Rezension: "Das Leben ist (k)ein Ponyhof" von Britta Sabbag

08 April 2014 | 1 Kommentar

Zum Buch

Das Leben ist (k)ein Ponyhof von Britta Sabagg - Bastei Lübbe - 222 Seiten - ISBN 978-3-404-16977-1 - Taschenbuch - 8,99 Euro

Inhalt

Antonias Leben scheint perfekt zu laufen. Beruflich steht sie kurz vor dem Durchbruch und auch privat läuft alles gut. Sie liebt Carl, den scheinbar perfekten Mann. Dann verdonnert sie ihre Mutter kurzerhand drei Wochen auf ihren senilen Stiefvater aufzupassen, da sie einen Urlaub in einem indischen Ashram gewonnen hat. Zurück im heimatlichen Kaff, dem sie jahrelang erfolgreich den Rücken gekehrt hat, steht ihr ganzes Leben plötzlich Kopf. Aber vielleicht ist es auch eher so, dass sie ihr Leben gerade erst leben lernt.

Meine Meinung

Britta Sabbags großes Talent ist es, Wahrheiten des Lebens in eine Geschichte zu verpacken die einen zum Lachen bringt und dennoch nachdenklich zurück lässt. Aus diesem Grund zähle ich ihre Bücher auch nicht unbedingt zur reinen Chick-Lit-Fraktion. Klar, es siegt am Ende die Liebe, aber viel wichtiger in diesem Buch sind am Ende ganz andere Dinge.

Bereits der Prolog beginnt mit starken Worten, die mich sofort gepackt haben und nach denen ich wusste, dass ich dieses Buch in einem Rutsch lesen werde.

"Wenn du den roten Faden verloren hast, halt nach einem anderen Ausschau - vielleicht ist deiner bunt."

Die Charaktere, welche die Autorin erschaffen hat, sind großartig. Allen voran natürlich Walter. Selten habe ich einen Protagonisten so schnell in mein Herz geschlossen und mir gewünscht, dass auch ich so einen Menschen kenne. Antonia ist die klassische Karrierefrau, die beruflich weiterkommen will, ihr Leben nur auf die Arbeit ausrichtet und dabei alles andere und sich selbst vergisst. Ihre Beziehung zu Carl, der gleichzeitig Kollege ist und dasselbe Leben führt, macht sie keinesfalls glücklich. Doch sie braucht jemanden, der ihr dies ganz deutlich vor Augen führt. Carl ist übrigens ein richtiger Idiot. Kompliment an die Autorin, wie sie diesen beschrieben hat. Ich nahm ihr jedes Wort ab.

Der Schreibstil der Autorin ist, wie bereits auch in Pinguinwetter, absolut zum Schreien. Man fliegt förmlich durch die Seiten, saugt ihre Worte auf und lacht ganz oft Tränen. Herrlich komische Dialoge und witzige Handlungen runden das Buch ab. Ich konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen und habe es in einem Rutsch gelesen.

Am schönsten waren die sichtbaren Veränderungen die Antonia durchläuft. Wie sie es Schritt für Schritt schafft ihr Leben zu entrümpeln und ihr altes Leben jeden Tag ein bisschen weniger mag. Und als ich die letzte Seite gelesen habe, war mir ganz schnell klar, dass wirklich jeder Mensch einen Walter in seinem Leben bräuchte. Dann wäre nämlich alles ein klein wenig bunter.

Fazit

Britta Sabbag ist mit diesem Buch ein großartiger Roman gelungen, der ganz viele Lebensweisheiten und Denkanstöße bietet und dabei trotzdem wunderbar unterhält und die Lachmuskeln strapaziert. Nicht nur eine klassische Urlaubslektüre, sondern ein absolut wunderbares Buch, das man gelesen haben sollte.

5/5 Punkten 

1 Kommentar:

  1. Ein lustiger Titel ;)
    Ich glaube das Buch könnte meiner Schwester gut gefallen, ich behalte es im Auge ((:

    Liebe Grüße, Jasi ♥

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