Rezension: "Wer das Schweigen bricht" von Mechthild Borrmann

13 Januar 2014 | 2 Kommentare
INFO
Wer das Schweigen bricht von Mechthild Borrmann - Pendragon - 224 Seiten - ISBN 978-3-86532-231-9 - Taschenbuch - 9,95 Euro - bei glatteis kaufen

INHALT
Robert Lubisch findet im Nachlass seines verstorbenen Vaters den SS-Ausweis eines Unbekannten und das Foto einer schönen Frau. Lubisch' Neugierde ist geweckt. War sein Vater vielleicht gar nicht so perfekt wie er immer vorgab? Wer ist der Fremde, dem der Ausweis gehört? Und wer die Frau auf dem Foto? Auf der Suche nach Antworten stößt er auf die ehrgeizige Journalistin Rita Albers, die eine große Story wittert und ihm helfen will. Doch die Wahrheit zu kennen, kann manchmal auch zum Verhängnis werden. Die Geister der Vergangenheit sind geweckt. Lubisch ahnt nicht, dass die Geschichte seines Vaters noch viel dunkler ist, als er befürchtet hat.

MEINE MEINUNG
Auf mehreren Blogs bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden und wusste schon bald, dass ich es unbedingt auch lesen muss. Ein Buch, das wirklich mal sofort auf der Leseliste gelandet ist und gar nicht erst im Bücherregal stand.

Mechthild Borrmann erzählt in ihrem, 2012 mit dem Deutschen Krimi-Preis ausgezeichneten Buch, eine Geschichte von Vergangenheit und Gegenwart, die mich bereits auf den ersten Seiten so gefesselt hat, dass ich das Buch in einer Nacht komplett gelesen habe.

Robert Lubisch ist die Schlüsselfigur in diesem Buch, die den Stein ins Rollen bringt. Die wahre Tragik der Geschichte eröffnet sich dem Leser jedoch erst, wenn die Autorin ihn mit in die Vergangenheit und die Wirren des Zweiten Weltkriegs nimmt. Sechs junge Menschen, die zu Zeiten des Krieges die besten Freunde waren, verlieren sich in einem Netz aus Freundschaft, Liebe und tiefem Hass und verändern ihre Zukunft für immer.

Obwohl Mechthild Borrmann ihre Handlung auf gerade einmal etwas mehr als 220 Seiten reduziert, leidet die Geschichte an keiner Stelle. Vielmehr beherrscht sie es, die Handlung in zwei verschiedenen Zeitebenen zu erzählen und eine so drückende und dichte Atmosphäre zu erschaffen, dass der Leser an jedem ihrer Worte hängen bleibt und weiterlesen muss. Hier ist kein Wort zu viel und keines zu wenig.

Obwohl als Krimi deklariert, ist dieses Buch ein bisschen mehr. Es ist nämlich nicht nur der Kriminalfall der den Leser bewegt, sondern auch die Erlebnisse der Einzelnen. Es ist ein Stück Zeitgeschichte, ein Werk mit Tiefgang und schicksalhaften Ereignissen, das viele Emotionen im Leser weckt. Sprachlich schreibt Borrmann auf hohem Niveau und man könnte fast sagen jedes Wort ist ein Gedicht. Ja, ich war begeistert von diesem Buch und das möchte ich hier auch genau so ausdrücken.

Die Auflösung am Ende war überraschend und schockierend zu gleich. Als ich das Buch aus der Hand gelegt habe, musste ich die Worte sacken lassen, den Inhalt erst einmal verstehen und war kaum fähig es zu begreifen. Es gibt kaum einen Kriminalroman oder vielmehr überhaupt ein Buch, das mich so bewegt hat, wie es dieses hier tat.

FAZIT
Dieses Buch ist für mich eine absolute Leseempfehlung für alle die Krimis oder Gegenwartsliteratur lesen und nicht vor der Thematik des Zweiten Weltkriegs zurückscheuen. Ein grandioses Werk, das sprachlich absolut brillant geschrieben ist und mich von der ersten bis zur letzten Seite bewegt und gefesselt hat.

5/5 Punkten

Kommentare:

  1. Und schon ist es auf meiner Wunschliste gelandet!
    LG
    Martina

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  2. Danke für die Empfehlung, das klingt wirklich sehr interessant! Ich mag es, wenn ein Krimi nicht nur ein Krimi ist.

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