Rezension: "Die Stimme des Vergessens" von Sabine Kornbichler

05 Oktober 2015 | 1 Kommentar
Kristina Mahlo wird für die Betreuung von Albert Schettlers Nachlass eingesetzt. Als diese sein Haus betritt, sind die Zeichen seiner Paranoia unübersehbar. Alle Türen sind mehrfach gesichert, die Fenster vergittert. In dem Brief, den er für Kristina hinterlassen hat, steht, dass in seinem Bankschließfach eine Information von brisanter Natur hinterlegt ist. Jemand wird versuchen an diesen Inhalt zu gelangen und Kristina soll sich in Acht nehmen. Sie hält das für Verfolgungswahn, doch dann werden die Unterlagen tatsächlich gestohlen. War die Angst von Schettler gar nicht so unbegründet? Kristina recherchiert und bringt ungeahnte Wahrheiten ans Licht…

Ungeahnte Wahrheiten

Kristina Mahlo, sowie ihre Familie und Freunde habe ich bereits im ersten Band als sehr sympathisch empfunden und ich bin den Geschichten gerne gefolgt. In „Die Stimme des Vergessens“ habe ich alle Protagonisten nur noch mehr in mein Herz geschlossen und dieses Buch wieder begeistert gelesen. 

Bereits der Einstieg in das Buch ist mir sehr leicht gefallen, weil Sabine Kornbichlers Schreibstil von seiner Spannung und Authentizität lebt und mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Einmal angefangen kann man ihre Bücher nur noch schwerlich zur Seite legen. Und auch der Handlungsverlauf gestaltete sich genau nach meinem Geschmack. Nach und nach werden neue Informationen und Details eingestreut, jedoch nie zu viel verraten. Als Leser ermittelt man selbst mit, zieht seine Schlüsse und hegt den ersten Verdacht, der dann doch wieder verworfen werden muss. Eine der Stärken der Autorin liegt sicherlich darin, dass sie geschickt falsche Fährten streut und am Ende trotzdem eine logische und plausible Geschichte mit einem spannenden und nicht vorhersehbaren Ende abliefert und den Leser damit absolut befriedigt zurücklässt.

Wie auch bereits im Einstieg geschrieben, empfinde ich die einzelnen Protagonisten bereits seit dem ersten Band sehr sympathisch. Diese Sympathie ist jetzt aber noch weiter gestiegen, weil auch hier auf viel Persönliches eingegangen wird und man die Charaktere noch besser kennenlernt. Für mich sind das alles ganz normale bodenständige Personen, denen man gerne folgt. Besonders gut gefällt mir hier, dass nicht immer alles eitel Sonnenschein ist und Kris beispielsweise auch Turbulenzen in ihrer Beziehung erlebt. 

Auch diese Geschichte spielt übrigens wieder in und um München und hat es mir daher besonders leicht gemacht, weil ich mich dort eben selbst auskenne. Für mich ein nettes Gimmick, aber natürlich überhaupt nicht wichtig, um der Handlung zu folgen. Minimal Längen, die es zum Mittelteil gab, wurden für mich durch Sabine Kornbichlers Schreibstil wieder ausgebügelt und so habe ich eben auch gerne gelesen, als mal weniger wichtiges für die Handlung passierte. Der etwas naive Fehler am Ende hätte vielleicht nicht sein müssen, weil Kristina eigentlich aus ihrem ersten Fall gelernt haben sollte. Aber insgesamt wieder eine sehr spannende Geschichte, die ich gerne gelesen habe. 

Fazit

Wer auf spannende Geschichte ohne typischen Ermittler steht und persönliche und sympathische Charaktere bevorzugt, der sollte sich unbedingt einmal die Reihe um Nachlassverwalterin Kristina Mahlo näher anschauen. Auch der zweite Band hat mich begeistert und sollte unbedingt gelesen werden. 

5/5 Punkten

Die Stimme des Vergessens von Sabine Kornbichler - Piper -  416 Seiten - ISBN 978-3-492-30204-3- Paperback - 12,99 Euro

1 Kommentar:

  1. Hallöchen liebste Petzi,
    hach da machst du mich mal wieder neugierig auf ein Buch, von dem ich bisher echt null komma nix gehört habe. Ich muss aber auch gestehen, dass mir das Buch in der Buchhandlung wahrscheinlich auch nicht aufgefallen wäre.
    Aber ich werd es auf jeden Fall mal im Auge behalten und mich ein wenig durch die Rezensionen klicken :)


    Alles Liebe, Nelly

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