Buchblog-Juwelen: Büchermonster

30 November 2014 | 0 Kommentare


Hinter dem Büchermonster versteckt sich Sebastian, der seit 2011 auf seinem Blog bevorzugt über Thriller, Krimis und Horror schreibt und neben deutschen Büchern auch viele englische Bücher und Hörbücher bespricht. Wer also auf der Suche nach spannender Lektüre ist, der muss unbedingt auch auf Büchermonster vorbei schauen. Hier wurde ich schon das ein oder andere Mal fündig und habe neue und interessante Bücher entdeckt. Es ist ein wirkliches Vergnügen in seinen Rezensionen zu stöbern, denn schreiben kann Sebastian ganz eindeutig. Seit dem Relaunch der Website ist Büchermonster auch optisch perfekt dem Genre angepasst. Wer diesen Blog also noch nicht kennt, der muss sich die Seite unbedingt näher anschauen. Ich hatte natürlich auch ein paar Fragen im Gepäck und die Antworten findet ihr hier.

Seit wann bist du den Büchern verfallen? Und kannst du dich noch daran erinnern, welches Buch dich zur absoluten Leseratte gemacht hat? 
Eigentlich habe ich schon als kleines Kind immer viel gelesen, an einem einzigen Buch kann ich das aber wohl nicht festmachen. Vor den Harry-Potter-Büchern gab es z.B. schon die TKKG-Reihe, aber ich weiß auch dass ich einen dicken „Lukas & Jim Knopf“-Doppelband gefühlt unzählige Male verschlungen habe. Komischerweise hatte ich dann gegen Ende meiner Schulzeit eine recht lange Leseflaute, vielleicht fehlte mir da einfach der richtige Lesestoff… Richtig extrem ist das bei mir eigentlich erst wieder mit dem Bloggen geworden. 

Wie kam es dazu, dass man heute von dir auf einem Buchblog lesen kann und du dort deine Leidenschaft mit anderen teilst? 
Als Buchblog in der heutigen Form war das bei mir ursprünglich gar nicht mal unbedingt geplant, ich hatte damals nur mitbekommen dass Audible Hörer sucht, die ihre Leseeindrücke zu den gehörten Büchern in etwas ausführlicherer Form teilen möchten und weil ich zu dieser Zeit schon regelmäßig Hörbücher gehört habe überkam mich da spontan die Lust, auch entsprechende Beiträge zu schreiben. Da mir dazu aber noch die richtige Plattform fehlte, habe ich dann eben bei Wordpress meinen Blog gestartet. In der ersten Zeit gab es dort dann auch tatsächlich nur Hörbuch-Rezensionen zu finden, allerdings kamen dann auch recht schnell Beiträge über diese Sparte hinaus dazu. 

Das Bloggen hat auch Schattenseiten. Wie gehst du mit fehlender Motivation und Lust um? Was treibt dich immer wieder an, an deiner Leidenschaft festzuhalten? 
So richtige Unlust-Phasen habe ich eigentlich kaum, irgendwie kann ich mich immer zumindest ein- bis zweimal pro Woche dazu aufraffen ein bisschen was für den Blog zu tun. Natürlich fällt es leichter, z.B. Beiträge über tolle Neuzugänge oder Rezensionen zu guten Büchern zu schreiben als vielleicht die Kritik zu einem unglaublich öden Roman, die man dann meist schon seit Ewigkeiten vor sich herschiebt und sich kaum noch an den Inhalt erinnern kann, aber spätestens wenn die To-Do-Liste immer länger wird und eine bestimmte Anzahl an Punkten aufweist, kann ich mich dann schon meistens dazu überwinden mal wieder zwei, drei Beiträge hintereinander „abzuarbeiten“. Meistens ist das Problem auch einfach, mit dem Schreiben anzufangen, nach den ersten Sätzen geht der Rest dann in der Regel wieder recht locker von der Hand. 

Wie und wo liest du am liebsten? Gibt es bestimmte Rituale, Vorlieben oder Lieblingsgetränke die unbedingt dabei sein müssen? 
Ich glaube in diesem Punkt bin ich wahnsinnig einfallslos und langweilig, denn ich lese entweder auf der Couch oder im Bett. Getränke oder Snacks habe ich beim Lesen eher selten, eigentlich muss es nur gemütlich sein – und ruhig, denn ich lasse mich schnell von anderen Dingen wie Gesprächen oder Fernsehen etc. ablenken. Ich versuche es zwar ab und zu mal beim Lesen auch mit ein wenig Musik auf den Ohren, aber am besten geht es bei mir immer noch wenn ich mich allein auf das jeweilige Buch konzentriere. 

Was findest du so besonders am Lesen und an Büchern? 
Für viele außerhalb der Bloggerwelt ist Lesen vermutlich eines der langweiligsten Hobbys überhaupt, ich finde es aber einfach toll weil man mit so einfachen Dingen wie ein paar beschriebenen Seiten Papier so viele unterschiedliche Sachen erleben kann – und das überall und zu jeder Zeit. Für ein paar Euro kann man mit Büchern praktisch die ganze Welt bereisen, in ganz andere Universen eintauchen und einfach mit den jeweiligen Charakteren Dinge erleben, die man im eigenen Leben womöglich selbst gar nicht machen kann. Ich gucke z.B. zwar auch wahnsinnig gerne Filme oder Serien, aber beim Lesen ist es immer noch der eigenen Fantasie überlassen, wie man sich bestimmte Schauplätze oder Figuren vorstellt. Ich finde es aber einfach auch schon toll ein schön gestaltetes Buch in der Hand zu halten und durch die Seiten zu blättern. 

Viele Buchblogger sind auch auf Youtube aktiv. Könntest du dir irgendwann einmal vorstellen, auch Videos zu drehen? Und wenn nein, warum nicht? 
AUF GAR KEINEN FALL! Ich bin unglaublich Kamera-scheu und würde vermutlich keinen vernünftigen Satz vor der Kamera zusammenbekommen. Das fänden manche vielleicht auch lustig, diese Peinlichkeit würde ich mir aber ganz gerne ersparen :D Ich habe es schon in der Schule gehasst irgendwelche Vorträge halten zu müssen, da fange ich bestimmt nicht freiwillig damit an – selbst wenn es um Bücher geht^^ Aber ich bewundere wirklich jeden der das im Gegensatz zu mir kann, auch wenn ich ehrlich gesagt so gut wie gar keine Youtube-Videos von Bloggern gucke. 

Wie leicht fällt es dir, deine Meinung zu einem Buch in einer Rezension zu verfassen. Schreibst du diese immer sofort oder manchmal sogar gar keine? 
Mal so, mal so. In der Regel rezensiere ich gelesene Bücher schon innerhalb der nächsten Tage, es kann aber auch mal vorkommen dass ich manche Rezensionen gefühlte Ewigkeiten vor mich hinschiebe, weil mir z.B. gerade die richtigen Worte dafür fehlen oder ich das Buch einfach nur unglaublich öde fand und mich eigentlich gar nicht weiter damit beschäftigen möchte – ich glaube der Negativrekord lag bei mir bei einem knappen halben Jahr zwischen Lektüre und Rezension und ich wusste beim Schreiben letztlich kaum noch was über das Buch…^^ Man könnte die Rezension dann natürlich einfach ausfallen lassen, aber bis jetzt habe ich seit Beginn meines Bloggerdaseins noch jedes gelesene Buch und gehörte Hörbuch auf meinem Blog besprochen – und irgendwie würde ich diese Serie ungerne abreißen lassen, auch wenn es albern ist :D Die größten Schwierigkeiten habe ich beim Schreiben meistens mit der Inhaltsangabe. Da mir die Klappentexte der Verlage meist schon zu viel verraten, versuche ich hier immer meine eigenen Worte zu finden, was bei komplexen Werken aber gar nicht so leicht ist. Wenn ich diesen Abschnitt dann erst einmal überstanden habe, läuft es meistens wie von selbst, am besten funktionieren bei mir Rezensionen zu richtig großartigen Büchern oder totale Verrisse. Da fällt mir immer genug ein was ich loben oder kritisieren möchte, hier muss ich dann schon eher aufpassen dass die Beiträge nicht zu lang werden… 

Als Buchblogger ist man ja selbst im Internet sehr aktiv und liest auf vielen anderen Blogs mit. Welche Bücherblogs kannst du persönlich sehr empfehlen, weil du dort selbst nützliche Tipps bekommst und gerne liest? 
Bei dieser Frage bekomme ich ein bisschen ein schlechtes Gewissen, weil ich einfach bei weitem nicht so viele Blogs regelmäßig verfolge wie sie es eigentlich verdient hätten, aber ich bin leider furchtbar nachlässig mit meinem Feedreader und bekomme neue Beiträge meist hauptsächlich über Twitter mit. Meistens klappere ich dann doch die Seiten der Blogger ab, die einen ähnlichen Lesegeschmack habe (wie z.B. auch du ;-)) und bei denen ich aus den Rezensionen z.B. auch zuverlässig herauslesen kann, ob mir die Bücher auch gefallen könnten. Auf jeden Fall empfehlen kann ich die Blogs von Crini (All about books), Iris (Die Leserin) und Janice (Lesen ist…), hier bleibe ich relativ häufig hängen und lese neue Beiträge meist auch recht regelmäßig. 

Welches ist dein absolutes Lieblingsgenre und wer dein Lieblingsautor? Mit welchem Genre wirst du dagegen einfach nie wirklich warm werden? 
Absolutes Lieblingsgenre sind bei mir Thriller und Krimis, und daraus dann meistens das kranke Serienkiller-Zeug oder aber die düsteren Krimis aus dem hohen Norden. Ab und zu darf es bei mir aber auch gerne mal Science-Fiction, Hauptsache es ist spannend und kann mich schnell mitreißen. Beim Lieblingsautor hätte ich vor zwei, drei Jahren vielleicht noch Sebastian Fitzek gesagt, dieser hat mich mit seinen aktuelleren Werken aber leider doch schon mehrfach enttäuscht. Den EINEN Lieblingsautor gibt es also nicht mehr, immer wieder gerne lese oder höre ich aber Sachen von Stephen King, Jeffery Deaver, Douglas Preston & Lincoln Child, Paul Cleave, Wulf Dorn, Andreas Eschbach, Rick Yancey, Chuck Wendig, Dan Wells oder Alex Grecian. Mit welchem Genre ich mich recht schwer tue – mal abgesehen von naheliegenden Sachen wie Chick-Lit und ähnlichem – sind historische Romane. Wenn Ken Follett z.B. auf 1000 Seiten und mehr erzählt wie eine Kathedrale gebaut wird, übt das einfach überhaupt keine Faszination auf mich aus. Bei historischen Krimis (z.B. aus dem viktorianischen London) sieht die Sache hingegen schon wieder ganz anders aus. 

Wenn man dir jetzt 50 Euro in die Hand drückt und dich in deine Lieblingsbuchhandlung schicken würde, mit welchen Büchern würdest du wahrscheinlich wieder herauskommen? 
Ich würde mir kaufen: „Evil at Heart“ von Chelsea Cain, den dritten Band der Gretchen-Lowell-Reihe, „Stalkers“ von Paul Finch, „The Diviners“ von Libba Bray, „The Explorer“ von James Smythe und „The Lazarus Prophecy“ von F.G. Cottam. 

E-Books oder das gedruckte Buch? Welches Buch bekommt bei dir den Vorzug und warum entscheidest du so? 
Grundsätzlich beides, in der Realität entscheide ich mich aber dann doch meistens für das gedruckte Buch. Ist eben meiner Meinung nach dann doch schöner, wenn man seine Regale mit schönen Büchern füllen und sich auch beim Lesen über tolle Cover oder auch hübsch gestaltete Innenteile freuen kann. Für das eBook entscheide ich mich in der Regel immer dann, wenn mir ein Cover nicht besonders gefällt oder mich das Buch nicht so reizt, dass ich es nicht unbedingt auch im Regal stehen haben muss, z.B. wenn ich mir nicht sicher bin ob mich der Roman überhaupt anspricht. Falls es sich dann doch als richtig gut herausstellt, kann man sich ja immer noch eine gedruckte Ausgabe anschaffen. 

Du hörst selbst ja auch ziemlich viele Hörbücher. Viele können damit noch nichts anfangen, für den Fall es aber doch einmal probieren zu wollen: Welche Hörbücher und auch Hörbuchsprecher kannst du Neueinsteigern besonders empfehlen? 
Wer es noch nie mit einem Hörbuch probiert hat und sich auch schwer vorstellen kann damit warm zu werden, dem würde ich auf jeden Fall irgendein Buch mit David Nathan als Sprecher empfehlen. Es gibt zwar Dutzende gute bis sehr gute Erzähler im Hörbuchbereich, Nathan spielt für mich aber in einer ganz eigenen Liga und zeigt immer wieder aufs Neue, was in diesem Format alles möglich ist. Ich höre mit ihm z.B. wahnsinnig gerne die Stephen-King-Umsetzungen, aber mittlerweile gibt es im Prinzip in jedem Genre von Nathan gelesene Hörbücher, sodass eigentlich für jeden was dabei sein sollte. Immer wieder gerne höre ich auch Hörbücher mit Dietmar Wunder, Detlef Bierstedt, Johannes Steck, Uve Teschner, Martin Keßler, Stefan Kaminski oder Simon Jäger. Letzterer hat übrigens mit „Der Patient“ von John Katzenbach auch mein allererstes Hörbuch überhaupt gelesen, das für mich auch heute noch zu meinen absoluten Thriller-Highlights zählt. 

Was wünscht du dir für die Zukunft der Buchbranche und auch für deinen eigenen Blog? 
Puh, gute Frage. Ich würde mir vielleicht wünschen dass bei manchen Autoren und Verlagen ein bisschen mehr die Qualität der Bücher und nicht unbedingt deren Vermarktung und Absatz im Vordergrund steht. Gerade in letzter Zeit ist mir doch teilweise unangenehm aufgestoßen dass manche Autoren ihre Romane wie am Fließband produzieren, nur um jedes Jahr aufs Neue wieder ein oder zwei Bücher auf den Bestsellerlisten zu platzieren – leider lassen diese Werke inhaltlich oft aber immer mehr nach. Auch wenn ich mich natürlich über neue Bücher meiner Lieblingsautoren freue, wäre ich in vielen Fällen gerne dazu bereit, vielleicht auch mal ein Jahr länger auf Nachschub zu warten, wenn ich dafür im Gegenzug einen originellen und sorgsam erarbeiteten Roman bekomme und nicht immer wieder die gleiche nach Schema F produzierte Massenware, nur weil es sich eben gut verkauft. Was meinen eigenen Blog betrifft wäre ich eigentlich schon glücklich wenn ich auch in den kommenden Jahren weiterhin genug Zeit für dessen Pflege finde und der/die ein oder andere meine Beiträge auch in Zukunft ganz gerne liest und dadurch vielleicht das ein oder andere gute Buch für sich entdeckt, das er oder sie womöglich nicht unbedingt auf dem Zettel gehabt hätte. 

Was wolltest du deinen Lesern schon immer einmal sagen? Hier hast du die Möglichkeit ein paar Worte loszuwerden. 
Nach gut vier Jahren als Blogger ist dies vielleicht mal eine gute Gelegenheit mich bei allen zu bedanken, die mich während dieser ganzen Zeit auf unterschiedlichen Wegen und Plattformen begleitet haben und gerne meine Beiträge lesen, kommentieren oder weiterempfehlen. Ich habe durchs Bloggen so viele tolle Leute kennengelernt und es ist einfach großartig, seine Leidenschaft für Bücher mit so vielen teilen zu können – ich habe wirklich noch keine Sekunde meines Bloggerdaseins bereut. Also vielen Dank für die schöne Zeit und hoffentlich geht das auch in den nächsten Jahren noch so weiter! ;-) 

Sebastian findet ihr übrigens auch auf Twitter, Instagram und Facebook. Er gehört ganz eindeutig in den Kreis meiner Lieblingstwitterer. Wer also immer noch nicht bei Twitter vertreten ist, der sollte sich das mal überlegen. :-)

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