Rezension: "Tödlicher Lavendel" von Remy Eyssen

25 August 2016 | 2 Kommentare

Eigentlich hatte sich Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter auf einen entspannten Job in der Sonne gefreut. Doch kaum im Örtchen Lavandou angekommen, liegt schon sein erster Fall auf dem Tisch. Ein totes Mädchen wird gefunden. Kurze Zeit später folgt ein weiteres und alle Spuren laufen scheinbar ins Leere. Ritter kämpft nicht nur gegen einen perfiden Mörder, sondern auch mit dem Laisserfaire der südfranzösischen Behörden. Und dann verschwindet plötzlich die Tochter seiner Kollegin Isabell Morell und Ritter merkt, dass sogar sein eigenes Urteilsvermögen getrübt ist.

Verschwundene Kinder im Urlaubsparadies

Manchmal gibt es Bücher, die man überhaupt nicht auf dem Schirm hat und die man nur zufällig liest. Wenn sie dann noch begeistern, dann ist es umso besser. "Tödlicher Lavendel" gehört genau in diese Kategorie und ich bin froh, dass ich dieses Buch gelesen habe.

Dr. Leon Ritter ist ein erfolgreicher Gerichtsmediziner in Deutschland, den nach dem Tod seiner Frau nichts mehr dort hält. Aus diesem Grund nimmt er eine Stelle in Frankreich an. Nur wenige Stunden ist er in Lavandou, als bereits ein verschwundenes Kind die Bewohner in Aufruhr versetzt. Als kurze Zeit später die Leiche des kleinen Mädchens gefunden wird, glauben die Zuständigen des Ortes an einen tragischen Unfall. Doch Dr. Ritter sieht näher hin und entdeckt schnell Ungereimtheiten und Parallelen zu einem alten Fall. Als kurze Zeit später ein weiteres Kind von einem Campingplatz verschwindet, zeichnet sich ein grauenvolles Muster ab.

Remy Eyssen ist mit diesem Reihenauftakt um Dr. Leon Ritter ein sehr lesenswerter Krimi gelungen, den man nicht nur im Frankreich-Urlaub verschlingen wird. Auch wenn die wunderschöne Kulisse natürlich fabelhaft zum Urlaub passt, wird man auch andernorts seine Freude an diesem Buch haben. Dr. Ritter ist ein außerordentlich sympathischer Kerl, der mich gleich von Anfang an überzeugt hat. Er macht seine Arbeit wirklich gut, nicht umsonst wurde er nach Frankreich beordert. Zum Leidwesen mancher Polizisten und des Bürgermeisters, denn die toten Kinder passen nicht ins Bild. Erst recht nicht, weil eigentlich die 100-Jahr-Feier des Örtchens ansteht.

Zusammen mit der Polizistin Isabell Morell, in deren Gästewohnung der Gerichtsmediziner untergekommen ist, ermittelt er in diesem Fall und recherchiert auch die näheren Todesumstände des ersten Opfers, die damals ebenfalls unter Unfall verbucht wurden. Umso näher er der Wahrheit kommt, umso gefährlicher wird es. Das Ende konnte mich leider nicht komplett überzeugen, weil es mir doch ein wenig zu konstruiert wirkte. Die Auflösung war zwar schlüssig und keine Fragen blieben offen, dennoch hat diese Lösung das für mich perfekte Lesevergnügen minimal getrübt. 

Eyssen schreibt spannend und mitreißend und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Die Seiten fliegen nur so dahin und haben mich als Krimileser tatsächlich sehr begeistert. Vielleicht lag es am perfekten Wetter, viel wahrscheinlicher aber an seiner Schreibkunst. Wenn man also auf der Suche nach einem unterhaltsamen Krimi mit toller Story ist und zudem ein wenig Lust auf Urlaubsgefühle hat, dann sollte man zu diesem Buch greifen. Ich konnte den Duft von Lavendel und die Sommerhitze tatsächlich spüren und hatte einige Stunden tolles Urlaubsfeeling. Der zweite Band "Schwarzer Lavendel" wird deshalb nicht lange auf sich warten lassen.

Fazit

Ein lesenswerter und unterhaltsamer Krimi, der sich in einem Rutsch weglesen lässt und nicht nur im Frankreich-Urlaub bestens unterhält. Eyssen ist eine Empfehlung für alle Fans des Genres.

4/5 Punkten

Tödlicher Lavendel von Remy Eyssen - Ullstein - 464 Seiten - ISBN 978 3 548 286 990 - Taschenbuch - 9,99 Euro - bei Amazon kaufen* | im Buchhandel kaufen 
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Kommentare:

  1. Juhuuuu, meine Empfehlung!! :)
    Freut mich, dass es dir so gut gefallen hat!

    Liebe Grüße,
    Ramona

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  2. Oh toll. :D "Laissez-faire der südfranzösischen Behörden" - das löst sofort wahnsinnig machendes Kopfkino aus. Danke für den Krimi-Tipp!

    LG, Nana

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