Rezension: "Fremd" von Ursula Poznanski und Arno Strobel

29 Dezember 2015 | 3 Kommentare
Eine Frau und ein Mann. Er erkennt sie, aber sie ihn nicht. Angeblich ist er ihr Verlobter, aber für sie ist er nur ein fremder, ein Einbrecher. Wie kann es sein, dass sie sich nicht mehr an den angeblichen Mann an ihrer Seite erinnern kann? Was ist passiert? Je mehr sie die Situation zu verstehen versucht, desto verwirrender wird sie. Bald müssen beide erkennen, dass sie in Gefahr sind. In tödlicher Gefahr. Und es gibt nur eine Rettung: Sie müssen einander vertrauen... 

Vertrau oder stirb

Man kann es nicht anders sagen, aber der Klappentext verspricht ein großartiges Buch. Umso neugieriger wurde ich und so habe ich das Buch kurzerhand besorgt und es gelesen. 

Ursula Poznanski und Arno Strobel haben sich bei diesem Werk zusammengetan und schrieben gemeinsam die Geschichte dieser Frau und ihres Verlobten, an den sie sich nicht mehr erinnern kann. Jeweils im Wechsel wird die Geschichte der beiden in der Ich-Perspektive erzählt, wobei sich jeder Autor einer Person widmet. Insgesamt ein tempohaftes Ping-Pong-Spiel, das in kurzen und teilweise spannenden Kapiteln mündet. Der Leser möchte am Ball bleiben, um die Auflösung zu verfolgen. Manchmal möchte er das aber auch nicht. Immer dann, wenn die Geschichte an Fahrt verliert und stellenweise langatmig wird. 

Es war das ein oder andere Mal durchaus ermüdend, dass verschiedene Gefühlsbeschreibungen und Ansichten sich im nächsten Kapitel wiederholen, weil auch die andere Person diese Szene noch einmal durchlebt, die man gerade schon aus der anderen Perspektive gelesen hat. Man könnte jetzt natürlich zugute halten, dass es sich um eine besondere Erzählart handelt und dies so sein muss, aber mich persönlich hat es einfach zu oft gestört.

Wenn dann aber doch wieder Fahrt in die Geschichte kommt, dann will man sie auch ganz gerne lesen und kann sie schlecht aus der Hand legen. Es waren nämlich durchaus auch einige spannende Sequenzen vorhanden und der gut lesbare Schreibstil des Autorenduos tat hier sein Übriges. 

Dass die Autoren nicht wirklich auf die Charaktere eingehen, hat mich weniger gestört. Obwohl man so mehr auf Distanz blieb, hatte ich dennoch ein klares Bild vor Augen. Ich benötige tatsächlich nicht so viele Informationen, die Figuren können mich auch mit ihren Handlungen überzeugen. Hier haben sie es aber leider nicht geschafft. 

Irgendwann bewegen wir uns aber zum Ende hin und langsam lässt sich erahnen, dass das nicht gut enden kann. Jetzt fängt es an, dass sich viele Absurditäten aneinanderreihen und die Handlung langsam unrealistisch wird. Anfangs gehegte Verdachtsmomente haben sich bestätigt, die Charaktere bleiben die ganze Geschichte über unsympathisch und Poznanski und Strobel packen alles aus der Trickkiste, was ihnen eingefallen ist. Ein unbekannter Attentäter und eine eifersüchtige Ex-Freundin sind nur zwei Dinge von vielen um die Geschichte zum Ende hin schlechter zu machen, als sie zu Beginn noch war. 

Fazit 

Für mich war „Fremd“ kein Thriller, den man unbedingt lesen muss. Der spannende Klappentext konnte leider nicht halten, was er versprach und die vielen Absurditäten haben besonders zum Ende hin das Lesevergnügen sehr getrübt. Muss man nicht lesen. 

3/5 Punkten

Fremd von Ursula Poznanski und Arno Strobel - Rowohlt - 400 Seiten - ISBN 978-3-8052-5084-9 - Hardcover - 16,99 Euro

Kommentare:

  1. Das Buch steht bei mir auch noch auf dem Merkzettel weil ich den Klappentext interessant fand aber ich habe jetzt schon von mehreren gehört dass das Buch gerade zum Ende hin eher enttäuschend ausfällt.

    Ich denke dann werde ich das Buch vermutlich auch eher auslassen, zumal ich von den letzten Büchern von Arno Strobel auch nicht so wirklich überzeugt war…

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  2. Hey,
    danke für deine Rezension! Ich hatte überlegt, "fremd" zu lesen, aber nach der mittelmäßigen Bewertung kann es wohl noch etwas warten :)

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  3. Hi Petzi,

    ich bin erst kürzlich über Lovelybooks auf deinen Buchblog gestoßen und bin wirklich begeistert. Du hast wirklich einen guten Geschmack.
    Nun zur oben beschriebenen Rezension. Mir ging es genau so wie dir. Die Idee verspricht einiges, aber das Ende fand ich zu sehr an den Haaren herbei gezogen. Wirklich schade.

    Lieben Gruß
    kleinesohr

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