Rezension: "Unvergolten" von Chris Karlden

20 September 2014 | 0 Kommentare

Zum Buch

Unvergolten von Chris Karlden - Edel E-Books - 364 Seiten - ISBN 978 3 955305604 - E-Book - 4,99 Euro

Inhalt

Als Linda Förster nach einem schweren Autounfall nach zwei Wochen aus dem Koma erwacht, hat sich ihr Leben grundlegend geändert. Man teilt ihr mit, dass ihr Mann Mark bei dem Unfall ums Leben kam. Doch schon bald kommen die ersten Erinnerungen wieder und Linda ist sich sicher, dass ihr Mann überhaupt nicht bei ihr im Wagen saß. Kann sie ihrer Erinnerung trauen? Sie muss unbedingt die Wahrheit herausfinden um endlich Ruhe und Klarheit zu haben, denn nur die kann sie retten.

Meine Meinung

Als Chris Karlden noch zu den Indie-Autoren gehörte, las ich damals seinen Thriller "Monströs", der mir sehr gut gefiel. Jetzt wurde sein zweites Buch "Unvergolten" veröffentlicht und Edel E-Books nutzt diese Gelegenheit und bringt auch "Monströs" noch mal neu heraus. Für Thrillerfans ist dieses Buch auf jeden Fall eine Empfehlung.

Eben weil mir sein erstes Buch schon so gefallen hat, habe ich mich sehr auf dieses hier gefreut. "Unvergolten" kommt allerdings komplett anders daher, wie es noch beim Vorgänger der Fall war. Wenn man also gewisse Erwartungshaltungen hat, dann wird man vielleicht zu Beginn etwas verwirrt sein. Der Autor spielt hier auf das Vortrefflichste mit der menschlichen Psyche und irgendwann ist man sich einfach über nichts mehr im klaren.

Verwirrung ist ein Punkt, der bei diesem Buch ziemlich häufig zum Zug kommt. Kaum meint man die Spur geknackt zu haben und zu wissen, worum es geht, lenkt der Autor den Leser wieder in eine komplett andere Richtung. Dieser Umstand zieht sich tatsächlich bis zum Epilog. Man kann sich hier wirklich nur in einem sicher sein, nämlich dass nichts wirklich sicher ist.

Was der Autor hier so gut begonnen hat, wendet sich aber gegen Ende hin leider ins Gegenteil. Die Story startet höchst spannend, und auch wenn die Geschichte vielleicht nicht komplett neu ist, liest sie sich gut. Man ist in der Handlung gefangen, will wissen, wie es weitergeht und bleibt interessiert am Ball. Das zeigt eindeutig der Umstand, dass ich dieses Buch an einem Tag gelesen habe. Mit seinem Ende übertreibt es Chris Karlden allerdings eine Spur zu sehr. Den Leser auf eine falsche Fährte zu locken ist die eine Sache, dieses Verwirrspiel und die ständige Wendung ist für meinen Geschmack aber leider zu viel. Zudem fand ich die Sache mit der Mafia auch völlig deplatziert. Hier kam der Punkt, an dem ich beim Lesen wirklich dachte: "Bitte nicht". 

Schade, denn mit dem Anfang hat Chris Karlden wieder einen gewohnt spannenden Thriller vorgelegt, der mich bestens unterhalten hat. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Linda, was ich hier sehr passend fand, auch wenn sie mir die ganze Handlung über nicht unbedingt sympathisch wurde. Chris Karlden kann schreiben, denn das hat er schon in seinem ersten Buch bewiesen und ich würde sein nächstes Buch auch jederzeit wieder lesen. Aber in der Idee einen möglichst ausgefeilten Psychothriller zu schreiben, hat er sich leider ein wenig verrannt. 

Fazit

Ein spannend geschriebener Thriller, der sehr gut beginnt und sich am Ende leider in zu vielen Wendungen und Verwirrspielen verliert. Ein Buch, das man durchaus lesen kann, aber nicht unbedingt muss. Hier lege ich lieber seinen ersten Thriller "Monströs" ans Herz.

3/5 Punkten

Monströs von Chris Karlden erschien 2012 bereits im Selbstverlag und wird nun von Edel E-Books neu verlegt. Dieser Thriller erscheint am 1. Oktober.

Der ehemalige Strafverteidiger Martin Waller hat sich auf das Restaurieren antiker Möbel spezialisiert. Ein Auftrag führt ihn während der Saisonferien in ein nobles Berghotel, wo sich neben dem Hoteldirektor und der Eigentümerin nur noch wenige Angestellte aufhalten. Noch am Abend seiner Ankunft erhält Martin eine E-Mail, die ihn völlig aus der Bahn wirft. Denn Absender ist seine Frau Anna, doch die ist auf den Tag genau seit drei Jahren tot. Später am Abend ein weiterer Schock: Ein Mann liegt bewusstlos vor dem Hotel. Martin kennt ihn. Es ist Eddie Kaltenbach, ein psychopathischer Mörder –und der Grund, warum Martin einst seinen Job als Anwalt aufgeben musste. Erst im Lauf der endlosen Nacht, in der die Zahl der Überlebenden unaufhörlich abnimmt, kommt Martin einem monströsen Plan auf die Spur. Nichts ist, wie es scheint. Alles hat seinen Grund. Und Martin muss sich seiner Vergangenheit stellen, will er das Rätsel lösen und die Nacht überleben.

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