Rezension: "Die Zucht" von Andreas Winkelmann

22 März 2015 | 3 Kommentare

Zum Buch

Die Zucht von Andreas Winkelmann - Wunderlich - 512 Seiten - ISBN 978-3-8052-5038-2 - Softcover - 16,99 Euro - bei glatteis kaufen

Inhalt

Helga Schwabe lässt ihren Sohn nur fünf Minuten aus den Augen. Einen kleinen unaufmerksamen Moment lang. Doch nach diesen fünf Minuten ist nichts mehr, wie es war. Ihr Sohn ist verschwunden.
Hauptkommissar Henry Conroy leitet ihn diesem Fall die Ermittlungen und als wäre Kindesentführung nicht schon schlimm genug, hat er auch noch mit seiner neuen Kollegin Manuela Sperling zu kämpfen. Doch sie hat einen guten Riecher und entdeckt bald schon die ersten Zusammenhänge, die beide auf einen verfallenen Hof mitten im Nirgendwo an der Grenze zu Tschechien führt. Dort werden illegal Hunde gezüchtet. Hunde, die sehr hungrig sind…

Meine Meinung

Andreas Winkelmann kann man mittlerweile vollkommen zurecht, zu den besten deutschen Thrillerautoren zählen und es ist immer wieder ein großer Genuss, eines seiner Bücher zu lesen. Mit „Die Zucht“ hat er einen weiteren packenden Thriller abgeliefert und sich einem interessanten und zugleich schockierendem Thema bedient.

Bereits nach wenigen Seiten ist der Leser von dieser spannungsgeladenen Geschichte gepackt und kann das Buch kaum aus der Hand legen. Der Autor hat es geschafft über die etwas mehr als fünfhundert Seiten einen Spannungsbogen aufrechtzuerhalten, der zu keiner Zeit wirklich abgeflacht ist. Unnötige Längen sucht man hier glücklicherweise vergebens. Stattdessen nimmt uns der Autor in unterschiedliche Erzählstränge mit. Diese Erzählstränge sind alle für sich spannend und großartig erzählt, ergeben am Anfang aber noch kein komplettes Bild. Nur langsam verbindet Winkelmann diese zu einem großen Ganzen und baut zum Ende hin auch noch eine großartige Wendung ein, die man als Leser nicht kommen sah.

Auch seine Protagonisten haben mich vollkommen überzeugt. Die junge Polizistin Manuela Sperling sollte noch jedem bekannt sein, der bereits "Wassermanns Zorn" gelesen hat. In diesem Buch ermittelt sie an der Seite von Henry Conroy und beide zusammen harmonieren für meine Begriffe ganz wunderbar als Team. Während Henry der stille Einzelgänger ist, der anfänglich etwas missmutig wirkt, ist Manuela die laute und selbstbewusste Person, die sich von keinem etwas sagen lässt. Mit dieser Art kommt man vielleicht nicht sofort klar, aber im Verlauf der Handlung zeigt sich, dass diese Kombination perfekt passt.

Auch Andreas Winkelmanns Schreibstil wird diesem Thriller gerecht. Spannungeladen und realistisch ab der ersten Seite und manchmal tatsächlich so genau und präzise geschrieben, dass das Kopfkino zu laufen beginnt und man seine eigene Vorstellungskraft verflucht. Nicht selten konnte ich Gerüche der Umgebung und Gefühle der Protagonisten förmlich spüren und war dadurch nur noch mehr in der Handlung gefangen. 

Der Schauplatz dieses Buches kommt dem eines Horrorfilms ziemlich Nahe. Ein einsamer Hof mitten im Nirgendwo, ein Mensch, der einem Monster ähnelt, blutrünstige Hunde, Dunkelheit und Einsamkeit, Maisfelder und endlose Weite. Alles Dinge, die sich perfekt für einen Thriller eignen, die Spannung erzeugen und den Leser nicht mehr loslassen werden. Wirklich glücklich ist man also erst, wenn man weiß, wie dieses Buch enden wird.

Hier wurde alles vereint, was ein echter Thrillerfan mag. Großartige Spannung, sympathische Protagonisten und eine gute Story. Über minimale Mankos kann man getrost hinweglesen, denn im Ganzen fallen die überhaupt nicht ins Gewicht. Trotzdem ist dieses Buch nichts für zartbesaitete Leser, da es doch recht blutig ist und der Ekelfaktor sicherlich hoch.

Fazit

Ein großartiges Buch von Andreas Winkelmann, der mit "Die Zucht" einen spannungsgeladenen, blutigen und stellenweise grusligen Thriller abliefert und den Leser damit bestens unterhält. Diesem Buch kann man sich nach der ersten Seite kaum entziehen und das ernste Thema der Geschichte wird auch nachträglich noch beschäftigen. Leser mit schwachen Nerven sollten sich jedoch besser eine andere Lektüre suchen.

5/5 Punkten

Kommentare:

  1. Hallöchen Petzi,
    das klingt irgendwie nach einem Buch, das wie für mich gemacht ist, wenn ich Thriller lese, dann lese ich gerne blutige und richtige fiese Thriller. Ein Buch dem man sich kaum entziehen kann, bräuchte ich im Bereich "Thriller" nämlich auch mal wieder. :D
    Vielleicht lasse ich mich zu "Die Zucht" hinreißen.

    Liebst, Lotta

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  2. Ich habe das Buch als Hörbuch konsumiert. Zwischenzeitlich habe ich gedacht: "Ich will nicht mehr", weil es so schrecklich war. Dennoch musste ich unbedingt wissen, wie das Buch weiter geht. Und ich frage mich noch immer: Wer wollte den Hof in Brand stecken?
    Ich weiß nicht, ob ich mich noch einmal an ein Buch oder Hörbuch dieses Schriftstellers herantraue...so spannend es ist, aber ich muss nachts auch schlafen, statt mich mit grausamen Themen zu befassen- ja ich konnte nicht aufhören- es war wie eine Sucht und ich musste weiter hören, obwohl es keine Gute-Nacht - Geschichte war. Puuuh- Rita

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  3. Hi Petzi!
    Ich habe heute mit "Die Zucht" angefangen und kann es wirklich nicht mehr aus der Hand legen. Jedes Kapitel für sich endet mit einem Cliffhanger - einfach großartig!
    ❤liche Grüße,
    Kerstin

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