Rezension: "Leichtes Opfer" von Roger Smith

26 April 2015 | 1 Kommentar

Zum Buch

Leichtes Opfer von Roger Smith - Tropen - 334 Seiten - ISBN 978-3-608-50136-0 - Hardcover - 19,95 Euro - bei glatteis kaufen

Inhalt

Mitten in einer heißen Sommernacht in Kapstadt werden Michael Lane und seine Frau Beverly von Schreien aus ihrem Liebesspiel gerissen. Als das Ehepaar den Schreien folgt, machen sie eine grausige Entdeckung. Vor dem Poolhaus liegt die Leiche einer jungen Frau und neben dieser steht nicht etwa der drogenabhängige Sohn der Haushälterin, sondern ihr eigener Sohn Christopher. Für Beverly Lane ist damit sofort klar, dass ein Schuldiger gefunden werden muss, der nicht ihr Sohn ist. Damit beginnt eine hinterhältige Intrige, die das Schicksal zweier Familien auf tragische Weise miteinander verbindet und immer mehr Opfer fordert.

Meine Meinung

Wenn man dieses Buch aufschlägt und die ersten Sätze liest, dann ist man vielleicht ein wenig verwundert. Das sollte man aber nicht sein, denn wenn man dran bleibt und sich in der Geschichte fallen lässt, dann wird man schon nach wenigen Seiten gefesselt sein und dieses Buch erst aus der Hand legen können, wenn man die letzte Seite gelesen hat.

„Leichtes Opfer“ ist kein typischer Thriller und war wirklich ganz anders, als ich es erwartet habe. Wenn ich überhaupt so etwas wie eine Erwartung an das Buch hatte. Ein Thriller aus Südafrika hat mir noch gefehlt und allein deshalb hat mich dieses Buch auch so gereizt. Die Lanes sind die Familie aus der Oberschicht, die sich mit Geld alles kaufen können und bei denen auch ein Mord praktisch unter den Teppich gekehrt werden kann. Wirft das nicht auch moralische Bedenken auf? Kann man wirklich so grausam sein, dass einen diese Tatsache nicht beschäftigt? So kalt, dass man sich nicht darum schert, was mit einem Unschuldigen passiert?

Roger Smith ist für mich ein völliger unbekannter Autor. Bisher habe ich noch keines seiner Bücher gelesen, was sich nach der Lektüre dieses Thrillers allerdings definitiv ändern wird. Nach nur wenigen Seiten war ich von der Geschichte angetan und fasziniert von seinen Protagonisten. Auf der einen Seite die gefühlskalte Beverly, die eine innige Beziehung zu ihrem Sohn hat und alles dafür tun würde, dass die Fassade der glücklichen und harmonischen Familie aufrechterhalten wird. Auf der anderen Seite Michael, dem man sofort anmerkt, dass ihn das schlechte Gewissen plagt, er eigentlich mit nichts von alldem einverstanden ist und trotzdem so tief in allem steckt, dass er keinen Rückzieher machen kann. 

Der eigentliche Mordfall ist tatsächlich relativ schnell abgewickelt. Bald ist ein Schuldiger gefunden, der dafür auch ins Gefängnis wandert. Doch jetzt geht es in dieser Geschichte erst richtig los und der Autor erzeugt mit seiner Erzählweise so eine Sogwirkung, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Es geht um Schuld, Rache, Vergebung und die Gewalt und die Verbrechen der Gesellschaft von Kapstadt. Eine Stadt der Gegensetzlichkeiten, in der der Autor auch selbst wohnt. Auf der einen Seite eben die reiche Oberschicht, aber andererseits auch Elend und eine hohe Kriminalitätsrate, sowie Rassenhass. Durch die authentische Erzählweise ist man in diesem Buch gefangen und folgt jeder Seite gebannt. Zahlreiche Wendungen in der Geschichte erzeugen zusätzliche Spannung und man folgt gespannt dem Strudel an tragischen Ereignissen, die sich aus den Geschehnissen ergeben. 

Roger Smith nimmt kein Blatt vor den Mund und passt sich mit seinem Erzählstil den Umgangsformen an. Dieser Schreibstil ist es auch, der das Buch so einzigartig und überzeugend macht, mich absolut begeistert hat und von dem ich auch zukünftig unbedingt mehr lesen möchte. Damit wird dieses Buch auch nicht das letzte dieses Autors sein.

Fazit

Wer einen spannenden, authentischen und gesellschaftskritischen Thriller lesen möchte, der sollte zu diesem Buch greifen. Für mich eine klare Empfehlung unter den Thrillern und ein Autor, den man sich auf jeden Fall näher anschauen sollte.

5/5 Punkten

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1 Kommentar:

  1. Roger Smith steht schon seit geraumer Zeit auf meiner Liste, bestärkst mich jetzt wieder darin, mir mal eines seiner Bücher vorzunehmen, also danke für die Besprechung, ich glaube, der Titel hier wird es auch für mich sein! :)

    Viele liebe Grüße, Philly

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