Rezension: "Freedom Bar" von David Bielmann

11 August 2016 | 5 Kommentare

Der junge Bert Bucher sieht sich als künftiger Rockstar. Da kommt ihm der Tod seiner Großmutter gerade gelegen, so kann er in ihre leerstehende Wohnung in Freiburg ziehen und seine Karriere vorantreiben. Ein Vorhaben, das bald von der schönen Studentin Lana gestört wird. Johann B. Grab ist Inhaber einer Buchhandlung und sehnt sich zurück in eine Welt ohne Internet. Seine griechische Frau hingegen wünscht sich ein Kind, und der zeugungsunfähige Johann ist bereit, zu diesem Zweck einen Mann für sie zu suchen. Henry Schweizer wohnt in seiner Bar, die er zu seinem persönlichen Sehnsuchtsort gemacht hat. Hier verwässern sich Sorgen im Rausch, abstruse Ideen reifen zu Taten heran und Verlierer werden zu Gewinnern. 

Eine Liebeserklärung an das Leben

David Bielmann erzählt diese Geschichte aus wechselnden Perspektiven und der Sicht von drei unterschiedlichen Protagonisten. Da wäre zum einen Bert Buch, der erfolglose Musiker, der gerne Rockstar wäre und bei dem es dennoch nicht so recht mit einer Musikkarriere klappen mag. Als seine Oma stirbt, nutzt er seine Chance und zieht in das Haus in der Lausannegasse 43. 

Im selben Haus betreibt Johann eine erfolglose Buchhandlung. In Zeiten des Internets bleiben die Kunden aus und er hält sich mit Lektoratsarbeiten mehr schlecht als Recht über Wasser. Und weil der berufliche Misserfolg nicht schon schlimm genug wäre, läuft es auch in seiner Ehe nicht rund. Seine Frau wünscht sich nichts sehnlicher als Kinder, aber dies will leider nicht so recht klappen. Auch hier versagt Johann. Ein anderer Mann soll es richten, denn er will nur eines: seine Frau glücklich machen.

"Jeder braucht doch irgendwas, wofür er sich begeistert, oder?" [...] "Jeder braucht doch ein bisschen Hoffnung, ein paar Träume. Auch wenn sie dann nicht in Erfüllung gehen, es reicht doch schon, wenn man sie nur im Kopf hat. Wenn man sie nicht vergisst." S. 184

Im Keller des Hauses betreibt Henry die „Freedom Bar“, um seinen amerikanischen Traum zu leben. Er wollte schon öfter weg, hat es aber nie bis über die Stadtgrenzen geschafft. 

Das sind die drei Helden der Geschichte, die auf den ersten Blick nichts gemeinsam haben, aber deren Geschichte sich im Laufe der Handlung immer mehr miteinander verwebt. Drei Menschen, deren Leben nicht so verlief, wie sie es sich gewünscht haben und die sich nach einem vermeintlich besseren Leben sehnen. Einem Leben, in dem ihre Wünsche in Erfüllung gehen. 

"Eine Buchhandlung ist ein Universum, in dem man sich frei durch Raum und Zeit bewegen kann. Gibt es etwas Schöneres?" S. 137

Diese Geschichte zeichnet sich aber nicht nur durch diese wahnsinnig facettenreichen und interessanten Protagonisten aus, sondern lebt auch von David Bielmanns unglaublichem Schreibtalent. Er schafft es gekonnt den Leser zu fesseln und dies allein nur mit seinen Worten. Dieses Buch ist eine Bereicherung und ein klein wenig auch eine Liebeserklärung ans Leben, wie es bereits im Klappentext ganz treffend zitiert wird. 

Liebe, Freiheit und Sehnsucht sind elementare Bestandteile dieses Romans. David Bielmann hat mich als Leser durchaus nachdenklich gestimmt, schafft es mit einem Augenzwinkern aber auch, dass dieses Buch unterhaltsam bleibt und man es gerne liest. 

Fazit

Ein tolles Buch mit einer tollen Geschichte, die es zu lesen lohnt. Protagonisten und Schreibstil haben überzeugt und mich begeistert zurückgelassen. 

5/5 Punkten

Freedom Bar von David Bielmann - Riverfield Verlag - 304 Seiten - ISBN 978-3-9524523-4-9 - Hardcover - 24,90 Euro - bei Amazon kaufen* | im Buchhandel kaufen

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Kommentare:

  1. Hallo Petzi,

    Freedom Bar hat mir auch gut gefallen. Besonders der Schreibstil hat mich fasziniert.

    Es gibt doch immer wieder tolle Buchentdeckungen, die richtig überraschen!

    Liebe Grüße
    Sommerlese!

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  2. Ich fand Freedom Bar auch ganz toll! :) Dies ist auch so ein Buch, das man irgendwie einfach ins Herz schließt!


    Liebe Grüße
    Karin

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  3. Ich durfte vor einigen Jahren "Flucht eines Toten" von David Bielmann lesen - hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Auch da spielte Musik eine große Rolle - und die Liebe zum Leben. Ich freu mich, dass es neuen Lesestoff von ihm gibt!

    LG, Nana

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  4. Mir gefiel es auch sehr sehr gut und gehört definitiv zu meinen bisherigen Jahres-Highlights. :)

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