Kehrwoche | Über abgebrochene Bücher & Nachttischhüter

13 Januar 2017 | 1 Kommentar

Die Kehrwoche ist mittlerweile eine alljährliche Tradition zum Jahresanfang, die von Mareike und Maike von Herzpotenzial im Januar veranstaltet wird und dazu aufruft, sich endlich einmal mit liegen gebliebenen Büchern zu befassen und manche Bücher endgültig auszusortieren.

Ich schließe mich auch dieses Jahr wieder sehr gerne an. Die Aktion läuft bereits seit Mittwoch und mündet morgen in der 'Langen Nacht der aufgeschobenen Bücher'. Eine Lesenacht, die auf Twitter (Hashtag #lndab) und in der Facebook-Veranstaltung verfolgt werden kann.

Ich habe lange überlegt, welche Bücher ich im letzten Jahr tatsächlich abgebrochen habe. Eigentlich waren es gar nicht viele und wenn doch, dann lag es meist mehr an mir und meiner Lesestimmung, als an einem schlechten Buch. Und wenn es doch echt schlecht war, dann ist es mittlerweile auch nicht mehr in meinem Regal zu finden. Wenn es schlecht ist, dann fliegt es. Da bin ich ganz radikal. Sechs Bücher habe ich aber gefunden, die ich alle angelesen habe und die dann irgendwann auch neben meinem Bett lagen, ohne doch gelesen worden zu sein. Jetzt überlege ich, welchen Büchern ich noch eine Chance gebe und was ich vielleicht doch endgültig abbreche.

Die Bücher


mairisch
Ein Buch wie für mich gemacht. Eine Geschichte über die Frage was Essen zu Kunst macht, über leckere Dinge, Liebe, Freiheit und Heimkommen. Und vorallem eine Liebeserklärung ans Kochen. Ich habe das Buch schon zur Hälfte gelesen und fand es eigentlich ganz gut und war dann von anderen Büchern doch immer mehr begeistert. Ich will ihm auf jeden Fall noch eine Chance geben und es demnächst beenden.


Piper
Als ich dieses Buch begonnen habe, da war ich anscheinend nicht in Thriller-Stimmung. Anders kann ich mir nicht erklären, weshalb mich dieses Buch gar nicht mitgerissen hat. Die Story scheint wie für mich gemacht zu sein. Menschliche Überreste in der Nähe eines Kinderheimes und böse Dämonen in der Vergangenheit der Ermittlerin. Hat Potenzial.



Droemer Knaur
Auf dieses Buch habe ich mich tatsächlich ebenfalls sehr gefreut. Es verspricht eine witzige und unterhaltsame Geschichte eines Hypochonders, der fest davon überzeugt ist, bald das Zeitliche zu segnen. Nach einigen Seiten musste ich es aber doch weglegen, weil ich so gar keinen Zugang zur Geschichte fand. Und das liegt gar nicht am Buch selbst, sondern einfach an mir als Leser.


Ars Vivendi
Ein Roman über Liebe, Lust und Einsamkeit, über Sehnsüchte, die Angst vor den eigenen Emotionen und echter Bindung. Und damit eigentlich wieder ein Buch für mich. Die erste Hälfte war auch ziemlich spannend, der Schreibstil gefällt, aber irgendwas hat doch gefehlt. Ein Buch, dass ich mir demnächst noch einmal anschauen muss um endgültig zu entscheiden, ob ich das lieber lasse.


DuMont
Mit diesem Buch und mir ist es irgendwie wie in einer Hassliebe. Manchmal lese ich darin und bin total gefangen und manchmal kann ich es einfach nicht sehen. Dann nervt mich der schwierige Stil und die jiddischen Worte und ich muss es weglegen. Die Geschichte von Jacky Drekslers Mutter, die im KZ inhaftiert war und kurz nach dem 2. Weltkrieg starb, ist emotional und ergreifend. Ein Buch, welches mich so schnell wohl nicht loslässt.


Berlin Verlag
Ein Dealer, der frisch aus dem Gefängnis entlassen wird, ein Detektiv und eine frisch gebackene Polizistin, die auf Rache hofft. Ein wirres Geflecht aus Sex, Lügen, Intrigen das mich vom Klappentext her total gereizt hat und auf Papier einfach nicht überzeugen konnte. Vielleicht gebe ich dem Buch im richtigen Moment noch einmal eine Chance.


Kennt ihr eines der Bücher und könnt es mir besonders ans Herz legen? Welchem muss ich unbedingt noch eine Chance geben? Und welche Bücher sind bei euch im letzten Jahr auf den Nachttisch gewandert und liegen noch immer dort?

Die Kehrwoche ist eine Aktion von Mareike und Maike von Herzpotenzial, die dieses Jahr zum dritten Mal in Folge zu Beginn des Jahres startet. 

Ziel ist es, alten Ballast vor die Tür zu kehren und mit ungeliebten Büchern endlich abzuschließen. Die Kehrwoche endet traditionell mit der 'Langen Nacht der aufgeschobenen Bücher', in der ihr natürlich auch euren aktuellen Lesestoff verschlingen dürft. Für mehr Infos zur Aktion klickt ihr am besten direkt bei Herzpotenzial vorbei.

1 Kommentar:

  1. Geht es nur mir so, oder fühlt ihr euch auch immer verdammt schlecht und gescheitert, wenn ihr ein angefangenes Buch weglegt, weil es einfach nicht mehr geht?

    Mir passiert das ja eh nur bei jedem 30sten Buch grob gesagt, aber dennoch mag ich das gar nicht.

    Erstens weil es mir dann so vorkommt, als ob all die schon gelesenen Seiten verschwendete Zeit gewesen wären und zweitens, weil ich nie erfahren werde, ob es vielleicht doch ein paar Seiten später ein ziemlich gutes Buch geworden wäre ...

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