Rezension: "Die Affen von Cannstatt" von Christine Lehmann

29 Januar 2014 | 1 Kommentar

INFO

Die Affen von Cannstatt von Christine Lehmann - ariadne - 285 Seiten - ISBN 978-3867541954 - Taschenbuch - 12,00 Euro - bei glatteis kaufen

INHALT

Camilla ist die Tochter einer Kindsmörderin. So wird es ihr zumindest erzählt. Aus diesem Grund wächst sie in einer Pflegefamilie auf. Sie studiert Soziologie, erforscht im Stuttgarter Zoo die Bonobo-Affen und beobachtet dabei etwas, was den Erkenntniskonsens in Frage stellt. Daraufhin bricht sie ihr Studium ab, trennt sich von ihrem politisch aktiven Freund und zieht sich zurück um ein stilles, unauffälliges Leben zu führen. Die Vergangenheit holt sie jedoch ein, als einige Zeit später im gut gesicherten Bonobo-Gehege die zerfleischte Leiche ihres Exfreundes gefunden wird. Eine eifrige Journalistin erschleicht sich ihr Vertrauen und liefert sie prompt ans Messer. Wer glaubt schon, dass die Tochter einer gesuchten Kindsmörderin unschuldig ist? 

MEINE MEINUNG

„Die Affen von Cannstatt“ sprach mich zum einen wegen des Titels an, aber auch wegen der besonderen Thematik. Entdeckt hab ich dieses Buch auf der Homepage von 3sat und wollte es sofort lesen. Auch wenn ich von der Autorin bis dato noch nichts gehört hatte.

Der Leser lernt in diesem Buch Camilla Feh kennen, die als kleines Kind in eine Pflegefamilie kam, weil ihre Mutter scheinbar all ihre Geschwister ermordet hat und untergetaucht ist. Sie führt ein normales Leben, studiert an der Uni Soziologie und hält sich sehr gerne in der Wilhelma auf, um die Bonobo-Affen zu studieren und zu beobachten. Als einige Zeit später ihr Exfreund Till zerfleischt im Bonobogehege gefunden wird, fällt der Verdacht schnell auf Camilla. Die übereifrige Journalistin Lisa Nerz ist sich sicher, in ihr die Täterin gefunden zu haben und liefert sie der Polizei aus. Doch ist Camilla wirklich schuldig?

Camilla kommt in Untersuchungshaft. In Tagebuchform berichtet sie nun von ihren Erlebnissen und Gedanken und gibt dem Leser so Einblick in das Haftleben und drückt ihre Gefühle aus. Man kann die Ohnmacht förmlich spüren und erlebt den Kampf der jungen Frau hautnah mit. Obwohl diese beiden Erzählstränge in unterschiedlichen Zeitebenen spielen, kann man sie als Leser, allein schon wegen der unterschiedlichen Schriftarten, problemlos auseinanderhalten. Stück für Stück verbinden sich die Handlungsstränge und ergeben am Ende dann ein Ganzes.

Die Autorin schreibt flüssig und fesselnd, teilweise sehr nüchtern. Bereits nach wenigen Seiten war ich in der Geschichte versunken und wollte unbedingt mehr über Camilla wissen. Leider hat Christine Lehmann es aber nicht geschafft, mir Camilla als Person näher zu bringen. Ich konnte nicht richtig mitfühlen, war manchmal eher genervt von ihr. Schlussendlich war sie mir unsympathisch und hat es bis zum Ende nicht geschafft, dieses Gefühl zu revidieren. Auch die Journalistin Lisa Nerz hat mir persönlich nicht zugesagt. Aufgrund der interessanten Thematik, der interessanten Fakten, sowie der einfühlsamen und fesselnden Erzählweise ist dieser Krimi aber auf jeden Fall eine Empfehlung wert.

FAZIT

Ein spannender Krimi, der besonders wegen seiner Thematik hervorsticht. Wer gerne einmal einen etwas anderen Kriminalroman lesen möchte, ist mit diesem Buch gut bedient.

4/5 Punkten

1 Kommentar:

  1. Uiii, nachdem man dieses Buch gelesen hat, betrachtet man die Bonobos in der Wilhelma sicher mit ganz anderen Augen.

    LG,
    Heidi, die Cappuccino-Mama

    AntwortenLöschen