Bücherschau #3 - Buchentdeckungen der letzten Tage

21 August 2015 | 3 Kommentare
Neben Büchern lese ich natürlich liebend gerne Zeitschriften, Zeitungen, andere Blogs und viel im Internet. Überall dort laufen mir immer wieder ganz tolle Buchtipps über den Weg. Besonders interessante, neugierig machende und toll klingende Bücher stell ich euch in unregelmäßigen Abständen hier vor. Vielleicht gefallen sie euch ja auch oder ihr kennt bereits selbst eines der Bücher und könnt mir mehr dazu sagen.

Wenn man auf Facebook u.a. auch mit Verlagsmenschen in Kontakt steht, dann kann es passieren, dass man auch auf diesem Weg auf besonders spannende Bücher aufmerksam gemacht wird. 'Gehen, ging, gegangen' von Jenny Erpenbeck war eines davon und seine Thematik passt so gut in die jetzige Zeit, dass ich es sofort auf die Wunschliste gesetzt habe. [Nachtrag: Diesen Post habe ich am Wochenende vorbereitet und da wusste ich noch nicht, dass das Buch auf der Longlist des Deutschen Buchpreises stehen wird. Jetzt wird es erst recht gelesen.]

Entdeckungsreise zu einer Welt, die zum Schweigen verurteilt, aber mitten unter uns ist. Wie erträgt man das Vergehen der Zeit, wenn man zur Untätigkeit gezwungen ist? Wie geht man um mit dem Verlust derer, die man geliebt hat? Wer trägt das Erbe weiter? Richard, emeritierter Professor, kommt durch die zufällige Begegnung mit den Asylsuchenden auf dem Oranienplatz auf die Idee, die Antworten auf seine Fragen dort zu suchen, wo sonst niemand sie sucht: bei jenen jungen Flüchtlingen aus Afrika, die in Berlin gestrandet und seit Jahren zum Warten verurteilt sind. Und plötzlich schaut diese Welt ihn an, den Bewohner des alten Europas, und weiß womöglich besser als er selbst, wer er eigentlich ist. Jenny Erpenbeck erzählt auf ihre unnachahmliche Weise eine Geschichte vom Wegsehen und Hinsehen, von Tod und Krieg, vom ewigen Warten und von all dem, was unter der Oberfläche verborgen liegt.

In der Vorschau des KiWi-Verlags hab ich das Buch zwar schon entdeckt, aber ihm irgendwie weniger Beachtung beigemessen. Seit ich aber in einem Artikel des Spiegel nochmal direkt über 'Der erste fiese Typ' von Miranda July gestolpert bin, will ich dieses Buch unbedingt lesen.

Cheryl Glickman ist eine Mittvierzigerin mit System: Sie besitzt nur, was sie wirklich benötigt (z.B. einen Teller, eine Gabel, einen Löffel …) und bündelt ihre Energien maximal (»Wenn Sie schon ein Buch lesen müssen, dann tun Sie es doch gleich neben dem Bücherregal und halten den Finger in die Lücke, damit Sie es dann wieder zurückstellen können!«). Cheryl arbeitet bei einer Firma, die Selbstverteidigung zu Fitnesszwecken lehrt, sie ist seit Jahren verliebt in den 20 Jahre älteren Philipp (der wiederum eine 16-Jährige begehrt) und von dem Gedanken überzeugt, dass sie beide eigentlich seit Jahrtausenden ein Paar sind (Höhlenmann und Höhlenfrau). Als die Tochter ihrer Chefs bei ihr einzieht, wird ihre Ordnungs-Obsession gnadenlos zerstört: Clee, 20 Jahre alt, ist ein Messie, hat Schweißfüße und keinerlei Manieren. Und sie greift Cheryl körperlich an. Bald kämpfen die beiden nach Vorlage der alten Selbstverteidigungsvideos von Open Palm. Eine Choreografie, die Cheryl ganz neue körperliche Erfahrungen verschafft. Die beiden werden ein Paar, zumindest eine Art Paar, und als Clee schwanger wird, übernimmt Cheryl die Rolle ihres Lebens: Sie wird Mutter. Ein Roman, bei dem Sie laut lachen und gegen Ende glücklich lächeln und gleich wieder von vorn zu lesen anfangen werden. 


Auf diversen Blogs bin ich diesem Buch nun schon über den Weg gelaufen und wusste nicht einmal, worum es darin geht. Nachdem ich aber vor ein paar Tagen endlich den Klappentext gelesen habe war sicher, dass ich 'Auerhaus' von Bov Bjerg unbediengt lesen muss.

Sechs Freunde und ein Versprechen: Ihr Leben soll nicht in Ordnern mit der Aufschrift Birth - School - Work - Death abgeheftet werden. Deshalb ziehen sie gemeinsam ins Auerhaus. Eine Schüler-WG auf dem Dorf - unerhört. Aber sie wollen nicht nur ihr Leben retten, sondern vor allem das ihres besten Freundes Frieder. Denn der ist sich nicht so sicher, warum er überhaupt leben soll. Bov Bjerg erzählt mitreißend und einfühlsam von Liebe, Freundschaft und sechs Idealisten, deren Einfallsreichtum nichts weniger ist als Notwehr gegen das Vorgefundene. Denn ihr Ringen um das Glück ist auch ein Kampf um Leben und Tod. 

Kennt ihr eines der Bücher oder interessiert euch spontan auch etwas davon? Woher holt ihr euch eure Buchtipps?

Kommentare:

  1. "Auerhaus" ist mir in letzter Zeit auch häufiger begegnet und daher auch auf meiner Wunschliste gelandet. Die anderen Titel sind wohl eher nichts für mich. ;-)

    AntwortenLöschen
  2. Ich hab Auerhaus vor kurzem beendet. Wenn du willst, leihe ich es dir aus :-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. 1.) Wie hat es dir denn gefallen?
      2.) Grundsätzlich sehr gerne, aber ich würde es nicht sofort schaffen. :-)

      Ganz liebe Grüße
      Petzi

      Löschen