Rezension: "Teufelshorn" von Fredrika Gers

06 November 2013 | 0 Kommentare

DATEN

Teufelshorn von Fredrika Gers - rororo - 288 Seiten - ISBN 978-3-499-26687-4 - Taschenbuch - 8,99 Euro - Hier kaufen

INHALT

Bei einer Bergtour auf dem Teufelshorn verunglückt ein wichtiges Mitglied des örtlichen Ski-Verbands tödlich. Die Teilnehmer der Wanderung sind allesamt wichtige Lokalgrößen und wollten eigentlich einen Streit beilegen. Der Verband plant nämlich sein Trainingsgebiet am Götschen zum Jenner zu wechseln. Schnell kommt der Verdacht auf, dass es sich hier nicht um einen Unfall, sondern um Mord handeln könnte. Zeit für Hauptwachtmeister Franz Holzhammer hier die Ermittlungen aufzunehmen und tiefer nachzuforschen.

MEINE MEINUNG

Auch wenn man den ersten Teil der Franz Holzhammer Reihe nicht gelesen hat, versteht man dieses Buch vollkommen problemlos.

Dafür, dass Autorin Fredrika Gers keine einheimische Berchtesgadenerin ist, hat sie gut recherchiert. Zwischen den Zeilen erkennt man die Liebe zur Wahlheimat, der gebürtigen Hamburgerin und kann verstehen, warum sie hier nicht mehr fort möchte. Der lockere und angenehm lesbare Schreibstil lässt den Leser in der Welt der Berchtesgadener rund um Franz Holzhammer und Psychologin Christine versinken und mitfiebern. 

Mit Holzhammer hat Gers einen teilweise schon schrägen, jedoch sehr humorvollen Protagonisten erschaffen, von dem das Buch lebt. Dennoch bleibt er intelligent und triftet nicht ins dümmliche ab. 

Die Autorin hat eine interessante Geschichte konstruiert, die von Wendungen lebt und mich immer wieder überraschen konnte. Kaum war ich vermeintlich auf der richtigen Fährte, hat sich doch etwas Entscheidendes geändert. Viel mehr als das gefiel mir aber die Entwicklung der Protagonisten, die allesamt so sympathisch waren und mir direkt ans Herz gewachsen sind. Aber auch die Beschreibung der Berge und das Freiheitsgefühl beim Wandern wird so authentisch vermittelt, das man direkt selbst in Bergschuhe schlüpfen möchte und sich bereit fühlt einen Berg zu bezwingen.

Wenn man auch auf den ein oder anderen Lacher nicht verzichten möchte, dann ist man hier vollkommen richtig. Immer wieder hat mich dieses Buch nämlich zum schmunzeln gebracht. Mit den Protagonisten und ihren Erlebnissen gerät der eigentliche Kriminalfall auch fast ein wenig ins Abseits. Aber nur fast. Das mag mein erster Krimi mit Holzhammer gewesen sein, gewiss aber nicht mein letzter. 

FAZIT

Ein gut durchdachter Kriminalfall mit sympathischen Protagonisten, die diese Handlung gehörig aufmischen. Wer eine Prise Humor mag, einen interessanten Fall und schöne Beschreibungen der Landschaft und Bergwelt, der ist mit diesem Buch genau richtig bedient. Für mich nicht das letzte Buch dieses Autorin.

4/5 Punkten

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