Rezension: "Apfelgrüne Aussichten" von Annell Ritter

25 Mai 2015 | 1 Kommentar
Die Geschichten aus Brägenbeck gehen weiter: Die ehemalige Großstädterin Carla hat einen abgelegenen Bauernhof geerbt und betreibt dort eine einfache Pension. Sie ist glücklich mit ihrem neuen Leben und der jungen Liebe zum attraktiven Mechaniker Kai. Kleine Missgeschicke nimmt Carla gelassen. Nachdem sie sich und ihre Gäste aber beinahe vergiftet hätte – Pflanzen sehen für die botanisch unbedarfte Carla alle gleich aus – freundet sie sich mit der ungewöhnlichen Selbstversorgerin Gundula an. Nach und nach gewinnt Carla das Vertrauen der Dorfbewohner und fühlt sich immer mehr wie eine waschechte Brägenbeckerin. Auch ihre extrovertierte Freundin Lou ist mit von der Partie und unterstützt sie, wo sie nur kann. Doch nicht alle finden Carlas Anwesenheit gut. Großbauer Johannsen hetzt ihr das Ordnungsamt auf den Hals und schreckt auch sonst vor Intrigen nicht zurück. Aber Johannsens 14-jährige Tochter, Veganerin und Tieraktivistin, schlägt sich auf Carlas Seite. Die holt zum Gegenschlag aus.

Ein neuer Brägenbeck-Roman

Vor nicht allzu langer Zeit war ich zusammen mit Carla und Lou auf dem Weg nach Brägenbeck und habe allerlei Abenteuer mit den beiden lustigen Frauen erlebt. Jetzt entführt uns das Autorenduo Annell Ritter wieder nach Brägenbeck und es fühlt sich an, als wäre ich nie fort gewesen. 

Carla hat den geerbten Bauernhof mittlerweile saniert und eine Pension in dem Anwesen untergebracht. Die läuft sogar ganz gut und auch mit dem Mechaniker Kai ist sie so glücklich wie eh und je. Im Prinzip läuft alles perfekt, wäre da nicht immer noch Bauer Johannsen, der Carla nicht verzeihen kann, dass seine geplante Schweinemastanlage nicht gebaut werden konnte. So gibt es natürlich weiterhin allerlei Intrigen, aber auch viel Spaß und Geschichten, die das Leben schreibt. 

Wenn man jetzt also Lust auf eine lockere Geschichte hat und leichte Unterhaltung für den Urlaub sucht, dann ist man hier genau richtig. Am besten liest man den ersten Teil Sommer in Grasgrün gleich vorneweg. So ist man einfach besser im Bilde und bekommt die doppelte Portion an Unterhaltung. Auch dieses Mal treffen wir wieder die bekannten Protagonisten, allen voran Carla, die ihr altes Leben als Anwältin in München hinter sich gelassen hat und nun tatsächlich Pensionswirtin auf einem Dorf ist. Aber was wäre die Handlung ohne Carlas Freundin Lou, die auch dieses Mal wieder aus München anreist. Sogar mit ihrem Friseur im Schlepptau, der schlimmen Liebeskummer überwinden muss. Aber auch die esoterisch angehauchte Kräuterfrau Gundula, Kais Bikerfreunde aus Timmendorf und Lous Sohn, der in München nur Mist baut, stoßen irgendwann dazu und schon ergibt das eine bunte Truppe, die garantiert für Unterhaltung und die ein oder anderen Lacher sorgt. 

Das Gute an Geschichten von Annell Ritter ist immer, dass ich nur wenige Sätze lesen muss und sofort in der Geschichte bin, das Buch kaum zur Seite legen kann und bestens unterhalten werde. Für mich ein absoluter Pluspunkt. Wer zum Beispiel auch gerne Bücher von Monika Peetz liest, dem gefallen sicherlich auch diese Bücher hier und überhaupt könnte ich mir die Handlung perfekt in einem Film vorstellen. Wie immer überzeugte mich Lou am meisten, denn diese ausgeflippte Person mit dem Herz am rechten Fleck sorgt einfach immer für die perfekte Unterhaltung und ist das komplette Gegenteil von Carla. Sympathisch sind die Figuren, bis auf Bauer Johannsen (und das ist gewollt), aber alle und damit fällt es einem nicht schwer, mit ihnen mitzufiebern. 

Dieses Buch besticht sicherlich nicht durch eine komplexe Story oder überragender Sprache, aber diesen Anspruch hat es auch gar nicht. Es ist einfach genau diese Art von Buch, die man braucht, wenn man eine Geschichte fürs Herz sucht, nicht viel mitdenken möchte und absolut entspannen will. Ich freu mich jetzt schon, wenn das Duo hinter Annell Ritter eine weitere Reise nach Brägenbeck unternimmt und sich wieder eine Geschichte rund um Carla und ihre Freunde ausdenkt. Ich werde sie sicherlich lesen und ihr solltet das auch.

Fazit 

Eine unterhaltsame und leichte Lektüre, die genau jetzt für die Urlaubszeit mehr als perfekt ist. Wer eine Geschichte fürs Herz sucht, ohne viel nachdenken zu müssen und sich dennoch gerne richtig unterhalten lassen will, sollte zu diesem Buch greifen. 

4/5 Punkten

Apfelgrüne Aussichten von Annell Ritter - Forever by Ullstein - 320 Seiten - ISBN 9783958180444 - E-Book - 3,49 Euro

1 Kommentar:

  1. Hey Petzi :)

    ich war erst unschlüssig, ob ich nach "Sommer in Grasgrün" auch "Apfelgrüne Aussichten" lesen sollte, weil ja "Sommer in Grasgrün" doch ziemlich abgeschlossen wirkte. Nach deiner Rezension werde ich wohl aber mal reinschauen :)

    Liebe Grüße
    Tatze

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