Rezension: "Winterkartoffelknödel" von Rita Falk

19 Januar 2014 | 2 Kommentare
INFO
Winterkartoffelknödel von Rita Falk - dtv Verlag - 233 Seiten - ISBN 978-3-423-24810-5 - Taschenbuch - 9,99 Euro - bei glatteis kaufen

INHALT
Nachdem der Eberhofer Franz seinen Dienst bei der München Polizei quittieren musste und nach Niederkaltenkirchen strafversetzt wurde, schiebt er eine ziemlich ruhige Kugel. Seine Streifgänge führen ihn meistens zum Wolfi auf ein Bier oder an den Esstisch von der tauben Oma. Seine Art von Erholung, hat er doch mit dem hanfanbauenden Vater und seinem nervtötenden Bruder Leopold alle Hände voll zu tun. Und manchmal passiert es dann tatsächlich, dass der Eberhofer Franz auch in einem Mordfall ermitteln muss...

MEINE MEINUNG
Wer Krimis bzw. Provinzkrimis liest, wird kaum an Rita Falk vorbei kommen. Seit Jahren sind ihre Bücher nun in den Spiegelbestsellerlisten vertreten. "Winterkartoffelknödl" habe ich 2011 gekauft, als die Autorin noch fast keiner kannte und mir sogar von ihr Selbst signieren lassen. Bisher stand es ungelesen im Regal, obwohl ich immer mal wieder daran dachte, es zu lesen. Hätte ich es nur vorher getan. 

Falk schreibt Provinzkrimis und wie in diesen Krimis üblich, spielt Lokalkolorit und sprachliche Mundart eine große Rolle. So auch hier. Für alle Nicht-Bayern hilft ein unterhaltsames Glossar am Ende des Buches weiter. Aber auch mit weniger bayerischen Kenntnissen wird man das Buch verstehen können. Es ist aber vielleicht nicht mehr ganz so witzig.

Zu Beginn hatte ich wahrlich ein paar Schwierigkeiten mit dem Eberhofer Franz oder vielmehr der Rita Falk als Autorin. Die Schreibweise war ungewohnt und für mich persönlich war es nicht leicht, in die Handlung zu kommen. Hab ich nach den ersten zwanzig bis dreißig Seiten noch gedacht, was alle bloß an ihren Büchern finden, kann ich es jetzt verstehen. Wenn man sich nämlich mal eingelesen hat, dann wird man sich mit dem Franz köstlich amüsieren und auf bester Art unterhalten werden.

Die Autorin hat eine perfekte Mischung an Protagonisten erschaffen, die alle wie die Faust aufs Auge in dieses Buch passen. Die taube Oma, die alle Prospekte durchforstet und immer die neusten Sonderangebote sucht, war mir besonders sympathisch. Hier hatte ich auch gleich die passende Person vor Augen. Aber auch der Eberhofer Franz, der es mit dem Ermitteln nicht ganz so genau nimmt, ist die perfekte Hauptfigur für dieses Buch. 

Wer es auf einen besonders spannenden Kriminalfall abgesehen hat, ist mit diesem Buch sicherlich falsch beraten. Der Fall ist nämlich manchmal fast nebensächlich. Vielmehr ist es das Zusammenspiel der Protagonisten und die Umstände, die dieses Buch so unterhaltsam machen. Wer sich aber gut unterhalten lassen will, mitunter sehr gerne lachen möchte und ein bayerisches Dorf erleben will, wie es wirklich ist, der sollte zu diesem Buch greifen. 

FAZIT
Ein unterhaltsamer Provinzkrimi, der die Lachmuskeln garantiert trainiert und mordsmäßig gut unterhält. Übrigens durchaus auch für Leser, die kein Bayerisch verstehen. Mein erster und garantiert nicht letzter Fall mit dem Eberhofer Franz.

5/5 Punkten

Kommentare:

  1. Ich habe den liebenswerten Eberhofer auch schon ins Herz geschlossen und mag ihn nicht mehr gehen lassen. Du bringst es glasklar auf den Punkt, wunderbar! Ich kann dir nur zustimmen.
    Liebe Grüße
    Jimmy

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  2. Ich kenne bisher nur Sauerkrautkoma und das mochte ich ganz gern - mal was anderes, denn ich lese sonst kaum noch Thriller/Krimis.

    LG Inka von http://lebensleseliebelust.blogspot.de/

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