Buchblog-Juwelen | Goldblatt

13 November 2016 | 1 Kommentar

Rebecca ist schon längere Zeit in der Bloggerwelt unterwegs, hat ihre Seite aber vor einiger Zeit einem kompletten Relaunch unterzogen. Herausgekommen ist ein Blog, der wahnsinnig schön gestaltet ist, tolle qualitative Beiträge liefert und den ich unglaublich gerne lese. Wir teilen die Liebe zu Büchern, schönen Dingen, tollen Fotos und diesen Blog musste ich euch demnach unbedingt ans Herz legen. Wer Goldblatt noch nicht kennt, der sollte das unbedingt ändern.

Liebe Rebecca, dass Bücher einen ziemlich großen Platz in deinem Leben einnehmen ist nicht zu bestreiten. Nicht umsonst bloggst du über Bücher. Kannst du dich noch daran erinnern, welches Buch deine Liebe zur Literatur so richtig entfacht hat und seit wann du den Büchern verfallen bist? 
Leider nicht wirklich. Ich weiß, dass ich schon früh eine Faszination für Bücher entwickelt habe. Ich fand es immer schön, wenn meine Mutter mir vorgelesen hat. Ich habe gerne auch so in Büchern geblättert, als ich noch nicht lesen konnte und als ich es dann konnte, habe ich alles gelesen, was man mir in die Finger gab. Dass ich für Literatur brenne habe ich dann gemerkt, als ich das erste Mal in einer Bibliothek stand und von all den Büchern umgeben war. Ich habe mich einfach nur wohl gefühlt. 

Viele kennen dich noch unter deinem alten Namen „Bookaloo“. Seit kurzem hast du deinen Blog einem Relaunch unterzogen und bloggst nun unter „Goldblatt“. Warum der „Neustart“ unter anderem Namen? Und weshalb „Goldblatt“? 
Bei „Bookaloo“ habe ich nach einiger Zeit gemerkt, dass der Name nicht passt. Ich konnte niemanden beantworten, was das bedeutet. Woher der Name kommt. Weil es einfach ein Wortspiel mit dem Wort „Book“ war. Ich habe mir damals null Gedanken wegen des Namens gemacht. Mit der Zeit habe ich zusätzlich gemerkt, dass das reine Rezensieren und ausschließliche Bloggen über Bücher nicht die Erfüllung für mich ist. Das mache ich zwar gerne und auch noch überwiegend, allerdings habe ich mich automatisch durch den Namen limitiert gefühlt. Das wollte ich nicht mehr. Und deswegen musste Goldblatt her. Der Name Goldblatt hat eine ganz eigene Geschichte. Die ich gerne bei Bedarf und auf Anfrage genauer erläutere. Doch hier die Kurzfassung: Durch ein Missverständnis wurde mir mal der Nachname Goldblatt zugeteilt bzw erfunden. Bei der Suche nach einem neuen Namen klopfte Goldblatt immer mal wieder an. Aber irgendwie traute ich mich nicht recht. Mithilfe von anderen Bloggerinnen kam es bei einem WhatsApp-Pläuschchen zu der Entscheidung, dass es Goldblatt werden soll. Er klingt irgendwie bibliophil, erwachsener und auch klassischer; und bietet mir die Freiheit über andere Themen zu bloggen. Und ich hatte tatsächlich einen persönlichen Bezug zum Namen. 

Weshalb hast du damals überhaupt mit dem Bloggen begonnen? Was liebst du daran? Was magst du nicht? 
Ich habe vor Jahren mal privat gebloggt. Sowas wie ein kleines Online-Tagebuch geführt. Dann wurde das Leben zu aufdringlich und ich ließ es bleiben. Aber ich habe schon immer gerne geschrieben. Das liegt mir einfach. 2014 ereilte mich dann wieder eine Lesesucht. Ich wollte darüber reden, aber im Umfeld gab es niemanden, der so viel las, geschweige denn ähnliche oder gleiche Bücher. Ich tingelte von Booktuber zu Booktuber, las Blogs, stöberte auf Lovelybooks rum und war dennoch nicht zufrieden. Dazu kam, dass ich wieder Lust hatte, selbst zu bloggen, vermehrt zu schreiben und eines Tages dachte ich mir nur „Du machst das jetzt!“. Ich liebe tatsächlich den Austausch mit Lesern, anderen Bloggern. Das ist ja eins der Dinge, warum ich überhaupt damit angefangen habe. Was ich weniger mag: Diese Stimme im Hinterkopf, dass es mal wieder Zeit wäre zu bloggen. Oder manchmal zu denken: Oh, das könnte ich verbloggen. Ich weiß noch nicht so wirklich, wie gut oder schlecht ich das finde. 


Ich mag Blogs mit einem tollen Layout und einem aussagekräftigen Namen. Bei Goldblatt ist dir das in meinen Augen perfekt gelungen. Hattest du Unterstützung? 
Danke! Ich freu mich über solches Feedback. Es hat auch lang genug gedauert, bis ich mich auf das Layout eingeschossen habe. Ich bin sehr lange von A nach B, nach Z und zurück zu D gewandert. Und ja. Ich hatte tatsächlich Hilfe. Ohne die es wahrscheinlich nochmal gefühlt 1000 Jahre gedauert hätte. Mein Freund ist Informatiker, kriegt selbst in seiner Freizeit nicht genug von dem Thema und er hatte mir angeboten, die Seite für mich zu programmieren. Ich war also für die oberflächliche Optik und den Inhalt des Blogs zuständig, er dafür, dass alles seinen Platz darin findet und Besucher nicht das kalte Grausen beim Nutzen der Seite kriegen. 

Wie integrierst du den Blog in dein Leben? Gibt es feste Zeiten in denen du schreibst? Machst du dir viele Gedanken und Notizen? Oder legst du einfach los, wenn du Lust und Zeit hast? 
Ich versuche wirklich nach Redaktionsplan zu schreiben. Ich habe sogar mit einem Bullet Journal angefangen, um mich besser zu organisieren. Das funktioniert noch nicht so wie ich das eigentlich gerne hätte. Also ist es im Moment eine Kombination aus festen Tagen, wo ich schreibe und einer Nach-Lust-und-Laune-Mentalität. Und bei Rezension geht es nicht ohne Notizen. Bei den anderen Beiträgen hau ich einfach in die Tasten, schau was bei rumkommt und korrigiere eventuell nach, ehe das online geht. 

Was sind Bücher für dich? Was bedeutet Lesen für dich? Und wie und wo liest du am liebsten? 
Bücher sind für mich der Schlüssel zu einem fantasiereicheren, aufgeklärteren und toleranteren Leben. Sie sind Zuflucht, Hobby und Inspiration. Lesen ist mir also immens wichtig. Am liebsten lese ich, wie so viele, im Bett oder auf dem Sofa. Und ganz oft liege ich auf dem Bauch dabei. Erst wenn die Ellbogen anfangen zu schmerzen, setze ich mich aufrecht hin um zu lesen. 

Genauso wichtig wie der Blog selbst, ist mittlerweile auch Social Media. Welche Plattformen nutzt du? Welche magst du am meisten? Und welche Erfahrungen hast du gemacht?
Ich nutze Twitter, Instagram, Facebook und auch Pinterest. Am liebsten verweile ich aber tatsächlich auf Twitter. Die 140 Zeichen-Limitation nervt zwar oft, aber ich empfinde diesen direkten Kommunikationspool mit anderen Bloggern oder anderen Menschen als einfach, schnell und unkompliziert. Instagram befriedigt meine Schöne-Bilder-Sucht. Und Facebook mag ich nicht wirklich, ist aber noch immer ein guter Anlaufpunkt, wenn man mit dem Bloggen anfängt, und um überhaupt ein wenig auf sich und den Blog aufmerksam zu machen. Pinterest ist so ein Ding, was ich so ein wenig stiefmütterlich behandele. Ich habe Phasen, wo ich viel darauf unterwegs bin, und dann wieder Tage, wo ich nichts mache. Und irgendwie vermisse ich bei Pinterest noch ein bisschen die Wechselwirksamkeit. Es heißt ja immer, dass Pinterest für Blogger eine super Plattform ist um seine Beiträge zu teilen. Aber wirklich gebracht hat es mir noch nichts. Ich freue mich also, wenn mir da jemand Nachhilfe erteilen mag. 

Liest du Bücher auch zweimal oder würde das für dich nicht in Frage kommen? 
Seit ich mit dem Bloggen angefangen habe, ist es noch zu keinem „Re-Read“ gekommen. Dennoch habe ich schon Bücher mehrfach gelesen. Gutes Beispiel sind natürlich die Harry Potter Bücher. Und eigentlich wäre es sehr schade, wenn die Bücher einen nicht früher oder später zum Nochmal-Lesen verführen. 


Rezensionen findet man auf einem Buchblog natürlich recht häufig. Schreibst du sie gerne? Und immer sofort nach dem Buch oder wenn du eben gerade Zeit hast? 
Ich schreibe sie mal mehr, mal weniger gerne. Ich liebe es sie zu schreiben, wenn das Buch mich begeistert hat und ich all meine Begeisterung versuche in Worte zu packen. Allein die Hoffnung, dass jemand von der Begeisterung angesteckt wird, motiviert mich. Und es ist schön, über einzelne Aspekte nochmal die Gedanken kreisen zu lassen. Ich empfinde das Buch im Nachhinein dann nochmal intensiver. Und die Bücher verschwinden nicht einfach aus dem Kopf. Wenn ich sie rezensiere, kann ich mir Titel und Autor z. B. viel besser merken. Aber es gibt auch Bücher, wo ich mich mit dem Rezensieren schwer tue. Nicht immer, weil sie schlecht waren. Sondern weil die Wörter nicht kommen wollen. Weil meine Enthusiasmus dafür beschränkt ist. Und ich schreibe Rezensionen immer mit einer gewissen Pause. Ich kann nicht mehr direkt nach dem Lesen schreiben. Ich brauche die Zeit um das Gelesene im Kopf sacken zu lassen. Die Rezension schreibe ich aber nicht später als 2-3 Wochen danach. Alles darüber hinaus wird, meiner Erfahrung nach, echt schwierig. Und wie sieht es mit Verrissen aus? Ich scheue mich nicht davor zu schreiben, dass ich ein Buch furchtbar fand. Und ich würde mich und den Leser des Blogs belügen, wenn ich da versuche durch die Blume zu kritisieren. Das passt nicht zu mir. Ich bin auch so als Person sehr direkt. Und zugegeben, ich lese auch gerne Verrisse. Da schimmert oftmals ein bisschen stärker die Persönlichkeit, der Humor des Bloggers durch. Ich weiß, für den Verlag oder den Autor ist das nicht immer einfach und vor allem nicht schön. Aber ich hoffe, dass manch unverblümte Kritik die Autoren wachsen lässt. Außerdem wollen Blogger, die Verrisse schreiben, selten den Autor direkt beleidigen. Solange sich beide Seiten dessen bewusst sind, denke ich, sind Verrisse okay. 

Wenn man sich mit Blogs und Literatur beschäftigt, dann stolpert man zwangsläufig auch über andere Buchblogs. Welche Buchblogs liest du persönlich sehr gerne? Welche kannst du empfehlen? 
Ich lese ungemein gerne den Blog Zeit zu lesen. Kati trifft immer den Punkt mit wunderbaren Worten in ihren Rezensionen oder in ihren anderen Beiträgen. Die Qualität ihrer Beiträge und den Input den ich daraus ziehe, schätze ich ungemein. Darüber hinaus kann ich aber auch noch BücherKaffee empfehlen, da ist für jeden Lesegeschmack was dabei, Ink of Books und Herr Booknerd sind junge, freche Blogs, die aber auch die Buchblogger-Szene mit diversen anderen Beiträgen bereichern. 

Liest du auch gerne Blogs anderer Bereiche und wenn ja, welche wären das?  
Ich lese tatsächlich auch aus anderen Bereichen. Ich lese gerne Lifestyle-Blogs, aber auch Blogs die sich mit DIY, Blogtipps, Kochen, Backen oder Reisen etc. beschäftigen. Ich bleib da hängen, wo ich Lust drauf habe. Am liebsten lese ich z. B. bei Zukkermädchen, Rosegolden, Vanilla Mind oder aus meinem Blogroll Not an Avocado

Kannst du dein absolutes Lieblingsgenre und deinen Lieblingsautoren benennen? Und mit welchem Genre wirst du einfach nie wirklich warm werden? 
Das eine Lieblingsgenre gibt es nicht. Ich lese gerne wonach mir ist. Das kann Gegenwartsliteratur sein, dann wieder ein Jugendbuch mit Kitschtendenz, ein Fantasy-Abenteuer, ein Thriller oder auch einfach mal eine Biografie. Daher gibt es auch keinen festen Lieblingsautoren. Zu der Frage mit welchem Genre ich nie wirklich warm werde: Krimis. Historische Romane wie z. B. Die Säulen der Erde. Und High-Fantasy. Das ist nicht mein Ding. Da quäle ich mich nur mit. 

Welche drei Bücher willst du schon lange lesen und hast es trotzdem bisher nie geschafft? 
1. Throne of Glass von Sara J. Maas. 2. Die kürzeste Geschichte der Zeit von Stephen Hawking. 3. Inferno von Dan Brown. 

Und welche drei Bücher sollte man in seinem Leben unbedingt mal gelesen haben? 
1. Der Schwarm von Frank Schätzing. 2. Stolz und Vorurteil von Jane Austen. 3. Harry Potter (egal welcher Band) von J. K. Rowling. 


Wenn man dir jetzt hundert Euro in die Hand drückt und dich in deine Lieblingsbuchhandlung schicken würde, mit welchen Büchern würdest du wahrscheinlich wieder herauskommen? 
Oh je. Oh je. Mein erster Gedanke: Das reicht niemals aus. Da muss ich ja Abstriche machen! Aber ich würde wahrscheinlich endlich in den Besitz von „Vom Ende der Einsamkeit“ von Benedict Wells, der illustrierten Ausgabe von Harry Potter und der Kammer des Schreckens und ein paar nach Lust und Laune geshoppten Büchern kommen. Im Buchladen rückt die Wunschliste ganz oft in den Hintergrund. Da verselbstständigt sich alles. 

E-Books oder das gedruckte Buch? Welches Buch bekommt bei dir den Vorzug und warum entscheidest du so? 
Das gedruckte Buch. Weil ich den Geruch liebe. Ich bin so eine, die an einem neuen Buch, wenn sie es aufschlägt schnüffelt. Das kann mir das eBook leider (noch) nicht bieten. Außerdem lässt sich der Traum von einer eigenen kleinen Bibliothek in der Wohnung schlecht realisieren, wenn die nur digital vorliegt. Das sieht nicht schön aus. Nein. 

Online-Shopping oder der stationäre Buchhandel? Wie kaufst du am liebsten und wo siehst du die Vorteile? 
Zugegeben, ich kaufe häufiger online. Das liegt aber auch ganz oft daran, dass ich irgendwie nur abends, wenn der Buchladen zu hat, in Buch-Shopping-Laune verfalle. Es ist halt unglaublich bequem. Das heißt aber nicht, dass mir diese Kauf-Art am liebsten ist. Mir ist natürlich die negative Entwicklung, die so ein Verhalten mit sich bringt, bewusst. Und Bücher im Buchladen zu kaufen ist wieder ein ganz anderes Gefühl und auch Happening, was ich komischerweise noch mehr schätze und irgendwie auch zelebriere, dadurch, dass ich häufiger online bestelle. 

Abseits des Buchlebens: Für was kann man dich sonst noch begeistern? Was machst du, wenn du keine Bücher in der Hand hast? 
Immer mehr die Fotografie. Digitale Bildbearbeitung und –erstellung. Das ist so ein Ding, was durchs Bloggen wiederkam und sich weiterentwickelt hat. Wie viele liebe ich aber auch das Storytelling durch Serien oder Filme. Aber ich spiele auch Computer-/Videogames. Ergo: Ich werde am Ende meines Lebens viereckige Augen haben. 

Du in drei Worten! 
Tollpatschig. Impulsiv. Melancholisch. 

Und was wolltest du sonst schon immer mal sagen? 
Ich darf so viele Bücher kaufen, wie ich will und muss nicht selbst zahlen?! Geil! 


Wenn ihr jetzt neugierg geworden seid, dann schaut doch unbedingt mal bei Goldblatt vorbei und lasst euch von den vielen tollen Beiträgen inspirieren. 

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1 Kommentar:

  1. Hallöchen ihr beiden!
    Petzi, was ein tolles Interview wieder! Ich lese deine Buchblog-Juwelen immer wirklich gerne und Rebecca ist in der Buch-Blog-Welt natürlich ein Namen.
    Ihr Makeover fand ich auch sehr gelungen. Der Blog schaut einfach so toll aus und ich liebe den neuen Namen. Manchmal wächst man einfach aus seinem "1.Blog" heraus und muss sich verändern. Und Rebecca ist das soooo sehr gelungen.
    Ein tolles Interview!

    Alles Liebe, Nelly

    P.S. Ich muss jetzt wirklich dringend mal "Der Schwarm" lesen!!

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