Rezension: "Vom Ende der Einsamkeit" von Benedict Wells

08 März 2016 | 4 Kommentare
Jules und seine beiden Geschwister wachsen behütet auf, bis ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben kommen. Als Erwachsene glauben sie, diesen Schicksalsschlag überwunden zu haben. Doch dann holt sie die Vergangenheit wieder ein. Ein berührender Roman über das Überwinden von Verlust und Einsamkeit und über die Frage, was in einem Menschen unveränderlich ist. Und vor allem: eine große Liebesgeschichte.

Traurig und schön zugleich

Bis zu diesem Buch habe ich tatsächlich noch nie ein Buch von Benedict Wells gelesen und mich auch noch nie mit ihm als Autor befasst. Scheinbar ein tragischer Fehler, denn dieses Buch hat mich wirklich begeistert.

Nachdem nun Stück für Stück die Besprechungen zu diesem Roman veröffentlicht werden, schneidet der Autor nicht bei jedem Leser gleichgut ab. Ich allerdings bin von seinen Worten, seinen Sätzen und seiner Geschichte begeistert und werde schon ganz bald ein weiteres Buch des Autors lesen.

Jetzt sitze ich also hier und schreibe diese Rezension und habe das Gefühl, diesem Buch mit keinem Wort auch nur irgendwie gerecht zu werden. Eine Ansage, die ich unbedingt loswerden will: „Lest dieses Buch!“ Macht euch ein eigenes Bild, versucht die Geschichte selbst zu entdecken und lasst euch von Wells Sätzen und Worten verzaubern.

„Eine schwierige Kindheit ist wie ein unsichtbarer Feind: Man weiß nie, wann er zuschlagen wird.“

Die Geschwister Jules, Marty und Liz haben eine wunderbare Kindheit, bis ihre Eltern bei einem tragischen Autounfall ums Leben kommen. Alle drei kommen auf dasselbe Internat, aber dennoch geht jeder anders mit der Situation um. Während Marty der typische Computernerd wird, ist Liz für alle Experimente offen, nimmt Drogen und lebt ein leichtes Leben. Jules dagegen ist der introvertierte Junge, der noch stiller wird, oft auch philosophisch und poetisch daherkommt.

In seiner Mitschülerin Alva entdeckt Jules eine Seelenverwandte. Eine tiefe Freundschaft, die durch ein tragisches Missverständnis ihr Ende findet. Viele Jahre müssen vergehen, bis sich die beiden wieder treffen. Alva ist mittlerweile verheiratet und doch ist da etwas zwischen Jules und Alva, was der Leser lange nicht greifen kann. Gebannt folgt man der Geschichte von Jules und ist begeistert über die leise Erzählung, die Benedict Wells hier präsentiert. An manchen Stellen ist die Geschichte aber auch so mitreißend, dass man sich dem Sog kaum entziehen kann. Überhaupt kann man das Buch kaum aus der Hand legen, saugt die Sätze förmlich in sich auf und ist am Ende begeistert.

Der Leser begleitet die Geschwister über viele Jahre, begleitet sie beim Versuch, zurück auf ihren Weg zu kommen. Er erlebt Trauer, Einsamkeit, Hilflosigkeit und doch auch Glück und durchfährt so eine Achterbahn der Gefühle.

Gefühlt hundert Sätze, die ich markiert habe, die ich immer wieder gelesen habe und die deutlich machen, welch großartiger Erzähler Benedict Wells ist. Er hat mich am Ende überrascht, berührt und hat es geschafft, dass ich auch Tage später noch über dieses Buch nachgedacht habe.

Fazit

Eine emotionale Geschichte, die mich als Leser nicht mehr losgelassen hat. Ich bin sehr froh, dass ich den Schriftsteller Benedict Wells nun für mich entdeckt habe, und werde ganz sicher bald ein weiteres Buch von ihm lesen. Für mich ein Highlight, das man gelesen haben sollte.

5/5 Punkten

Vom Ende der Einsamkeit von Benedict Wells
Diogenes Verlag - 368 Seiten
ISBN 978-3-257-06958-7
Gebundene Ausgabe -  22,00 Euro

Kommentare:

  1. Huhu,

    es ist wunderbar, dass dich die Geschichte scheinbar ebenso sehr beeindruckt hat, wie mich. Ich habe direkt im Anschluss "Fast genial" begonnen und bin heute fertig geworden. Auch dieses Buch kann ich dir nur ans Herz legen. Derzeit arbeitet Benedict ja einer abgeänderten Fassung, weswegen ich es unbedingt noch vorher lesen wollte. Dein signierter Schatz liegt ja noch immer ganz ungeduldig hier. Muss der noch bis zum Indiebookday auf dich warten? Entzückendes Foto im Übrigen. Gefällt mir sehr.

    Liebe Grüße

    Steffi

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  2. Liebe Petzi,

    seitdem die Aktion bei LovelyBooks war, habe ich mich auch mit dem Autor beschäftigt und werde mindestens ein Buch von ihm lesen :-) Davon bin ich nach dem Lesen deiner schönen Rezension überzeugter denn je :D
    Bis zur #Leseparty!

    Liebe Grüße,
    Anna

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  3. Ich freue mich irgendwie über alle, denen es auch so gut gefallen hat wie mir. Welches Buch von ihm möchtest du denn als nächstes gerne lesen?
    Liebe Grüße, Inga

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  4. Ich muss ja gestehen, mich spricht der Klappentext nicht unbedingt an, aber nun habe ich immer wieder solche begeisterten Stimmen wie deine gehört, da sollte ich ihm wohl doch eine Chance geben.

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