Ganz im Gegenteil wird der Geschichte dadurch noch mehr Würze verliehen. Ansonsten sind alle bekannten Gesichter des KK11 auch in diesem Band wieder vertreten und ermitteln gemeinsam gegen das Verbrechen.

Daniel Holbe hat es für mich geschafft die Ermittlerin Julia Durant als interessantere und sympathischere Frau erscheinen zu lassen und mir endlich den Spaß an den Andreas Franz Krimis geschenkt. Mit dieser Geschichte ist ihm ein spannender und mitreißender Krimi gelungen, der streckenweise zwar vorhersehbar sein mag, aber dennoch mit einer interessanten Geschichte aufwarten kann. Für Krimileser ist dieses Buch deshalb auf jeden Fall eine Empfehlung, auch für all diejenigen die nicht erst die Bücher von Andreas Franz lesen möchten, sondern gleich mit diesem hier starten.

FAZIT

Ein spannender und solider Krimi mit interessanter Rahmenhandlung. Mag er auch streckenweise vorhersehbar sein, so ist er dennoch unterhaltsam und für Krimifans ein Muss. Ich würde mich auch soweit aus dem Fenster lehnen und sagen, dass dieses Buch besser ist, als die Andreas Franz Krimis die ich bisher gelesen habe. Deshalb freue ich mich bereits jetzt auf weitere Bände.

4/5 Punkte


Kommentare:

  1. Hey, schön, dass ich Deinen Blog gefunden habe! Ich bin auch ein totaler Krimi und Thriller-Fan. Die "Todesmelodie" hab ich schon als Urlaubslektüre parat, da freu ich mich richtig drauf.
    Vielen Dank für Deine Beiträge
    Gruß Ute

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  2. So ein weiterer Krimi von Andreas Franz hast Du jetzt für uns Leser auf Lager.
    Gerne ich mir gerne als Urlaubslektüre besorgen.

    Danke für den Tipp.

    LG..starone..

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