Rezension: "Bird Box - Schließe deine Augen" von Josh Malerman

05 Mai 2015 | 7 Kommentare

Zum Buch

Bird Box - Schließe deine Augen von Josh Malerman - Penhaligon - 320 Seiten - ISBN 978-3-7645-3121-8 - Hardcover - 19,99 Euro - bei glatteis kaufen

Inhalt

Die junge Malorie lebt zusammen mit ihrer Schwester Shannon in einem Haus, als sie entdeckt, dass sie schwanger ist. Zur gleichen Zeit werden immer mehr Menschen auf der Welt vom Wahnsinn befallen und sterben. Es soll etwas Unheimliches sein, das bei bloßem Anblick den Wahnsinn auslöst. Bald schon ist die Stadt wie ausgestorben und überall herrscht gespenstische Ruhe. Es gibt nur wenige Überlebende und die, die es geschafft haben, haben sich in einem Haus zusammengefunden und verbarrikadieren sich dort. Malorie versucht alles, um ihr noch ungeborenes Kind zu beschützen, in einer Welt, die von Dunkelheit dominiert wird und in der man dem Tod in die Augen blickt, sobald man sie öffnet.

Meine Meinung

Ich war mir wirklich von Beginn an unsicher, ob ich dieses Buch lesen sollte. Das liegt keinesfalls am Horror, denn die dazugehörigen Filme schaue ich liebend gerne und umso grusliger, desto besser ist es für mich. Allerdings hat mich der Klappentext nicht wirklich überzeugt. Als es dann aber immer mehr andere Leser empfohlen haben, habe auch ich mich verleiten lassen.

Josh Malerman schreibt die Geschichte in zwei verschiedenen Zeitperspektiven. Wir folgen Malorie zum einen, als der Wahnsinn gerade erst beginnt, sie entdeckt, dass sie schwanger ist und noch nicht alle Menschen aus der Stadt verschwunden sind. Zum anderen aber auch, als sie sich mit ein paar Überlebenden in einem Haus verbarrikadiert und sich der Wahnsinn schon überall ausgebreitet hat. Diese unterschiedlichen Erzählperspektiven erzeugen durchaus eine gewisse Spannung und man ist als Leser sehr daran interessiert zu wissen, wie sich die Geschichte entwickelt.

Malorie ist in diesem Buch eindeutig die Hauptfigur und als solche blieb sie mir die ganze Handlung über viel zu blass. Sie ist niemand, mit dem ich wirklich mitgelitten hätte, und war mir bereits von Anfang an zu stumpf und eintönig. Im Verlauf der Handlung wäre dieses Verhalten durchaus zu verstehen, weil die Aussichtslosigkeit der Situation dies vielleicht bewirkt. Allerdings war das eben auch schon so, als der Wahnsinn noch gar nicht richtig begonnen hat. Einzig Tom war für mich eine Figur, die mir gefallen hat und die der Autor gut ausgearbeitet hat.

Auch der Schreibstil hat mich leider so gar nicht überzeugen können. Er war mir die ganze Zeit zu abgehackt, emotionslos, zu langweilig. Sicherlich schrieben viele, dass sie sich Zweitweise oft gruseln mussten. Das war bei mir nicht der Fall, deswegen würde ich das Buch allerdings auch nicht schlechter bewerten. Jeder Mensch hat diesbezüglich schließlich eine andere „Schmerzgrenze“ und nimmt solche Dinge anders war. Durch den Schreibstil baute sich bei mir allerdings auch nie dieses Gefühl auf, mitten in der Handlung zu stecken. Ich bin der Story auf distanzierter Ebene gefolgt, war nie wirklich ergriffen oder gepackt und konnte folglich keinen richtigen Draht zur Geschichte entwickeln.

Das Setting ist allerdings gekonnt gewählt und Malerman hätte aus der Geschichte an sich viel mehr herausholen können. Die verlassene amerikanische Kleinstadt, geplünderte Läden und verriegelte Fenster erzeugen ein stimmiges Bild und suggerieren die Tragik und den Wahnsinn der Situation perfekt. Stellenweise hat er mich dann auch wieder gepackt und ich habe neugierig weitergelesen.

Insgesamt ist dieses Buch sicherlich nicht extrem schlecht, was auch die zahlreichen guten Kritiken beweisen. Wenn man jedoch bestimmte Erwartungen hat und sich allgemein nur schwer gruselt, wird man von diesem Buch wahrscheinlich eher enttäuscht sein. Josh Malerman schafft es nicht, mich mit seinem Schreibstil und seinen Protagonisten zu überzeugen und für sich einzunehmen, weshalb mir der Zugang zur Geschichte gefehlt hat und ich einfach nie wirklich in ihr gefangen war. So wie sich das Buch liest, könnte da noch eine Fortsetzung auf uns zukommen. Ob ich die allerdings lesen werde, bleibt vorerst abzuwarten.

Fazit

Ein beklemmender Roman mit einer guten Grundidee, aber mangelnder Umsetzung. Schreibstil und Protagonisten konnten mich leider nicht für sich gewinnen, weshalb mich die Geschichte nie richtig fesseln konnte. Die Erwartungshaltung war wohl einfach zu hoch und ich wurde leider enttäuscht. 

2/5 Punkten

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Kommentare:

  1. Ich hatte das Buch erst gestern in der Hand und hatte auch überlegt, da es ja im Moment überall auftaucht. Und es hat so unterschiedliche Bewertungen....hm...deine Rezi lässt mich jetzt wieder NICHT zum Buch greifen....
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Liebe Martina,

      es hat auch total vielen sehr gut gefallen und deshalb würde ich es vielleicht einfach mal probieren. Vielleicht reicht dir ja schon die Leseprobe? Wenn du da total gefesselt bist, dann würde ich es lesen. :-)

      Liebe Grüße
      Petzi

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  2. Huhu :)

    das finde ich aber gar nicht gut, dass dir das Buch nicht gefallen hat.
    Interessant, dass es also auch zu diesem Buch negative Meinungen gibt. Echt schade aber leider nicht zu ändern :( Das nächste Buch wird dann hoffentlich wieder besser für dich :)

    Liebe Grüße
    Philip

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    1. Hey,

      es gibt sogar noch ein paar andere negative Stimmen, war also nicht die Einzige. Habe am Anfang auch noch eher zu drei Sternen tendiert, aber beim Schreiben der Rezension hat sich das so ergeben. Vielleicht ist es auch einfach nicht meinst und hätte mir wahrscheinlich als Film sogar besser gefallen. Horrorfilme liebe ich ja. :-)

      Liebe Grüße
      Petzi

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  3. Puhhhh liebe Petzi,

    ich ahnte es gestern ja schon, als wir geschrieben haben. Ich bin ehrlich gesagt hin- und hergerissen. Einerseits hätte ich nach dem spannenden Klappentext Lust auf das Buch, andererseits stimmt mich deine Rezension nachdenklich. Du schreibst von einem abgehackt und emotionslos. Hmm... vielleicht liegt es auch daran, dass du anderes gewohnt bist. Du liest ja sehr gerne Thriller und magst Horrorfilme, da hat man vielleicht auch ganz andere Erwartungen. Ich denke, Birdbox und ich versuchen es einfach mal miteinander.

    Danke für die schöne, ausführliche Rezension meine Liebe :)
    Sandra

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  4. Hallöchen liebe Petzi,
    schade, dass dir das Buch nicht so gut gefallen hat wie mir. Ich hab es echt einfach so gefressen, will ich mal sagen. :D Ich fand es total spannend und auch das Ende fand ich einfach nur gut, alles war irgendwie so durchdacht und ach ich fands einfach toll.

    Liebst, Lotta

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  5. Hallo Petzi! :)

    Hast du schon vom Bloggernetzwerk gehört? Wenn nicht, dann lass ich dir mal kurz den Link zum Hintergrund des Blogs da:
    https://bloggervernetzt.wordpress.com/an-blogger/
    Ich bin dort jedenfalls seit kurzem Mitglied und würde mich sehr freuen, wenn ich deine Rezension hier zu "Bird Box" verlinken dürfte. (Und mit deiner Erlaubnis auch in Zukunft ein paar deiner Rezensionen?)
    Und hier sende ich dir auch einen Beispiellink, wie das Ganze im Endeffekt aussieht:
    https://bloggervernetzt.wordpress.com/2015/05/22/bird-box-schliese-deine-augen-von-josh-malerman/

    Über eine kurze Antwort würde ich mich sehr freuen!
    Ganz lieben Gruß ♥,
    Janine

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