Rezension: "Pikkolo und Panettone" von Astrida Wallat

03 Dezember 2015 | 1 Kommentar
Wenn Weihnachten naht, dann fängt das Chaos erst an. So auch bei der deutsch-italienischen Familie Maiotti, die zusammen mit der ganzen Verwandtschaft unterm deutschen Weihnachtsbaum feiern will. Und in diesem Jahr steht der Heilige Abend anscheinend unter einem ganz besonders schlechten Stern. Die Großmutter vergisst die Weihnachtsgans im Zug, Maura hat Liebeskummer und kurz vor der Bescherung verschwindet auch noch der kleine Ugolino spurlos. Die planvoll chaotische Welt der Maiottis gerät plötzlich ins Wanken, und während alle fieberhaft nach Ugolino suchen, kommen überraschende Geheimnisse zutage.

Eine herrlich komische Komödie

Wenn man an italienische Großfamilien denkt, dann hat man ja immer ein bestimmtes Bild im Kopf. Mir geht es da zumindest so. Als ich in diesem Buch bei Familie Maiotti zu Gast war, hat sich dieses Bild bestätigt und ich hatte wunderbare Stunden voll Lesevergnügen und einige Lachmuskeln, die tatsächlich ziemlich strapaziert wurden.

Alle Figuren fand ich wunderbar gelungen, aber besonders die Nonna war wirklich großartig. Hier sprühen wirklich alle Seiten voll Witz und Humor, man muss ganz oft schmunzeln, mag das Buch kaum zur Seite legen und denkt mit Sorge daran, welches Chaos bei einem Selbst ausbrechen wird, weil dies und jenes noch erledigt werden muss. Selbstverständlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz und alt gehegte Geheimnisse werden gelüftet. Eine große Portion von allem was dazugehört und es ist ganz wunderbar. 

Durch die bildhafte und tolle Sprache von Astrida Wallat wird sofort das Kopfkino angeworfen und man fühlt sich als stiller Beobachter dieser chaotischen und bunten Familie pudelwohl. Man möchte sie schlicht nicht verlassen und ist deswegen umso trauriger, wenn die Geschichte doch endet.

Am besten sollte man sich auch einen Pikkolo aufmachen, einen Panettone anschneiden und dann dieses Buch genießen. Das geht jetzt, das geht aber auch später, denn diese Geschichte ist so komisch und wunderbar, dass man sie gar nicht unbedingt im Winter lesen müsste. Kommt wegen des Weihnachtsfeelings aber natürlich etwas besser. 

Wunderbar fand ich es, dass die Autorin viele Sprichwörter, Phrasen und einzelne Wörter aus dem Italienischen so beibehalten hat. Ein bisschen Sprache lernen war nie so unterhaltsam, wie es in diesem Buch war. Ein kleines Extra gibt es aber auch, denn am Ende verrät die Autorin noch ein paar italienische Weihnachtsrezepte, die auch im Buch eine Rolle gespielt haben. Wer also auf den Geschmack gekommen ist, der kann direkt von der Lesecouch in die Küche wandern und den Kochlöffel schwingen. 

Dieses Buch ist kein literarisches Meisterwerk, sondern schlicht eine ganz tolle Geschichte mit sehr großem Unterhaltungsfaktor. Man sollte sie unbedingt lesen, denn dann wird man sie genießen, man wird lachen, man wird begeistert sein und das sind alles Dinge, die ein gutes Buch idealerweise ausmachen. 

Fazit 

Wer auf der Suche nach einem unterhaltsamen Roman für die Weihnachtstage ist, der sollte sich unbedingt dieses Buch besorgen. Selten habe ich so viele gelacht, wie beim Lesen dieser Lektüre. Wunderbare Charaktere, eine wunderbare Geschichte, ganz viel Humor und eine echte Empfehlung.

5/5 Punkten

Pikkolo und Panettone von Astrida Wallat - Atlantik Verlag - 288 Seiten - ISBN 978-3-455-65066-2 - Paperback - 14,99 Euro

1 Kommentar:

  1. Sehr schöne Rezension :-) Mein Freund liest dieses Buch auch gerade, er hat es zum Nikolaus geschenkt bekommen. Vielleicht schnappe ich es mir einfach nach ihm :-D Ich werde es mir auf jeden Fall mal im Auge behalten.

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