Rezension | 'Frühstück mit Sophie' von Jennifer Bentz

21 März 2017 | 2 Kommentare

Louisa ist 28 und ihr Leben gleicht einem Bausparvertrag: geplant und geregelt, auf Jahrzehnte hinaus. Herrlich! Doch plötzlich setzt ihr Freund sie vor die Tür. Zum Glück haben Sophie und Paul ein Zimmer frei. Aber in der WG der beiden Rentner geht es alles andere als ruhig zu. Cannabispflanzen auf dem Balkon, wilde Parties - Louisa versucht verzweifelt, ihren penibel strukturierten Alltag aufrechtzuerhalten. Am meisten nervt sie Ben von gegenüber, der sie nur noch „Stuffy Lou“ nennt und dummerweise verdammt sexy ist ...

Im Leben läuft nichts nach Plan

Louisa ist das, was man einen durchgeplanten Menschen nennt. Ihr Leben verläuft vorhersehbar. Den passenden Mann hat sie gefunden, in der Firma wird sie bald durchstarten und einer Familie steht nichts mehr im Weg. Doch das Leben hält sich nicht immer an perfekte Pläne und so ist Louisa ziemlich geschockt, als ihr Freund ihr gesteht, dass er eine andere geschwängert hat. 

Ehe sie sich versieht, landet Louisa in der Rentner-WG von Sophie und Paul und was eigentlich als Notlösung gedacht war, entpuppt sich ziemlich schnell als Glücksgriff. Auch wenn Louisa das anfangs ganz anders sieht. 

Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von Louisa, die absolut spießig und perfektionistisch daherkommt. Schnell merkt man aber, dass dies nur eine Fassade ist, hinter der sich Louisa versteckt. Tatsächlich kann sie auch ganz anders und meistert ihr Schicksal mit Bravour. Dabei darf man nicht vergessen, dass viele Stellen in diesem Buch einfach nur brüllend komisch sind. Jennifer Bentz beweist hier großes Schreibtalent und hat es tatsächlich geschafft Protagonisten zu kreieren, die stellenweise ziemlich verrückt sind, jedoch auf eine liebevolle Art und Weise. Protagonisten, denen man gerne folgt, die glaubhaft, urkomisch und nie übertrieben wirken. 

Sophie und Paul, die zwei Rentner aus der WG, haben mir mitunter am besten gefallen. Herrlich amüsant zu lesen, wie ein altes Ehepaar im besten Alter noch allerhand ausprobieren will. Vom Studium über die Anlage einer Haschplantage ist übrigens alles dabei. Lacher garantiert. 

Die Autorin erzählt hier eine unterhaltsame Geschichte, die durchaus zum Nachdenken anregt. Die Quintessenz der Handlung ist nämlich, dass man nicht immer alles bierernst nehmen sollte, weil das Leben ja doch macht, was es will. Locker bleiben und das Leben mit Humor nehmen ist manchmal die bessere Option. So habe ich Louisa gerne ein Stück auf ihrem Weg begleitet, unglaublich viel mit ihr gelacht, auch ein kleines Stück von ihr gelernt und dieses Buch mit einem Lächeln beendet. 

Wer Lust auf eine unterhaltsame Geschichte hat, die nicht plump daherkommt, keine typischen Klischees bedient, realistisch geschrieben ist und Spaß macht, der sollte sich dieses Buch unbedingt näher anschauen. 

Fazit 

Ein angenehmer Schreibstil, sympathische Charaktere mit Wiedererkennungswert und eine realitätsnahe Geschichte machen dieses Buch zu einem wunderbaren Unterhaltungsroman, den ich absolut empfehlen kann und sehr gerne gelesen habe. 

5/5 Punkten

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Kommentare:

  1. Eine vermeintliche Perfektionistin aus der Reserve zu locken, ist ein Konzept, das ich sehr gerne in Büchern lese. Und wenn dann noch Humor dazu kommt, bin ich schon überzeugt. Danke für die Buchvorstellung!

    LG Gabi

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  2. Hallo!

    Klingt nach einem unterhaltsamen Buch. Mir gefällt es immer gut, wenn ältere Menschen in einem Buch vorkommen, die nicht einfach vor sich hinvegetieren sondern ihr Leben nutzen, genießen und immer wieder Neues ausprobieren. Das gibt Hoffnung, dass man auch im Alter noch Spaß haben kann, wenn man das nur selber möchte :D

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