Rezension: "Das Spiel - Opfer" von Jeff Menapace

02 August 2016 | 10 Kommentare

Patrick und Amy wollen mit ihren beiden Kindern ein erholsames und idyllisches Wochenende in ihrem Ferienhaus am Crescent Lake verbringen. Schon auf dem Weg dorthin begegnen sie einem seltsamen Mann. Amy hat kein gutes Gefühl, doch Patrick überredet sie zu bleiben. Er weiß nicht, wie nah die Fannelli-Brüder den beiden schon sind. Sie möchten, auf ihre ganz eigene Art, das Wochenende genießen und ein Spiel spielen. Ein sehr böses Spiel. Und ihre Mitspieler werden Patrick, Amy und die Kinder sein….

Spannung am Crescent Lake

Ich habe in der Vergangenheit schon öfter mal Bücher aus dem Hardcore Bereich gelesen. Irgendwann wurde ich mal vorwurfsvoll nach dem "Warum" gefragt. Wie kann man ein Buch lesen, in dem andere Menschen grausam gequält und ermordet werden? Welchen Sinn hat das? Naja, es hat keinen Sinn. Es muss aber auch keinen Sinn haben. Es ist einfach der Unterhaltungsfaktor, Spannung und Nervenkitzel wie in einem Horrorfilm, der solche Bücher für mich interessant macht.

"Opfer" ist das erste Buch der Spiel-Trilogie, die nun nach und nach erscheinen wird. Jeff Menapace war mir bis dato nicht bekannt, macht seine Sache aber so gut, dass ich zum einen die Folgebände lesen werde und dieses Buch hier gerne weiterempfehlen will.

Während ich mit manchen Büchern erst nach einigen Seiten warm werde, hat dieses mich sofort gepackt. In meiner akuten Leseflautenphase, war diese einfache Geschichte genau das, was ich gesucht habe. Menapace schreibt äußerst spannend und mitreißend, stellenweise auch mit sehr kurzen Kapiteln und vielen Cliffhangern. Als Leser kann man das Buch kaum zur Seite legen, auch wenn man es eigentlich sollte. Dieses war für mich eines, in dem die Nächte etwas kürzer ausgefallen sind und das Kopfkino sofort bedient wurde. Durch seine bildhaften und sehr detaillierten Schilderungen hat man sofort eine Vorstellung vom Geschehen und alle Charaktere vor Augen.

Die Handlung ist an manchen Stellen durchaus vorhersehbar, was mich bei dieser Handlung aber tatsächlich kaum gestört hat. Der Nervenkitzel beim Lesen war konstant vorhanden, sodass ich diesen Punkt getrost ignorieren konnte und einfach nur wissen wollte, wie es denn jetzt am Ende weitergeht.

Amy und Patrick haben mich als liebendes Ehepaar und Eltern absolut überzeugt und waren mir von Beginn an sehr sympathisch. Auch die restlichen Protagonisten spielten ihre zugedachte Rolle sehr authentisch und glaubhaft. Einzig die Täter fand ich nicht ganz durchdacht. Hier hat mich die Erklärung für ihr handeln nicht wirklich zufriedengestellt.

Ein ruhiger und einsamer See im amerikanischen Hinterland ist die perfekte Kulisse für eine solche Geschichte, die zusätzliche Spannung bringt. Auch das Ende hat mich überzeugt und liefert dann zusätzlich noch einen sehr spannenden Aufhänger für den zweiten Teil. Ich bin sehr gespannt, wie die Geschichte hier umgesetzt wird. Jeff Menapace hat das Rad ganz sicher nicht neu erfunden, aber bei Geschichten dieses Genres geht das auch meist schlecht. Wichtig ist eher, was der Autor damit macht und hier hat er seine Sache in meinen Augen gut gemacht.

Fazit

Wer auf der Suche nach spannendem Nervenkitzel und lockerer Unterhaltung ist, der sollte sich diese Reihe unbedingt genauer ansehen. Der erste Teil hat mich bereits mit Handlung und Geschichte überzeugt und einige spannende Lesestunden beschert. Für ganz schwache Nerven ist dieses Buch allerdings weniger zu empfehlen.

4/5 Punkten

Das Spiel - Opfer von Jeff Menapace - aus dem Amerikanischen von Sven-Eric Wehmeyer - Heyne Hardcore - 400 Seiten - ISBN 978-3453677074 - Taschenbuch - 9,99 Euro - bei Amazon kaufen | im Buchhandel kaufen *

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Kommentare:

  1. Eine schöne Rezension! :)
    Ich glaube, für mich wäre das Buch eher nichts, vor allem, da ich momentan so gar keine Lust auf Thriller und Ähnliches habe.

    Ich wünsche dir einen schönen Mittwoch!
    Liebe Grüße,
    Binzi
    www.binzis-buecher.blogspot.de

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  2. Das Buch liegt hier schon bereit und da ich Lust auf Nervenkitzel habe, wird es wohl bald gelesen.

    Warum, werde ich auch oft gefragt. Ich lese ja kunterbunt. Gesellschaftskritische Krimis wechsle ich aber auch gerne mit unterhaltenden Thrillern ab. Spannend muss ein Buch für mich immer sein, sonst kommt Langeweile auf. Und manchmal mag ich nicht denken, sondern einfach lesen und mich unterhalten lassen. Mit solchen Büchern gelingt das wunderbar oder auch mit Jugendbüchern, die einfacher geschrieben sind. Andere spielen Pokemon, ich lese halt lieber.

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    1. Für mich ist das ein perfektes Buch zum nicht nachdenken und einfach lesen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es dir auch gefallen wird. Viel Spaß dabei. :)

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  3. Huhu liebe Petzi,
    ich kann dich vollkommen verstehen: manchmal muss es eben genau so ein Buch sein, in dem das Blut nur so spritzt.
    Die gleiche Hoffnung hatte ich auch, als ich zu diesem Buch gegriffen habe. Nur leider weißt du ja schon, dass das bei mir eher ein Griff ins Klo war. Umso mehr freue ich mich, dass es genau diese Geschichte war, die dich aus deiner Leseflaute holen konnte.

    Alles Liebe, Nelly

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    1. Manchmal ist es halt verrückt und manchmal kommt es auch auf die Stimmung an. Ich habe auch schon oft Bücher doof gefunden, die vielen gefallen haben. Geschmäcker sind unterschiedlich und das ist gut so. :)

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  4. Ach, ich habe da ja überhaupt keine Hemmungen Bücher aus dem Hardcore-Bereich zur reinen Unterhaltung zu lesen und bekomme da nicht mal ansatzweise ein schlechtes Gewissen :D

    Das Buch habe ich auch noch als Rezensionsexemplar bei mir liegen und werde mir das bestimmt zeitnah vornehmen. Vom Inhalt her erinnert mich das sehr an die FUNNY GAMES Filme und viel mehr als knallharten und blutigen Nervenkitzel erwarte ich auch gar nicht vom Buch. Ich hoffe einfach auf einen spannenden Thriller für den Sommer bei dem man nicht allzu viel nachdenken muss XD

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    1. Meiner Meinung nach das perfekte Buch dafür. Nicht viel nachdenken, Nervenkitzel und Spannung. Ich wünsch dir viel Spaß und hoffe, dass es dir gefällt. :)

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  5. Hallo liebe Petzi,

    Ich fand den ersten Teil der "Spiel"-Trilogie auch ziemlich gut. Aber ähnlich wie Du, fand ich einige Dinge auch vorhersehbar. Man braucht nur ein paar Filme dieses Genres sehen und schon weiß man, wie das Ganze so abläuft. Nichtsdestotrotz konnte mich dieser Thriller aber ebenfalls fesseln und einige tolle Lesestunden bereiten. Ich bin schon unfassbar doll gespannt, wie es im zweiten Teil weitergehen mag.

    Liebe Grüße an Dich!
    - Peter
    http://petersbuecherkiste.blogspot.de

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  7. Hallo Petzi,

    ich habe auch einige Bücher aus der Heyne Hardcore-Reihe gelesen und finde das bisweilen auch ganz unterhaltsam. Nicht in allen spritzt übrigens das Blut meterweit: Lemmys (Auto)-Biographie ist dort auch erschienen und da geht es eher um Drogen. :-)

    Was mich an der Reihe aber wirklich stört, ist die ewig gleiche Gestaltung der Umschläge. Ich hatte "Das Spiel - Opfer" auch schon in der Hand und dachte wie selbstverständlich, dass es von Richard Laymon sei...

    Ein schönes Wochenende und

    viele Grüße,
    Wilko

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