Buchblog-Juwelen | Buzzaldrins Bücher

22 Januar 2017 | 2 Kommentare
ⓒ Jenny Picht
Zu Mara von Buzzaldrins Bücher muss man eigentlich gar nicht viel sagen. In der Buchbloggerwelt kennt sie jeder und das hat auch seinen Grund. Mara schreibt leidenschaftlich über Bücher, kauft sie ebenso gerne und setzt sich auch für die Buchblogger ein. Sie hat zu diesem Thema sogar ein eigenes E-Book veröffentlicht. Es ist mir deshalb eine Ehre, dass nun auch Mara meine Fragen beantwortet hat. Sollte sie tatsächlich jemand noch nicht kennen, dann bitte sofort und unbedingt auf den Blog schauen.

Liebe Mara, jeder der dich kennt weiß, dass Bücher einen ziemlich großen Platz in deinem Leben einnehmen. Nicht umsonst schreibst du auch online über Bücher. Kannst du dich noch daran erinnern, welches Buch deine Liebe zur Literatur so richtig entfacht hat und seit wann du den Büchern verfallen bist? 
Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, dass „Pippi Langstrumpf“ das Buch gewesen ist, das ich als aller erstes gelesen habe. Danach haben Bücher eigentlich immer eine Rolle in meinem Leben gespielt und ich habe noch all die Freitagnachmittage im Gedächtnis, an denen ich in die Stadtbibliothek gegangen bin und mit einem vollen Bücherbeutel zurückgekehrt bin. 

Du bloggst auf „Buzzaldrins Bücher“ und gehörst mittlerweile fest zur Buchbloggerszene. Kaum einer kennt deinen Blog nicht. Warum hast du dich entschieden über Bücher zu bloggen? Hast du es bisher jemals bereut und was liebst du am Bloggen am meisten? 
Gegründet habe ich meinen Blog im September 2011 und war damals gespannt darauf, wie lange ich dabei bleiben würde. Dass ich fünf Jahre später immer noch bloggen würde, hätte ich mir damals nie vorstellen können! Ich war vorher in einem Bücherforum aktiv und hatte dann irgendwann den Beschluss gefasst, dass ich mehr Platz für mich und meine Bücher brauche und – schwupps – da war dann der Blog da. Bereut habe ich es nie, weil der Blog mir unheimlich viel ermöglicht und geschenkt hat. Am meisten liebe ich den Austausch mit meinen Lesern, das Teilen meiner Gedanken und das Gefühl, ein richtig gutes Buch empfehlen zu können. 

Was mich schon immer brennend interessiert hat: Warum Buzzaldrins Bücher? Wie entstand dieser Name? 
Der Name bezieht sich auf das Buch „Buzz Aldrin wo warst du in all dem Durcheinander“ von Johan Harstad. Darin geht es um einen jungen Mann, der immer zweiter ist im Leben und sich eigentlich ganz wohl mit dieser Rolle im Hintergrund fühlt. So wie Buzz Aldrin, der der zweite Mann auf dem Mond gewesen ist. Ich fand das Buch damals so toll, dass ich mich einfach überall im Internet so genannt habe – da buzzaldrin schon vergeben war, habe ich dann schließlich noch ein s drangehängt. 

Was sind Bücher für dich? Was bedeutet Lesen für dich? Und wie und wo liest du am liebsten? 
Bücher machen es mir möglich, in fremde Welten zu reisen, sie spenden mir Trost, machen mir Mut und manchmal unterhalten sie mich auch einfach nur wahnsinnig gut. Am liebsten lese ich gemeinsam mit meinem Hund Torito in meinem Lesesessel in meiner kleinen Bibliothek. 

Ein Buchblog ist nicht nur Spaß, sondern auch ganz viel Arbeit. Wie integrierst du deinen Blog in dein Leben? Gibt es feste Zeiten in denen du schreibst? 
Feste Zeiten habe ich nicht, es ist aber schon ein ungeschriebenes Gesetz, dass der Abend doch eher der Familie vorbehalten ist! Was ich für den Blog schaffen möchte, versuche ich also immer vorher zu schaffen. Für mich ist es dabei ganz wichtig, dass es völlig normal ist, dass ich nicht vierundzwanzig Stunden am Tag online und erreichbar bin – die Zeit mit meinem Hund möchte ich genießen und nicht damit verbringen, mein Handy zu checken. 

ⓒ Jenny Picht

Arbeitest du mit einem Redaktionsplan oder entstehen deine Artikel immer relativ spontan? Und was ist dein Lieblingstool zur Ideensammlung? 
Ich arbeite mit einem analogen Redaktionsplan, in den ich meine Themen und Ideen für die kommenden Wochen immer eintrage. Das ist aber kein starrer Plan, an den ich mich halten muss, sondern fungiert eher als Gedächtnisstütze. Spontan passiert bei mir eher selten etwas, selbst wenn ich spontan über ein Thema schreibe, lasse ich den Artikel dann lieber noch einmal eine Nacht liegen. Auch zur Ideensammlung nutze ich am liebsten – ganz klassisch und ein wenig oldschool – ein Notizbuch, das ich immer bei mir trage. 

Die Bloggerlandschaft und der Umgang mit Bloggern haben sich in den letzten Jahren sehr verändert. Wie empfindest du die Veränderung? 
Ich finde es schön, dass es immer mehr Blogger gibt, dass die Meinungen so bunt und vielfältig sind und dass so unterschiedliche Wege gegangen werden. Der Aufschwung der Blogger hat natürlich auch das Interesse der Verlage geweckt – dies empfinde ich einerseits als sehr schön, andererseits versuche ich auch immer frei zu bleiben und das zu tun, was mir Spaß macht und nicht das, was Verlage möglicherweise von mir erwarten. 

Vor einigen Monaten ist dein erstes Buch „Literaturbloggerbuch“ erschienen. Damit gibst du besonders Bloganfängern einen kleinen Leitfaden in die Hand. Wie entstand die Idee und was war deine Intention? 
Ich habe bereits früh als Bloggerin damit begonnen, Veranstaltungen über das Bloggen zu besuchen. Eine dieser Veranstaltungen heißt „Blogst“ und das Motto der Blogst ist: „Wissen. Teilen. Bloggen.“ Das ist wahrscheinlich die beste Erklärung für meinen Leitfaden: es macht mir einfach Freude, Wissen zu teilen und andere dazu zu animieren, ebenfalls zu bloggen oder Dinge über das Bloggen zu lernen, die sie vorher nicht gewusst haben. Die Idee für das Buchprojekt ist dann bereits vor mehr als einem Jahr gereift. Glücklicherweise konnte ich dann gemeinsam mit meiner ehemaligen Chefin und Mentorin Karla Paul aus der Idee tatsächlich ein Buchprojekt machen. Das war eine tolle Chance für mich! 

Liest du auch gerne Blogs anderer Bereiche und wenn ja, welche wären das? 
Oh ja – total gerne und ganz bunt gemischt. Ich muss gestehen, dass ich liebend gerne jeden Tag die Daily Vlogs von Anna Frost schaue! Das ist wohl meine heimliche Leidenschaft! Auch auf den Blogs Tastesheriff, 23qmStil, dariadaria oder Zuckerzimtundliebe schaue ich fast täglich vorbei. Ich finde es immer total spannend, in andere Bereiche reinzuschnuppern und mir noch etwas abzuschauen! 

ⓒ Jenny Picht
Es heißt immer wieder, dass Vernetzung das A und O ist. Wie denkst du darüber? 
Das glaube ich auch! Mein Vorteil dabei ist, dass mir Vernetzung glücklicherweise großen Spaß macht. Für mich ist ein Blog nicht nur ein Publizierungsorgan sondern vor allen Dingen ein Interaktionsmedium und ein Großteil meines Spaßes beim Bloggen ist auch der gegenseitige Austausch, gemeinsame Treffen und auch die eine oder andere Freundschaft, die beim Bloggen entstanden ist. Gerade für Buchblog-Neulinge ist es übrigens ratsam, sich zu vernetzen, andere Blogs zu besuchen und andere Blogger anzusprechen. Ich glaube daran, dass man nur durch gegenseitigen Austausch weiterkommmt! 

Könntest du dir vorstellen, dass du zukünftig auch mal auf Youtube über Bücher sprichst oder Podcasts veröffentlichst? Wie wichtig findest du diese Medien für die Buch-/Bloglandschaft? 
Vorstellen könnte ich mir das auf jeden Fall – an Video- und Audioformate würde ich aber denselben Qualitätsanspruch legen, wie an meine Blogbeiträge und da mir bisher noch das passende Equipment fehlt, kommt beides momentan nicht in Frage. Ich glaube aber, dass vor allen Dingen die Bewegtbilder immer wichtiger im Blogbereich und auch auf Social Media werden: Periscope, Snapchat oder auch die Stories auf Instagram. Per Video Einblicke in das eigene Leben zu geben, wird in den kommenden Jahren wahrscheinlich immer wichtiger werden! 

Genauso wichtig wie der Blog selbst, ist mittlerweile auch Social Media. Welche Plattformen nutzt du? Welche magst du am meisten? Und welche Erfahrungen hast du gemacht? 
Meine allerwichtigste Erfahrung ist die, dass mein Blog der wichtigste Ort für mich bleibt – mein Blog ist mein Zuhause und dort mache ich die Regeln. In allen anderen Netzwerken bin ich nur zu Gast, deshalb ist es mir wichtig, dass ich dieses Zuhause nie vernachlässige. Natürlich bin aber auch gerne im sozialen Netz unterwegs. Ich nutze Facebook, Twitter und Instagram. Instagram gehört wohl zu meinen Lieblingsnetzwerken - ich kann dort förmlich die ganze Welt schnell und unkompliziert an meinem eigenen Leben teilhaben lassen. Ebenso leicht ist es, mit anderen in Kontakt zu treten. Wenn ich ein paar Minuten Auszeit vom echten Leben brauche, dann scrolle ich durch meinen Instagramfeed. Danach fühle ich mich meistens wahnsinnig inspiriert und meine Wunschliste ist doppelt so lang wie vorher! 

Liest du Bücher auch zweimal oder würde das für dich nicht in Frage kommen? 
Ich wünschte, ich würde mir viel häufiger die Zeit nehmen, Bücher mehrmals zu lesen – im Moment tue ich das eher selten. Früher habe ich manche Bücher, die mir besonders am Herzen lagen nicht nur zweimal, sondern gleich mehrere Male gelesen. Vielleicht sollte ich damit wieder anfangen! 

Rezensionen sind ja das Mittel der Wahl um andere von bestimmten Büchern zu überzeugen. Schreibst du gerne Rezensionen? Oder doch lieber Verrisse? Und wie schnell nach dem Lesen passiert das? 
Ich behaupte immer gerne, dass ich keine Rezensionen schreibe, sondern Empfehlungen gebe. Ich lasse mich gerne von Büchern begeistern und stecke andere mit meiner Begeisterung an. Die Zeit für Verrisse ist mir einfach zu schade, es macht doch viel mehr Freude zu schwärmen und zu empfehlen. Das bedeutet aber auch, dass ich natürlich nicht über jedes Buch schreibe, das ich gelesen habe, schließlich begeistert mich ja nicht jedes davon! 

Wenn man sich mit Blogs und Literatur beschäftigt, dann stolpert man zwangsläufig auch über andere Buchblogs. Welche Buchblogs liest du persönlich sehr gerne? Welche kannst du besonders empfehlen? 
Zu meinen persönlichen Lieblingen gehört Die Klappentexterin, Der Kaffeehaussitzer und der Blog Frühlingsmärchen  – Liesa empfiehlt nicht nur tolle Bücher, sondern macht auf Instagram auch bezaubernde Fotos! 

Mit welchem Genre fühlst du dich am wohlsten und wer ist dein Lieblingsautor? Und mit welchem Genre wirst du wohl nie wirklich warm werden? 
Um ehrlich zu sein, lasse ich mich von Genres nicht einschränken – ich greife eher selten zu Fantasy oder Science Fiction, aber wer weiß, ob mich ein Buch aus diesem Genre nicht auch mal begeistern könnte. Am liebsten lese ich zeitgenössische Literatur und zwar alles, was mir in die Finger kommt. Mein absoluter Lieblingsautor ist wohl Karl Ove Knausgard, der mich mit seinem autobiographischen Romanprojekt begeistern konnte – das Erscheinen des sechsten und letzten Bandes im Mai 2017 kann ich kaum noch abwarten! 

Welche drei Bücher willst du schon lange lesen und hast es trotzdem bisher nie geschafft? 
Während ich versuche diese Frage zu beantworten, schaue ich mich gerade suchend vor meinen Bücherregalen um und als erstes springen mir „Die Gestirne“ von Eleanor Catton und „Mein sanfter Zwilling“ von Nino Haratischwili ins Auge. Außerdem möchte ich schon ganz lange unbedingt „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende lesen! 

Und welche drei Bücher sollte man in seinem Leben unbedingt mal gelesen haben? 
Ich würde gerne allen Menschen „Buzz Aldrin wo warst du in all dem Durcheinander“ von Johan Harstad ans Herz legen – „Der Fänger im Roggen“ von J.D. Salinger und „vielleicht lieber morgen“ von Stephen Chbosky sind zwei weitere Bücher, die mich sehr geprägt haben und von denen ich mir wünsche, das sie von ganz vielen gelesen werden! 

Wenn man dir jetzt hundert Euro in die Hand drückt und dich in deine Lieblingsbuchhandlung schicken würde, mit welchen Büchern würdest du wahrscheinlich wieder herauskommen? 
Ich habe zu Hause ein dickes Notizbuch liegen, in das ich mir alle Bücher eintrage, die ich demnächst unbedingt kaufen und lesen möchte. Wenn ich heute losgehen würde, würde ich wohl mit folgenden Büchern nach Hause kommen: „Die vielen Leben des Jan Six“ von Geert Mak, „Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur“ von Andrea Wulf und „Melrose“ von Edward St Aubyn. 

E-Books oder das gedruckte Buch? Was liegt bei dir vorne und warum entscheidest du so? 
Bei mir liegt ganz klar das gedruckte Buch vorne, denn ich muss beim Lesen einfach etwas in der Hand haben und später auch im Regal stehen haben! Ich erkenne an, dass das eBook viele praktische Vorteile hat, aber so ganz gewöhnt habe ich mich noch nicht an das digitale Lesen. 

Online-Shopping oder der stationäre Buchhandel? Wie kaufst du am liebsten und wo siehst du die Vorteile? 
Ich kaufe am liebsten im stationären Buchhandel und habe – glaube ich – noch nie online ein Buch gekauft. Die Vorteile liegen doch klar auf der Hand: macht es nicht viel mehr Spaß, in einen Buchladen zu gehen, durch all die Bücher zu stöbern, vielleicht noch einen Kaffee zu trinken und ein nettes Gespräch zu führen als alleine am Computer Bücher zu bestellen? 

Du in drei Worten! 
Bücher, Bücher, Bücher. 

ⓒ Jenny Picht
Wenn ihr jetzt neugierg geworden seid, dann schaut doch unbedingt mal bei Buzzaldrins Bücher vorbei und lasst euch von den vielen tollen Beiträgen inspirieren.

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Kommentare:

  1. Hallo Petzi!
    Ein richtig tolles Interview!
    Mara wirkt super sympathisch. Ihre Buchtipps habe ich mir direkt mal gespeichert.
    Auch ihr eigenes Buch werde ich mal auf meine Wunschliste setzen.

    Liebe Grüße und eine tolle Woche,

    Nicci

    von
    https://trallafittibooks.com/

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  2. Hallo,

    das ist ein wirklich sehr schönes Interview. Mara gehört für mich auch zu den Personen, die ich mir aus der Buchbloggerszene nicht mehr wegdenken kann.

    Liebe Grüße,
    Julia

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