Rezension: "Mordswiesn" von Michael Gerwien

28 September 2014 | 0 Kommentare

Zum Buch

Mordswiesn von Michael Gerwien - Gmeiner Verlag - 311 Seiten - ISBN 978-3839214213 - Taschenbuch - 11,99 Euro - bei glatteis kaufen

Inhalt

Es ist Ende September und die weltberühmte Münchner Wiesn ist in vollem Gang. Die Stimmung im Zelt kocht. Ex-Kommissar Max Raintaler und sein Freund Franz bekommen je 100 Euro von einem Immobilienwirt aus Grünwald. Bedingung ist nur: Sie sollen Spaß auf der Wiesn haben und das Geld vertrinken. Zwei Stunden später ist der Spender tot. Erschlagen mit einem Maßkrug. Max und Franz machen sich gemeinsam auf die Suche nach einem Täter.

Meine Meinung

Der Gmeiner-Verlag unterhält den Krimileser immer wieder mit einigen unterhaltsamen Büchern, und da Mordswiesn in München spielt und das Oktoberfest ein guter Ausgangspunkt für einen Krimi ist, war ich schon sehr auf dieses Buch gespannt.

Allerdings konnte es mich nicht überzeugen, was an vielen Punkten festzumachen ist. Max und Franz sind zwei alternde Ur-Bayern, die jeden Tag auf der Wiesn sind und Bier trinken. Diese Tatsache allein lässt den typischen Bayern schon irgendwie in einem schlechten Licht erscheinen. Als ginge es wirklich nur darum, ständig Bier zu trinken. Hier hat der Autor eindeutig mit zu vielen Klischees gespielt.

Als ein Immobilienwirt aus Grünwald mit dem Maßkrug erschlagen wird, "ermitteln" ausgerechnet die beiden und versuchen den Täter zu finden. Und damit das gelingt, muss man natürlich jeden Tag auf der Wiesn verbringen und unauffällig eine Maß nach der anderen trinken. Als sei das aber noch nicht genug, rückt der eigentliche Kriminalfall total in den Hintergrund. Vielmehr muss man den beiden dabei zusehen, wie sie ein Saufgelage veranstalten und sich dabei von hübschen, jungen Italienerinnen anhimmeln lassen. Ein Umstand, der wenig glaubhaft erscheint und mich in einem Krimi auch eher stört, wenn er denn die ganze Handlung einnimmt.

Spannung ist das ganze Buch über quasi überhaupt nicht vorhanden. Permanente Spannung ist auch kein Muss, da es ja hier um den guten alten Krimi geht. Allerdings erwarte ich dennoch ein paar spannende Stellen, die mich als Leser animieren, dem Fall gebannt zu folgen. Das ist hier leider komplette Fehlanzeige. 

Die Story wirkt an mancher Stelle schon sehr an den Haaren herbeigezogen und ist einfach nur ziemlich flach. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass bei dem Schauplatz Oktoberfest ein großes Potenzial vorhanden ist und man hier einen unterhaltsamen Krimi mit viel Lokalkolorit unterbringen könnte. Michael Gerwien ist das jedoch leider von der ersten bis zur letzten Seite nicht gelungen. Dies liegt nicht nur am Fall, sondern auch an seinen Protagonisten und besonders an seinem Schreibstil.

Großes Potenzial, welches nicht genutzt wurde und den Krimileser unbefriedigend zurück lässt. Es gibt viele Perlen der Lokalkrimis, dieses Buch gehört jedoch leider nicht dazu.

Fazit

Ein langweiliges Buch, dessen Krimifall in der Versenkung verschwindet und bei dem mit zu vielen Klischees gespielt wurde. Scheint fast so, als könnte der typische Münchner zur Oktoberfestzeit nur besoffen auf der Wiesn sitzen und nichts tun. Möchte man einen guten Krimi mit Lokalkolorit lesen, dann am besten zu einem anderen Buch greifen. Schade.

1/5 Punkten

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